Android-2.1-Smartphone mit Stylus für Touchscreen-Eingaben

Trekstor Smartphone im Test: Android-Handy für rund 200 Franken

publiziert: Donnerstag, 3. Feb 2011 / 14:55 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Feb 2011 / 21:41 Uhr
Für 208 Franken: Trekstor Smartphone.
Für 208 Franken: Trekstor Smartphone.

So schnell wird man ein Smartphone-Anbieter: Trekstor nahm im vergangenen Jahr Kontakt mit dem chinesischen Unternehmen Huawei auf und kaufte zwei Android-Smartphone-Modelle ein, die das deutsche Hardware-Unternehmen unter eigenem Label verkauft.

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Mit «Made in Germany» hat das Trekstor Smartphone TSP 21, so der vollständige Name eines der neuen Geräte, somit nichts zu tun. Auffallend an diesem Modell ist vor allem der Kaufpreis von etwa 208 Franken. Wir haben im Handy-Test auf die Stärken und Schwächen des Trekstor Smartphone geachtet.

Keine besonderen Kennzeichen

Sicherlich darf man für den Preis kein Designstück erwarten, doch ein etwas ansprechenderes Äusseres des Trekstor Smartphone wäre wünschenswert gewesen. Durch das schlichte Tastendesign und den dunkelblauen Plastikkorpus erinnert das Smartphone an HTC-Frühwerke. Das Trekstor Smartphone ist für ein Touchscreen-Handy auffallend klein geraten, wodurch logischerweise auch die Displaygrösse betroffen ist. Mit einem Mass von gerade einmal 4,3 mal 5,8 Zentimeter ist der Touchscreen nicht viel grösser als bei einem Standard-Handy. Aus diesem Grund griffen die Macher zu einer weiteren «Retro-Massnahme»: Obwohl das Betriebssystem Android 2.1 komplett auf Fingereingaben ausgerichtet ist, steckt in der Rückseite unten rechts ein ausziehbarer Stylus, durch den man treffsicher die Tastatur bedienen kann. Ein durchaus weiser Zug, wie das Kapitel Handhabung zeigt.

Breites Ausstattungsfeld

Angesichts des Kampfpreises sind Ausstattungskompromisse eigentlich unumgänglich, doch zumindest auf dem ersten Blick scheint das Smartphone alles zu bieten, was der Anwender benötigt. Das Trekstor Smartphone funkt im UMTS-Netz, transportiert Daten via HSDPA, Bluetooth und WLAN, navigiert per A-GPS und bringt durch Android 2.1 mit seinem übersichtlichen Aufbau und seinen Personalisierungsmöglichkeiten ohnehin einen gesunden Standard-Bedienungskomfort mit. Weitere Firmware-Updates sind laut Hersteller nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen aus.

Das Display löst auch bei der Darstellungsqualität keine Begeisterungsstürme aus. Mit den 320 mal 240 Pixel lässt sich auch, wegen der mickrigen 7,1 Zentimeter Bildschirmdiagonale zwar noch gut leben, doch dem TFT-Touchscreen mangelt es klar an Brillanz und Farbintensität. Dafür gibt es im Bereich Verarbeitungsqualität und angesichts des geringen Preises nichts zu meckern. Hochwertige Materialien wurden zwar nicht verbaut, doch das Display reagiert nicht übermässig sensibel auf starkem Druck und der Plastikkorpus wurde präzise gefertigt, denn auffällige Spaltmasse ist nicht zu erkennen.

Bei genauerem Hinsehen treten allerdings eine Reihe von Einsparungen zutage. So wird lediglich der schnelle Download-Standard HSDPA (7,2 MBit/s) unterstützt, nicht aber HSUPA, ebenso wenig der schnelle WLAN-n-Standard. Auch eine aktive Routenführung ist des Weiteren nicht ab Werk möglich, da eine dafür notwendige Software nicht auf dem Handy installiert ist. Google Maps Navigation lässt sich allerdings über den Android-Market nachinstallieren.

Auch beim Thema Speicherplatz macht sich der niedrige Preis bemerkbar, denn die internen rund 155 MB sind ziemlich knapp bemessen. Der microSD-Speicherkarten-Slot unterstützt immerhin Karten mit bis zu 16 GB. Für diejenigen, die das Handy als MP3-Player nutzen wollen, ist das durchaus ausreichend. Relativ bescheiden ist aber vor allem die Kamera-Leistung: Die 3,2-Megapixel-Knipse liefert gerade soviel Qualität, dass die Schnappschüsse noch auf Facebook gezeigt werden können. Bei Innenaufnahmen sind die Ergebnisse meist verschwommen und weisen einen aggressiven Blaustich auf. Videoaufnahmen sind nur in QVGA-Auflösung möglich.

Ansonsten ist das Smartphone mit UKW-Radio, Sprachsuche, allen wichtigen Organizer-Funktionen sowie einem umfangreichen E-Mail-Management gut für den Alltagseinsatz gerüstet. Schön ist zudem, dass es sich als Hotspot nutzen lässt.

Auf der zweiten Seite unseres Testberichts erfahren Sie Näheres zu Sprach- und Empfangsqualität des Trekstor Smartphone.

Fast schon anachronistisch - aber preiswert

Nach einer Bootzeit von rund 30 Sekunden ist das Trekstor Smartphone nach dem Einschalten einsatzbereit. Verbaut wurde ein Qualcomm MSM7225-1-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 528 MHz – damit kann man heutzutage niemanden mehr beeindrucken, wobei auch hier auf den vergleichsweise niedrigen Preis des Geräts verwiesen sei. Dementsprechend träge geht es auch beim Trekstor Smartphone mitunter zu, denn ein flinker Wechsel von Programmen fällt dem Gerät nicht leicht. Auch beim Scrollen durch lange Listen per Fingerwisch bleibt man schnell aus Versehen bei einem Menüpunkt buchstäblich hängen. Das Surfen im Internet macht ebenfalls nur mässig Laune. Das liegt zum einen an der geringen Bildschirmgrösse, zum anderen am ruckligen Scrolling. Das bequeme Zoomen per Fingerspreizen (Multitouch) ist nicht möglich.

Regelrecht nostalgische Gefühle kommen bei Texteingaben auf, denn der gute alte Stylus leistet hier tatsächlich einen grossen Dienst. Für Fingereingaben ist die digitale Volltastatur zu klein geraten lässt somit nur Eingaben im Schneckentempo zu. Wünschenswert wäre auch ein Annäherungssensor beim Telefonieren. Während der Testphase passierte es sogar, dass der Bildschirm trotz eines Tastendrucks rigoros schwarz blieb, so dass man keinerlei Zugriff auf Optionen wie etwa den Freisprecher hat.

Schwachpunkt Empfangsleistung des Trekstor Smartphone

Der Akku sorgt bei einem normalen Telefonierverhalten für eine ordentliche Rufbereitschaft von rund vier Tagen, wobei das Trekstor Smartphone aber recht sensibel auf Mehrbelastung in Form von Internet-Ausflügen reagiert. Mit anderen Worten: Das Netzteil sollte bei einem Ausflug über das Wochenende besser dabei sein. Wer mit dem Smartphone telefoniert, muss mit einer mittelprächtigen Sprachqualität leben. In der Regel werden Nebengeräusche zwar gut eliminiert, doch der Sprachausgabe des Trekstor Smartphone mangelt es an Natürlichkeit.

Weiterer Schwachpunkt des Trekstor Smartphone ist die Empfangsleistung: Man muss nicht ins Messlabor gehen, um festzustellen, dass diese Kategorie nicht gerade die Stärke des Smartphones ist. Mitunter traten im Test selbst in Orten mit stabiler Netzversorgung gravierende Störungen bei der Sprachübertragung auf.

Befriedigende Software-Ausstattung, schwache Hardware

Sicherlich darf man mit einem Smartphone, das ohne Vertrag nur etwa 200 Franken kostet, nicht allzu hart in Gericht gehen, zumal es mit ein paar zusätzlichen Investitionen und Software-Updates einen durchaus beachtlichen Ausstattungsumfang bietet. Für den schmalen Euro müssen Nutzer aber Multimedia-Einschränkungen in Kauf nehmen, sich wieder mit einem Eingabestift anfreunden und einen schwachen Empfang akzeptieren. Eine mögliche Alternative zum Trekstor Smartphone ist das von uns zuvor getestete Samsung Galaxy 550 mit einem kapazitiven Touchscreen für Fingereingaben, grösserer Speicherkapazität und besserer Sprachqualität. Das Samsung Galaxy 550 kostet zurzeit im Online-Handel ab 190 Franken ohne Vertrag.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis: (CH-Notensystem 1-6)
Technische Ausstattung: 5
Bedienung, Handling, Software: 4
Hardware, Verarbeitung, Material: 4
Basis-Feature des Telefons: 3
Subjektiver Eindruck: 4
Gesamtnote: 4

(Ulf Schneider/teltarif.ch)

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