iCloud, Mitteilungszentrale und Twitter

iOS 5: Das ist neu bei iPhone und Co.

publiziert: Samstag, 15. Okt 2011 / 17:32 Uhr
iOS5 ist kompatibel mit dem iPhone 3GS, dem iPhone 4 und dem neuen iPhone 4S.
iOS5 ist kompatibel mit dem iPhone 3GS, dem iPhone 4 und dem neuen iPhone 4S.

Die neue Version des mobilen Betriebssystems iOS 5 steht seit dieser Woche zur Verfügung und kann kostenlos über iTunes am PC bzw. Mac installiert werden. Ein Überblick der neuen Features und Dienste.

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Im Juni hatte Apple seine neuen Betriebssysteme iOS5 und Mac OS X Lion vorgestellt. Die Lion-Software für Computer wurde wenige Wochen später veröffentlicht, während iOS5, das Betriebssystem für iPhone, iPad und iPod touch, bislang nur in einer Beta-Version für Software-Entwickler zur Verfügung stand. Am 4. Oktober veröffentlichte Apple im Anschluss an die Vorstellung des iPhone 4S und der neuen iPods die Golden Master Version von iOS5. Jetzt steht die Software auch offiziell für alle Kunden zur Verfügung.

iOS5 ist kompatibel mit dem iPhone 3GS, dem iPhone 4 und dem neuen iPhone 4S, das direkt mit der aktuellen Firmware ausgeliefert wird. Zudem ist das neue Betriebssystem für beide Generationen des Apple iPad und für den iPod touch der dritten und vierten Generation kompatibel. Wer ein älteres iPhone oder einen älteren iPod touch besitzt, kann die neue Software nicht installieren.

Kostenloses Update für alle Kunden

Die neue Software wird für alle Kunden als kostenloses Update angeboten. Die frühere Regelung, nach der Besitzer eines iPod touch für neue Betriebssystem-Versionen zum Teil zusätzlich zur Kasse gebeten wurden, gehört offenbar endgültig der Vergangenheit an. Download und Installation von iOS5 erfolgen wie gewohnt über die iTunes-Software am PC oder Mac. Dabei sollte bei einer Synchronisation automatisch erkannt werden, dass ein Update zur Verfügung steht.

Ist das nicht der Fall, so kann die Suche nach einer neuen Firmware auch manuell vorgenommen werden. Spätestens dann sollte iTunes melden, dass die Aktualisierung zur Verfügung steht. Der Nutzer muss im Anschluss nur noch die Installation bestätigen. Danach startet der Software-Download. Das kann je nach Internet-Zugang und Auslastung der Apple-Server eine Weile dauern, zumal die Installationsdateien je nach iPhone-, iPad- bzw. iPod-touch-Modell bis zu 800 MB gross sind.

Updates künftig ohne Umweg über PC oder Mac

Ist das iPhone, das iPad oder der iPod touch einmal auf die neue Software aktualisiert worden, so müssen weitere Updates nicht mehr über den PC oder Mac vorgenommen werden. Unter iOS5 befindet sich im Menü Einstellungen - Allgemein der Punkt «Softwareaktualisierung». Darüber lassen sich Firmware-Updates direkt auf den Handheld laden und anschliessend installieren. Dabei werden - ähnlich wie bei Android-Updates - nur die Betriebssystem-Bestandteile geladen, die sich gegenüber der bisherigen Version geändert haben. So ist gewährleistet, dass keine 600 bis 800 MB grossen Dateien per WLAN oder UMTS direkt auf den Handheld geladen werden müssen.

Unter iOS5 kann ein iPhone, ein iPad bzw. ein iPod touch auch komplett ohne PC bzw. Mac aktiviert und genutzt werden. Die Aktivierung kann auch direkt vom iOS-Gerät aus erfolgen. Parallel mit dem neuen Betriebssystem hat Apple zudem iCloud, den Nachfolger von MobileMe, eingeführt. Dieser in der Standard-Version mit 5 GB Speicherplatz kostenlose Dienst sichert auf Wunsch alle Daten und Einstellungen des Handhelds in der Cloud. Soll das Handy, das Tablet oder der Multimedia-Player neu aufgesetzt werden oder wechselt der Nutzer auf ein neues Gerät, so können alle Daten und Einstellungen nach der Anmeldung mit der Apple-ID aus der iCloud wiederhergestellt werden. Auch hierzu ist keine Internet-Verbindung erforderlich.

iCloud hält Daten auf verschiedenen Geräten synchron

iCloud bietet darüber hinaus einen E-Mail-Pushdienst sowie eine drahtlose Daten-Synchronisation zwischen verschiedenen iOS-Geräten sowie dem PC oder Mac. So lassen sich auf Wunsch an einem Gerät gekaufte Apps oder Musiktitel aus der iTunes-Datenbank automatisch auf den anderen Geräten installieren. Termine, Notizen und Adressen lassen sich ebenso mit iCloud auf allen Handhelds und Computern synchron halten.

Auch Fotos, die beispielsweise mit dem iPhone aufgenommen werden, können in Kopie auf die anderen Geräte synchronisiert werden. Dokumente lassen sich auf verschiedenen Handys, Tablets oder Computern aufrufen und bearbeiten und nicht zuletzt gibt es eine Funktion, mit der sich Freunde und Bekannte, die ebenfalls ein iOS-Gerät nutzen, finden lassen - sofern diese das zulassen.

Wer mit den 5 GB Speicherplatz, die standardmässig bei iCloud zur Verfügung stehen, nicht auskommt, kann die Kapazität kostenpflichtig erweitern. Für 16 Euro im Jahr bekommen die Kunden 15 GB. Kunden, die sich für 25 GB entscheiden, zahlen jährlich 32 Euro und zum Preis von 80 Euro bietet Apple die Erweiterung des Speicherplatzes «in der Wolke» auf 55 GB an.

Mitteilungszentrale bündelt eingehende Anrufe, SMS und Push-Benachrichtigungen

Neu bei iOS5 ist auch die Mitteilungszentrale, die Push-Benachrichtigungen, Wetterberichte, E-Mails oder auch verpasste Telefonanrufe auf einen Blick anzeigt. Die Mitteilungszentrale ist im Sperrbildschirm zu sehen oder vom Hauptmenü aus, wenn man von ganz oben mit dem Finger nach unten über das Display streicht. Bislang hatten sich Push-Benachrichtigungen zum Teil gegenseitig überschrieben.

iMessage ist ein Instant Messenger, der nur zwischen iOS-Geräten funktioniert. Neben Text-Mitteilungen lassen sich auch Fotos, Videos, Orts- und Kontaktinformationen verschicken. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen SMS ist der Service generell kostenlos. Naturgemäss wird eine Internet-Verbindung zur Übermittlung der Mitteilungen benötigt. Neue Features sind auch eine Erinnerungs-Funktion sowie die Möglichkeit, Fotos direkt am iPhone zu bearbeiten. Die Kamera ist direkt vom Sperrbildschirm aus erreichbar.

Welche Inhalte wird der digitale Zeitungskiosk bieten?

iOS5 beinhaltet darüber hinaus einen digitalen Zeitungskiosk. Neue Inhalte werden automatisch im Hintergrund geladen, so dass diese später auch zur Verfügung stehen, wenn das iPhone, das iPad oder der iPod touch nicht mit dem Internet verbunden ist. Am iPad hat der Safari-Browser ausserdem Tabs bekommen, die sich direkt anwählen lassen.

Twitter jetzt direkt im Betriebssystem

Mit iOS5 hat Apple erstmals auch den Microblogging-Service Twitter direkt im Betriebssystem verankert. Im Menü Einstellungen ist es möglich, sich mit einem oder mehreren Twitter-Accounts anzumelden. Wer noch keinen Twitter-Zugang besitzt, kann diesen auch aus dem iPhone-Menü heraus anlegen.

Über die Kamera, den Safari-Browser, die Kontakte, YouTube und Google Maps lässt sich der Twitter-Account nutzen und auch nachinstallierte Anwendungen mit Twitter-Nutzerstützung können auf den Zugang zugreifen.

Gerüchte, nach denen neben Twitter auch Facebook ins neue iOS-Betriebssystem integriert wird, haben sich dagegen nicht bestätigt. Im Gegenteil: Bei bisherigen Tests mit den Beta-Versionen von iOS5 zeigte sich gerade die Facebook-Nutzung problematisch. Oft wurden Inhalte nach dem Aufrufen der App nicht oder nur unvollständig geladen. Hier ist es wahrscheinlich, dass die Anwendung in den nächsten Wochen noch an die neue Firmware angepasst wird.

Wenig Neues gegenüber den ersten Beta-Versionen

Wir hatten iOS5 schon Mitte Juni einem ersten Test unterzogen. Seitdem hat sich an den Features wenig geändert. Das System ist seit der ersten Beta-Version noch stabiler geworden, wobei auch die Beta-Software kaum Probleme verursacht hatte. Einzig die frühen Versionen von iTunes 10.5 liefen zum Teil noch instabil. Diese neue Version der Multimedia-Software von Apple ist Voraussetzung zur Nutzung von iOS5.

Probleme kann es in den nächsten Tagen noch mit der Nutzung einzelner Apps geben. Obwohl Software-Entwickler schon seit einigen Monaten iOS5 zur Verfügung haben, wurden noch nicht alle Anwendungen für die Nutzung mit dem neuen Betriebssystem optimiert. In den nächsten Tagen und Wochen dürfte es sich lohnen, öfter im AppStore nach Updates zu suchen, die dann auch im Bereich nachinstallierter Anwendungen wieder für Stabilität sorgen.

Siri nur für iPhone 4S

Während die bislang genannten Features der neuen Software auch von iPhone 3GS und iPhone 4, iPad 1 und 2 sowie dem iPod touch der dritten und vierten Generation unterstützt werden, bleibt die neue Sprachsteuerung Siri dem neuen iPhone 4S vorbehalten. Zunächst soll Siri in einer Beta-Version zur Verfügung stehen, die neben Englisch und Französisch auch in deutscher Sprache genutzt werden kann.

(Markus Weidner/teltarif.ch)

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