iPhone: App-Piraterie erreicht «sehr hohes Niveau»

publiziert: Donnerstag, 15. Okt 2009 / 14:15 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 15. Okt 2009 / 19:43 Uhr

San Jose - Die Piraterie in Apples App Store entwickelt sich zu einem zunehmenden Problem für Betreiber und Programmierer.

Wer sein iPhone nicht «jailbreakt», fühlt sich auch nicht von Apple gegängelt.
Wer sein iPhone nicht «jailbreakt», fühlt sich auch nicht von Apple gegängelt.
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Wie das US-Unternehmen Pinch Media, das sich auf Analysen des Mobilfunksektors spezialisiert hat, kürzlich auf der in San Jose zu Ende gegangenen iPhone-Entwicklerkonferenz 360iDev Conference wissen liess, hat sich inzwischen ein regelrechtes Piraterie-Ökosystem rund um den Applikations-Marktplatz von Apple herausgebildet.

Von insgesamt vier Mio. iPhones und iPod touchs, die per sogenanntem «Jailbreak» dahingehend umgerüstet worden sind, dass sie auch zur Nutzung nicht offiziell freigegebener Programme von Drittentwicklern geeignet sind, hätten 38 Prozent (rund 1,5 Mio. Geräte) zumindest eine illegal erworbene App installiert.

Hohes Niveau bei Nutzung und Verbreitung

«Es sind mittlerweile schon einige Monate her, seitdem wir das Auffinden von Jailbreaks in unsere Analysebibliothek mit aufgenommen haben. Dadurch war es uns möglich, ein viel besseres Verständnis dafür zu bekommen, wie das Pirateriesystem beim App Store funktioniert», heisst es in dem vorgelegten Bericht. Insgesamt betrachtet habe sich die Nutzung und Verbreitung illegaler Programme für iPhone und iPod touch im Laufe des vergangenen Jahres auf einem «sehr hohen Niveau» eingependelt.

Die anlässlich der iPhone-Entwicklerkonferenz veröffentlichten Zahlen seien aber sicher noch zu tief angesetzt und zu harmlos im Vergleich zum tatsächlichen Ausmass des Problems, sind die Experten von Pinch Media überzeugt. Ursache hierfür sei vor allem der Umstand, dass App-Piraten in der Regel sehr genau über Mittel und Wege Bescheid wüssten, wie sie das Auffinden von entsperrten Endgeräten verhindern können.

Mehr App-Stores - mehr Piraterie

«Leider haben wir zu diesem Thema zurzeit keine Zahlen vorliegen, sodass eine konkrete Einschätzung schwierig ist. Insgesamt gesehen kann aber festgestellt werden, dass sich das Ausmass des Piraterie-Phänomens im Mobilfunksektor bislang noch eher in Grenzen hält», erklärt Rafaela Möhl, Pressesprecherin beim Online-Tarifberater teltarif.

Diese liege zum Teil sicherlich daran, dass der Bereich der Apps und App Stores der verschiedenen Anbieter, die dem Vorreiter Apple mittlerweile nachgefolgt seien, noch verhältnismässig jung sei. «Je mehr sich die App Stores verbreiten, desto grösser wird in Zukunft sicher auch das Problem der Piraterie werden. Apple bietet mit seinen unzähligen Apps in dieser Hinsicht derzeit sicher die grösste Angriffsfläche», meint Möhl.

Test möglich

Aus Sicht der App-Piraten wird die illegale Nutzung der iPhone- und iPod-touch-Programme zumeist damit gerechtfertigt, dass man hierdurch die Möglichkeit bekommt, sich von der Qualität kostenpflichtiger Anwendungen schon vor dem Kauf ein Bild machen zu können.

Falls diese den Ansprüchen der User entsprechen, könne man schliesslich immer noch ganz legal für den entsprechenden App-Store-Download zahlen, so die gängige Argumentation. Der Bericht von Pinch Media entlarvt diese Rechtfertigung allerdings als Mythos und belegt, dass lediglich eine von 233 illegal erworbenen Applikationen auch tatsächlich einmal zu einem späteren Zeitpunkt zu einem regulären Kauf führt.

(fest/pte)

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Danke
Habe dazu gelernt.

Die Hintergründe mit den Apps kannte ich so noch nicht.
Problem der Marktstrategie
Dass Apple die Gunst der Stunde nutzen konnte ist mir auch klar. Ich selbst habe Jahre gewartet, ehe ich mir ein Smartphone zulegte, da ich auf eine offenere Alternative für das iPhone gewartet habe. Der kommentierte Artikel klagt jedoch über die Piraterie und nicht über Vor- und Nachteile der einzelnen Produkte/Plattformen.

Apple hat eine sehr aggressive Strategie der Softwarevermarktung, welche stark für die Piraterie verantwortlich ist. Will man eine selbst geschriebene Software im App-Store vermarkten, muss man:
1) ein kostenpflichtiges Programmiererkonto bei Apple eröffnen
2) für das Veröffentlichen eine Gebühr entrichten
3) 1/3 des Gewinns aus dem Softwareverkauf an Apple abtreten.
Eine solche Marktstrategie verärgert die Konsumenten, da diese den Aufpreis bezahlen müssen. Jene, die das Zeug dazu haben, schliessen sich zusammen und starten eine (Protest-)Welle der Piraterie.

Um nochmals auf das Pendant, Google's und HTC's Android-Phone zurückzukommen: das Linux-basierende, Open-Source-geprägte Betriebssystem ist sowohl intuitiv, als auch iindividuell. Der Store enthält fast ausschliesslich Freeware. Aufwendige Anwendungen, welche ohne Finanzierung nicht umsetzbar wären oder auf Profit abzielen, können auch meist eingeschränkt genutzt oder einige Tage getestet werden.
Hier kann nur Geld verlangen, wer echten Mehrwert gegenüber der Freeware bringt. Das ist ein anderes Verhältnis zum Kunden.
Google ist zwar auch nicht ganz ohne was das Monopol angeht, doch der Kurs ist ein gesunder Mittelweg, auf jeden Fall bis jetzt.

Was der Kunde will, entscheidet der Markt. Doch wer Piraterie verhindern will, sollte sich mal fragen, was diese "Kriminellen" dazu veranlasst und viel wichtiger: weshalb so viele Nutzer darauf ausweichen. DIe Musik- und die Filmindustrie müssen auch umdenken. Musiker machen das grosse Geld heute mit Auftritten und nicht mit CDs, Filmemacher müssen die Leute wieder mehr ins Kino locken. Wenn Apple die Kundschaft immer noch nicht verstanden hat, dann wird es langsam Zeit...
Markt entscheidet
Apple konnte ein quasi Monopol schaffen, weil die anderen schlicht verpennt haben und lange kein vernünftiges OS als Basis hatten. Als das i-phone herauskam, konnte man bei Nokia immer noch mit dem Ziegelstein genannt Communicator rumlaufen.

Ich habe immer Nokia Phones gekauft und war selber mal vor 20 Jahren Product Manager für Handys, also auf diesem Punkt wirklich nicht unbedarft. Bis zu dem Tag als als ich das erste N-Series kaufte und zu blöd für die Bedienung war, weil irgendein technikverliebter Programmierer die vertraute Nokia Struktur über den Haufen warf und sich einen runtergeholt hatte. Seitdem Verschenken meines N-Series habe ich nie mehr ein Nokia gekauft. Technisch top. Unbrauchbar für den Normalanwender.

Die App-Software ist zwar nicht voll öffentlich, kann aber von jedem zur Programmierung von Apps verwendet werden. Wie alle Produkte die verkauft werden, unterliegen halt auch diese der Piraterie. Das i-phone ist nicht das beste Handy. Aber ich habe meine Mailadresse eingetippt und alles funktionierte, weil es ziemlich "idiotensicher ist". Ich will ein Handy brauchen und mich nicht mit der Bedienungsanleitung beschäftigen müssen.

Der Markt hat mit 2 Millarden Downloads ziemlich entschieden, oder? Der einzige Kritikpunkt am i-phone ist die Anbindung an den Netzbetreiber. Diese sind in der Schweiz einfach betrügerische Abzocker.

Also Apple zockt die Kunden sicherlich nicht ab. Für die These der Monopolisten haben Sie mit Google auch wirklich einen qualifizierten "Underdog" ausgewählt. Haben die nicht selber ein Quasi-Monopol?

Windows ist auch ein schlechtes Betriebssystem und trotzdem No. 1 weltweit weil der Markt entschieden hat.
selbst schuld!!!
Apple ist in dieser Sache selber Schuld. Wer dem Konsumenten die Individualität nimmt, der muss sich auf Piraterie gefasst machen. Das Monopol, das Apple geschaffen hat, schreit nur danach, umgangen zu werden. Google und HTC beschreiten hier mit Open-Source-Software und der Möglichkeit, schon ab Werk 3.-Anbieter zu wählen, einen kundenfreundlicheren Weg, der die Kunden nicht in dem Masse abzockt und so Piraterie weitgehend uninteressant macht.
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