Wasseraufbereitung entfernt Nanoplastik effizient

publiziert: Dienstag, 31. Mai 2022 / 23:38 Uhr
Filtrationskolonne im Eawag-Labor (links) und im Pilotmassstab im Seewasserwerk der Wasserversorgung Zürich WVZ (rechts).
Filtrationskolonne im Eawag-Labor (links) und im Pilotmassstab im Seewasserwerk der Wasserversorgung Zürich WVZ (rechts).

Dübendorf - Die biologisch aktiven, langsam durchströmten Sandfilter der Seewasseraufbereitung würden Nanoplastik sehr effizient aus dem Rohwasser entfernen. Das zeigte sich sowohl im Labor, als auch in grösseren, realitätsnahen Versuchen und Modellierungen.

Es ist ein heisses Thema, zumindest auf Social Media Plattformen: Winzige Plastikpartikel würden nicht nur im Meer und unseren Seen treiben, sondern auch im Trinkwasser, ja sogar im abgefüllten Mineralwasser, wird behauptet. Die Eawag und die Wasserversorgung Zürich wollten es genau wissen. 2019 starteten sie ein gemeinsames Projekt: Finden die Kleinsten der Kleinen, Partikel kleiner als ein Tausendstel Millimeter, tatsächlich den Weg vom Seewasser in die Trinkwasserleitungen und damit auch in Haushalte, Spitäler oder Restaurants?

Zu 99,9% zurückgehalten


Jetzt liegen die Resultate vor, und Sie lassen aufatmen. Im einem heute in der Zeitschrift «Gefährliche Materialien» (Journal of Hazardous Materials) publizierten Bericht zeigen die Beteiligten auf: Selbst wenn sich beträchtliche Mengen an Nanoplastik im Rohwasser befänden, würden diese Partikel in den Sandfiltern der Aufbereitung sehr effizient zurückgehalten. Am effizientesten, im Bereich von 99,9%, wurden die Nanopartikel im biologisch aktiven Langsam-Sandfilter zurückgehalten, und zwar sowohl in Laborversuchen als auch auf einer grösseren Testanlage direkt bei der Wasserversorgung Zürich.

Wie Nanoplastik genau entsteht, ist immer noch wenig erforscht. «Aber die Vermutung liegt nahe, dass die Verwitterung von grösseren Plastikpartikeln in der Umwelt irgendwann auch zu Nanoplastik führt», sagt Ralf Kägi, Leiter des Eawag Partikellabors. Bereits das Identifizieren von Nanoplastikpartikeln ist jedoch alles andere als einfach. Das Team aus Forschenden von Eawag, ETH Zürich, EPFL und dem Polytechnikum Turin nutzte dazu markierte Nanoplastik-Partikel, deren Weg, respektive deren Endstation sich in der Wasseraufbereitung mit einem Massenspektrometer verfolgen lässt. Ähnlich, wie man es aus der Medizin kennt, wo Krebszellen gezielt markiert werden, um ihre allfällige Ausbreitung im menschlichen Körper überwachen zu können.

Modellierung ermöglicht Prognosen


Die experimentellen Erkenntnisse aus kleinen Laboranordnungen der Eawag und grösseren Testanlagen der Wasserversorgung Zürich kombinierten die Forschenden mit komplexen theoretischen Modellrechnungen. So gelangten sie zu Vorhersagen über das Verhalten von Nanoplastik in Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Für Wasserversorger interessant: Die Modelle weisen auch über längere Zeiträume auf eine sehr hohe Elimination von Nanoplastik hin, also zum Beispiel bei längerer Nutzungsdauer oder längeren Rückspül-Intervallen von Filtern.

(fest/pd)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Mehr Sicherheit in Fahrzeugsystemen mit dem CANsec Controller IP-Core CAN-SEC des Fraunhofer IPMS.
Mehr Sicherheit in Fahrzeugsystemen mit dem CANsec ...
Moderne Fahrzeuge haben eine Vielzahl von elektronischen Systemen, die miteinander vernetzt sind. Da diese Systeme durch Cyberangriffe gefährdet sind, hat das Fraunhofer IPMS einen CANsec IP-Core entwickelt, der Fahrzeugsysteme sicherer macht. mehr lesen 
Filtrationskolonne im Eawag-Labor (links) und im Pilotmassstab im Seewasserwerk der Wasserversorgung Zürich WVZ (rechts).
Dübendorf - Die biologisch aktiven, langsam durchströmten Sandfilter der Seewasseraufbereitung würden Nanoplastik sehr effizient aus dem Rohwasser ... mehr lesen  
Sichere Kommunikation mit Lichtteilchen  Quantencomputer bieten viele neuartige Möglichkeiten, bedrohen aber auch die Sicherheit des Internets: ... mehr lesen  
Teil der Photonenpaarquelle mit den leuchtenden Glasfaser des optischen Faserverstärkers.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
Werden Menschen in den USA jetzt besser vor zielgerichteter Werbung geschützt?
DOSSIER Social Media Zielgerichtete Werbung in den USA unter Beschuss Politiker der Demokratischen Partei haben ...
 
News
Wer sich nicht so gut mit dem Messenger auskennt, der sollte grundsätzlich bei unbekannten Nummern vorsichtig sein.
Bei der Verwendung eines Smartphones stehen einem verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung. In früheren Zeiten war es aufs Telefonieren und SMS ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 12°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Basel 12°C 24°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
St. Gallen 12°C 21°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Bern 11°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Luzern 15°C 23°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Genf 13°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 20°C 31°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten