Vodafone erwägt Angebot für AT&T Wireless

publiziert: Montag, 9. Feb 2004 / 17:11 Uhr

London - Der weltgrösste Mobilfunkanbieter Vodafone erwägt nach eigenen Angaben den Einstieg bei der amerikanischen AT&T Wireless. Damit bestätigte Vodafone seit langem kursierende Marktgerüchte.

Analysten schätzen, dass Vodafone für AT&T Wireless rund 30 Mrd. Dollar bezahlen müsste.
Analysten schätzen, dass Vodafone für AT&T Wireless rund 30 Mrd. Dollar bezahlen müsste.
Bislang hatten sich die Briten bedeckt gehalten und ein Gebot für die vom Konkurrenten Cingular umworbene AT&T Wireless lediglich nicht ausgeschlossen. Vodafone werde den US-Markt weiterhin auf mögliche Transaktionen durchleuchten, die im Interesse der eigenen Aktionäre wären, teilte Vodafone mit.

Analysten schätzen, dass Vodafone für AT&T Wireless rund 30 Mrd. Dollar (rund 47 Mrd. Franken) bezahlen müsste. Zudem müssten sich die Briten aus kartellrechtlichen Gründen wohl von ihrem Minderheitsanteil am führenden US-Mobilfunkanbieter Verizon Wireless trennen.

Genau dies wurde in Unternehmenskreisen am letzten Freitag aber abgestritten. Vertreter von Vodafone und Verizon Communications hätten kürzlich zwar über ihre gemeinsame Tochter Verizon Wireless gesprochen, bei dem Treffen sei es aber nicht um einen Ausstieg gegangen.

Einige Analysten bewerten das Verhältnis zwischen Verizon Wireless und Vodafone als abgekühlt, nachdem Verizon Communications sich im vergangenen Jahr für den Mobilfunkstandard CDMA und nicht dem von Vodafone in der restlichen Welt verwendeten GSM entschieden hatte.

Dem im Vergleich zu Europa noch äusserst wachstumsstarken US-Mobilfunkmarkt steht nach Einschätzung von Analysten eine Konsolidierung bevor. Die sechs landesweiten Anbieter operieren jedoch mit zum Teil inkompatiblen Übertragungstechniken.

Die zuletzt Verluste schreibende AT&T Wireless hatte Ende Januar signalisiert, dass das Unternehmen mit seinen 22 Millionen Kunden zum Verkauf steht. Mit dem grössten US-Ferngesprächs-Anbieter AT&T hat der Mobilfunkkonzern nach seiner Abspaltung nur noch den Namen gemein, grösster Einzelaktionär ist der japanische Mobilfunkkonzern NTT DoCoMo mit 16 Prozent.

(bert/sda)

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