Erstes «Google-Phone» mit deutlichen Schwächen
publiziert: Sonntag, 19. Okt 2008 / 19:10 Uhr / aktualisiert: Montag, 20. Okt 2008 / 17:53 Uhr

Zwar wurden von dem ersten Android-Handy G1 deutlich mehr Geräte bestellt, als T-Mobile erwartet hatte, erste Reaktionen auf das Handy fallen aber wenig euphorisch aus.

Empfehlung des Spezialisten: «Noch ein bisschen warten.»
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Im Gegenteil: Viele Tester ziehen das Fazit, dass es sich bei dem HTC-Smartphone um keine spektakuläre Neuerfindung handele, sondern um ein eher mittelmässiges Gerät, das mit einem anderen Betriebssystem niemanden interessieren würde.

Bemängelt wird zum Beispiel der schwächliche Akku - die Laufzeit unter Last wird von einigen Testern mit nur wenigen Stunden angeben. Das wäre in der Tat schwach. Auch Software überzeugt bislang noch nicht. Bis zum 22. Oktober sind es zwar noch ein paar Tage, aber es ist nicht zu erwarten, dass bis dahin ein ausgereiftes System auf das G1 kommt.

Kontrolle der installierten Software

Woran sich nichts ändern dürfte, ist die Tatsache, dass Android einen direkten Draht zu Google hat. So hat beispielsweise der Branchendienst IDG in den Nutzungsbedingungen von Googles Downloadshop Android Market einen brisanten Abschnitt entdeckt. In diesem erklärt Google, dass in bestimmten Fällen Programme auf den Mobiltelefonen der Nutzer entfernt werden könnten - per Fernwartung.

Eine ähnliche Hintertür hat auch Apple beim iPhone eingebaut. Beide Unternehmen argumentieren mit der Sicherheit. Tatsächlich dürfte es eher darum gehen, dass nur Software, die den jeweiligen Entwicklern genehm ist, auf dem Gerät laufen soll. Auch bei Googles Browser Chrome entzündete sich die Kritik hauptsächlich daran, dass der Browser vom Nutzer unbemerkt zu viele Daten an sein «Herrchen» schickt.

Google erklärte zwar, dass im Android Market keine Vorab-Prüfung von Anwendungen erfolgen solle, der Suchmaschinen-Gigant sich aber das Recht vorbehalte «sicherheitsgefährdende Anwendungen» zum Schutz der Anwender zu entfernen. Was sich in Zukunft alles als sicherheitsgefährdend herausstellen wird, bleibt abzuwarten.

Ein iPhone für den Rest von uns?

Gleich nach der Vorstellung des G1 wurde bemängelt, dass es keinen normalen Kopfhöreranschluss, sondern einen Kopfhörer-Adapter für den USB-Port braucht und dass die Kamera keine Videos aufzeichnen kann. Mittlerweile wird auch die Benutzeroberfläche des Telefons kritisiert. So seien die Möglichkeiten, Kalender, E-Mails und Adressen mit einem Computer zu synchronisieren, sehr eingeschränkt. Denn das G1 wolle nur mit Netz-Anwendungen von Google selbst kommunizieren.

Auch dass derzeit nur ein G-Mail-Account eingerichtet werden könne, kommt nicht gut an, denn viele möchten beispielsweise private und geschäftliche E-Mails trennen. Andererseits wird gelobt, dass das G1 ein durchaus gelungener erster Versuch sei, weil es auch Menschen, die physische Tastaturen bevorzugen, neuartige Dienste zur Verfügung stelle.

Alles in allem wird das G1 als Versuch angesehen, einem grösseren Publikum den Spass an einem berührungsempfindlichen, leicht zu navigierenden Smartphone nahezubringen, ohne den Nutzern die Philosophie eines extremen Funktions-Minimalismus aufzuzwingen, wie das beim iPhone getan würde. Wer kein Purist sei, könne die beginnende Android-Ära mit Freude begrüssen.

Peter Ha von CrunchGear fasst seinen Eindruck vom Android sehr markant zusammen: «Das Betriebssystem scheint derzeit noch von Klebeband zusammengehalten zu werden und braucht noch eine Menge Arbeit.» Er empfiehlt, noch ein bisschen zu warten, wenn man wirklich an Android interessiert sei - bis die Entwickler noch eine oder auch zehn Lektionen von Apple gelernt hätten.

(Marie-Anne Winter/teltarif.ch)

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