Kampf der Handy-Plattformen
iPhone versus Android
publiziert: Sonntag, 1. Aug 2010 / 09:19 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 1. Aug 2010 / 15:11 Uhr

Als das iPhone vor drei Jahren auf den Markt kam, war es eine Revolution. Mit seinem Touchscreen und dank der unzähligen Apps eroberte es sich eine riesige Fangemeinde weltweit. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Smartphones mit dem Betriebssystem Android von Google können mit dem neuesten Apple-Handy durchaus mithalten und sind noch dazu deutlich günstiger.

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Seit kurzem ist das iPhone 4 auf dem Markt, das mit deutlichen Verbesserungen an Soft- und Hardware punktet, allerdings auch mit Empfangsproblemen kämpft.

Ob man sich für ein Android-Smartphone oder ein iPhone entscheidet, ist vor allem eine Frage der Philosophie. Die iPhone-Welt ist in sich geschlossen und sehr kontrolliert. Dadurch passt alles gut zusammen, doch dem Nutzer sind viele Grenzen gesetzt.

Die Android-Welt hingegen ist offener. Der Nutzer hat grössere Gestaltungsmöglichkeiten, und die meisten Anwendungen laufen unabhängig vom Handy-Hersteller. Dafür sind Android-Smartphones allerdings auch etwas komplizierter in der Anwendung.

Die Unterschiede

Von einigen Grundfunktionen her sind Android-Smartphones allerdings schon weiter als die Konkurrenz. So kann die neueste Version 2.2 (Froyo) des Handy-Betriebssystems standardmässig den Internetzugang per USB oder als WLAN-Hotspot an einen PC oder ein Notebook weitergeben. Zudem kann der Nutzer bei allen Android-Geräten direkt auf das Dateisystem zugreifen und muss nicht über den PC oder Laptop gehen. iPhone-Besitzer hingegen können oft nur über das Apple-Programm iTunes Daten hin- und herschieben.

Auch die von den Handy-Herstellern selbst entwickelte bzw. angepasste Benutzeroberfläche von Android-Smartphones gefällt vielen Nutzern besser: HTC etwa setzt auf Widgets, mit denen beispielsweise ein News-Ticker oder Mediaplayer auf den Startbildschirm gesetzt werden kann. Auch animierte Hintergründe werden von einigen Android-Smartphones unterstützt - das iPhone kann so etwas nicht. Zudem können die meisten Programme bei Android im Hintergrund weiterlaufen, beim iPhone dürfen das nur einige Anwendungen wie etwa VoIP-Telefonie, der Musik-Player oder die Navigations-Software.

Dafür hat das neue iPhone eine ausgezeichnete Kamera. Einige Android-Handys können da mithalten, aber längst nicht alle. Hier spielt der Preis eine wichtige Rolle: Je teurer, desto besser ist generell die Ausstattung. Von einem Android-Einsteiger-Smartphone wie dem ohne Vertrag oder Vertragsverlängerung 175 Franken teuren Vodafone 845 dürfen die Nutzer nicht zu viel erwarten.

Viele bunte Android-Handys

Der Vorteil von Android ist die grosse Auswahl an Handys. Man kann das Gerät wählen, das perfekt zu einem passt - etwa mit Tastatur oder einem extra-grossen Display. Vor dem Kauf sollte man die Geräte jedoch ausprobieren, denn anders als beim iPhone weiss man nicht genau, was man bekommt. Manche Kunden haben Probleme mit der Bedienung, weil beispielsweise der Touchscreen zu klein ausfällt, oder sie kommen mit der Bedienoberfläche nicht gut zurecht. Beim Betriebssystem des Smartphones sollte man darauf achten, dass es sich mindestens um Version 2.1 (Eclair) handelt.

Ein gewichtiges Argument gegen das iPhone ist für viele Handy-Nutzer der Preis. Seit dem 30. Juli ist das Apple-Smartphone auch hierzulande erhältlich. Schweizer Kunden müssen für das aktuelle Modell iPhone 4 entweder einen teuren Vertrag abschliessen oder für ein Gerät ohne Vertrag zwischen 769 und 899 Franken bezahlen. Ordentliche Android-Smartphones gibt es schon für unter 300 Franken. Sie sind vielleicht nicht ganz so gut wie die Apple-Konkurrenz, aber dafür auch deutlich billiger. Knapp über 550 Franken aufwärts kosten Topmodelle wie das HTC Desire oder das Samsung Galaxy S.

Grosse Apps-Auswahl

Android und iPhone sind momentan zwar die zurzeit vielleicht spannendsten Plattformen auf dem Markt, aber es gibt auch Alternativen. Im Business-Bereich etwa haben noch immer das legendäre Blackberry und das Betriebssystem Symbian von Nokia die Nase vorn. Mit Windows Phone 7 als Nachfolgeversion des veralteten Windows Mobile von Microsoft kommt zum Jahresende eine weitere Smartphone-Plattform hinzu, auf die grosse Erwartungen geknüpft werden.

Was fürs iPhone oder ein Android-Handy spricht, ist die grosse Auswahl an Apps - ein enormer Vorteil der Smartphones. Für Android-Handys dürfte es inzwischen über 100'000 dieser Mini-Programme geben, fürs iPhone sogar doppelt so viele. Mit Hilfe der Applikationen können Nutzer aus ihrem Smartphone eine mobile Spielkonsole machen oder es als Navigationsgerät nutzen - den Anwendungsmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Apps für das iPhone gibt es im App-Store, Apps für das Betriebssystem Android von Google findet man in der AndroLib.

Egal, ob man sich ein iPhone oder Android-Smartphone zulegt: Die Geräte wollen ständig am Netz bleiben. Man braucht also auf jeden Fall ein Datenpaket, sonst droht eine böse finanzielle Überraschung.

(Björn Brodersen/teltarif.ch)

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