Toyota und BMW sind am effizientesten
publiziert: Freitag, 30. Okt 2009 / 07:54 Uhr / aktualisiert: Freitag, 30. Okt 2009 / 08:16 Uhr

Berlin/Marseille - Die Automobilbranche ist angesichts der Finanz-, Energie- und Klimakrise gezwungen, sparsam mit ihren Ressourcen umzugehen.

BMW platzierte sich auf den dritten Rang der Studie.
BMW platzierte sich auf den dritten Rang der Studie.
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Wie das den einzelnen Herstellern gelingt, zeigt die von der BMW Group in Auftrag gegebene Studie «Sustainable Value in der Automobilproduktion», die Forscher am Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung IZT gemeinsam mit irischen und französischen Kollegen erstellt haben.

Toyota, BMW und Daimler heissen die Bestplatzierten in dieser Hinsicht, während andere Autobauer Europas und besonders der USA weit abgeschlagen sind.

17 der weltweit grössten Hersteller erfasst

In Anlehnung am Modell der Opportunitätskosten bewerteten die Wissenschaftler Angaben zum Einsatz von finanziellen, ökologischen und sozialen Ressourcen zwischen 1999 und 2007 und drückten diese als monetäre Grösse aus.

Berücksichtigt wurden Kapitaleinsatz, Wasserverbrauch, Gesamtabfallmenge, Emissionen von Kohlendioxid, Stickstoffoxiden, Schwefeloxiden und von flüchtigen organischen Verbindungen. Darüber hinaus gab auch die Anzahl der Arbeitsplätze oder der Arbeitsunfälle Ausschlag.

17 der 20 weltweit grössten Hersteller oder vier Fünftel der weltweiten Automobilproduktion konnten so im Ranking berücksichtigt werden. Die Daten entstammen den Nachhaltigkeits- und Umweltberichten der Unternehmen selbst.

Toyota und BMW liegen gleichauf

Die Ergebnisse werden in Euro ausgeführt und zeigen die Effizienz der Hersteller im Vergleich zur Branche. Angeführt wird die Liste von Toyota, der im Jahr 2007 um 5,26 Mrd. Euro mehr Gewinn erzielte als die Branche mit den gleichen Ressourcen im Durchschnitt erwirtschaftet hätte. Es folgt die Daimler AG, die seit der Trennung von Chrysler auf 3,92 Mrd. Euro zulegen konnte, sowie BMW mit 2,82 Mrd. Euro.

«Im Vergleich der drei Spitzenreiter muss man allerdings bedenken, dass Daimler und Toyota wesentlich grösser sind als BMW», erklärt Studienautor Tobias Hahn von der Euromed Management School Marseille. Der Unternehmensgrösse werde man gerecht, wenn die Ergebnisse ins Verhältnis zum Umsatz gesetzt werden.

Dabei zeige sich etwa im Jahr 2007, dass BMW mit fünf Cent Gewinn pro Euro Umsatz und Toyota mit 4,9 Cent praktisch gleichauf liegen. «Diese Marken haben früh mit Massnahmen begonnen, die nicht nur auf die Kapital- sondern auch auf die Ökoeffizienz abzielen», so der Experte.

Magere Jahre und vernachlässigte Ökologie

In der weiteren Reihung dominieren asiatische Hersteller, während weitere europäische Anbieter im Mittelfeld angesiedelt sind. Schlusslicht des Rankings bildet der US-Riese General Motors, was Hahn als Folge von dessen wirtschaftlicher Situation erklärt.

«Die US-Hersteller oder auch Fiat haben schlimme Jahre mit wenig Gewinn hinter sich, andererseits ist auch ihre Umweltperformance schlecht. Letzteres betrifft auch Frankreichs Autobauer, die zum Beispiel noch immer erheblich mehr leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe in der Lackierung ausstossen als die Vorreiter der Branche», so der Marseiller Forscher.

Relevant seien die Ergebnisse der Studie in erster Linie für die Hersteller. «Man kann zeigen, was die verschiedenen Anbieter aus denselben Ressourcen herausholen und wie viel Effizienzbemühungen wert sind. BMW setzt dieses Wissen etwa zur strategischen Zielfindung ein», so Hahn. Eher eine Transparenzfrage sei die Studie für Konsumenten, die sich über Ressourcennutzung und -verschwendung der Produzenten ihrer Autos erkundigen können.

Zu wenig CO2-Reduktion

Nachdem dies nach 2005 bereits die zweite derartige Studie ist, sind auch Rückschlüsse auf die Gesamtentwicklung möglich. «Die CO2-Reduktion hat sich in der Autoproduktion insgesamt weit nicht so verbessert wie man gehofft hat. Auch die Qualität der Berichte über Umwelt- und Sozialdaten ist nach wie vor durchwachsen. Das hängt auch damit zusammen, dass sie von den Nutzern zu wenig nachgefragt werden», betont Hahn.

(tri/sda)

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