Siemens-Bosse verzichten auf Gehaltserhöhung
publiziert: Montag, 2. Okt 2006 / 11:40 Uhr

München - Nach tagelangen Protesten gegen die Pleite des Handy-Bauers BenQ will der Siemens-Vorstand auf seine angekündigte Gehaltserhöhung verzichten.

«Wir möchten den Menschen ein Zeichen der Solidarität geben», sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld.
«Wir möchten den Menschen ein Zeichen der Solidarität geben», sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld.
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«Wir möchten den Menschen ein Zeichen der Solidarität geben», sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld der «Bild»-Zeitung. Der Vorstand beschloss demnach einen 30-Millionen-Euro-Fonds, mit dem Härten bei den erwarteten BenQ-Entlassungen abgemildert werden sollen. Siemens hatte seine verlustreiche Handy-Sparte vor einem Jahr an die taiwanische BenQ verkauft.

Der Aufsichtsrat von Siemens habe die Gehaltserhöhung zwar «sachlich und ausführlich begründet», sagte Kleinfeld der «Bild»-Zeitung. Es sei jetzt aber eine «neue Situation» entstanden. Der Zeitung zufolge handelt es sich um eine Summe von rund 5 Mio. Euro.

Dass allein Kleinfeld eine Gehaltserhöhung von 1,3 Mio. Euro erhalten haben soll, dementierte ein Siemens-Sprecher. Diese Summe sei «beträchtlich niedriger» gewesen. Gegen die Erhöhung der Managergehälter hatten auch Siemens-Beschäftigte heftig protestiert.

Fonds für für die BenQ-Mitarbeiter

Der 30-Millionen-Euro-Fonds für die BenQ-Mitarbeiter sei bei einer Sondersitzung des Siemens-Vorstandes am Sonntag in München beschlossen worden, hiess es weiter. Mit dem Geld sollen Qualifizierung, Umschulung oder Weiterbildung Betroffener bezahlt werden.

BenQ hatte am Freitag Antrag auf Insolvenz gestellt, nachdem der taiwanische Mutterkonzern am Donnerstag alle Zahlungen eingestellt hatte. Betroffen sind rund 3000 Beschäftigte. Den Protesten von Belegschaft und Gewerkschaften gegen die drohende Schliessung schlossen sich Politiker aller Parteien an.

(li/sda)

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