Test: Windows 7 auf dem Netbook

publiziert: Donnerstag, 22. Okt 2009 / 14:18 Uhr

In wenigen Stunden ist es soweit: Das lang ersehnte Windows 7 kommt morgen in den freien Handel. Microsoft-Technet-Abonnenten und Studenten, deren Universität am MSDNAA-Lizenzprogramm des Softwareriesen teilnehmen, hatten schon seit geraumer Zeit das Privileg, die finale Version von Windows 7 vor der offiziellen Markteinführung nutzen zu können.

Microsoft hat den Ressourcenhunger von Windows im Zaum gehalten.
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Auch teltarif.de hat einen ersten Blick auf die finale Version von Windows 7 geworfen und das Betriebssystem auf einem Standard-Netbook getestet. Für unseren Kurztest kamen Windows 7 Professional (32-Bit-Version) und ein Medion Akoya Mini E1212 zum Einsatz.

Das Netbook verfügt über eine 160 GB grosse Festplatte und 1 GB Arbeitsspeicher. Der integrierte Atom-Prozessor N270 von Intel ist vergleichsweise schwach und besitzt eine Taktrate von 1,6 GHz.

Installation ohne USB-Stick oder optisches Laufwerk

Um Windows XP weiterhin nutzen zu können, legten wir vor Installationsbeginn eine neue Partition mit dem Freeware-Tool Easeus Partition Master an.

Für das anschliessende Setup auf dem Netbook war weder ein optisches Laufwerk noch ein USB-Stick notwendig. Es reichte aus, die Installationsdatei im ISO-Format mit dem kostenlosen Programm 7-Zip zu extrahieren. Die Setup.exe führten wir anschliessend von der Festplatte unter Windows XP aus.

Die Installationsdialoge beschränkten sich auf das Gewohnte: Auswählen der Zielpartition, die Eingabe des Lizenzschlüssels sowie das Bestätigen der Zeitzone. Inklusive mehrmaligem Neustarten des Rechners beanspruchte das Setup ungefähr 36 Minuten. Das ist recht flott.

Das Hochfahren dauert hingegen mit 58 Sekunden vergleichsweise lang. Windows XP braucht auf dem gleichen Gerät nur 44 Sekunden dazu.

Gute Hardwareunterstützung

In unserem Beta-Test Anfang Januar bemängelten wir, dass nicht alle Hardwarekomponeten korrekt erkannt wurden. In vielen Fällen mussten wir in die Trickkiste greifen und die Geräte entweder mit Vista- oder XP-Treibern zum Laufen bringen. Dank eines grösseren Treiberpaktes sollte dieses Problem in der finalen Version weitestgehend behoben sein.

Tatsächlich wurden in unserem Fall beim ersten Systemstart nach der Installation alle Geräte bis auf die LAN-Schnittstelle ordnungsgemäss erkannt. Mit dem ersten Windows-Update wurde erfreulicher Weise auch der entsprechende LAN-Treiber nachgeliefert und installiert.

Feintuning für mehr Stabilität und Sicherheit

Nach dem Hochfahren präsentiert sich Windows 7 in neuer Frische. Zwar wurden bei der Optik und Bedienung deutliche Anleihen beim Vorgänger Vista gemacht, aber auch einige Neuerungen vorgenommen. Besonders auffällig ist dabei die neukonzipierte Taskleiste, die sich «Superbar» nennt. Aktive Programme werden dort nur noch als umrahmte Icons angezeigt. Führt man dort die Maus über ein Icon, erscheint ein kleines Fenster, dass eine Vorschau der laufenden Anwendung zeigt.

Benutzer des Internet Explorers können sich auf diese Weise auch die Vorschau mehrer Tabs anzeigen lassen. Der Firefox wird dieses Feature voraussichtlich ab der Version 3.6 auch unterstützen. Die aus Vista bekannte Aero-Benutzeroberfläche wurde ausserdem überarbeitet und mit neuen Funktionen zum komfortablen Wechsel zwischen aktiven Fenstern versehen.

Wer den Release Candidat bereits genutzt hat, wird hinsichtlich der Optik und des Funktionsumfang zur finalen Version von Windows keine Unterschiede feststellen können. «Es wurden nur letzte kleine Fehler behoben», so Microsoft Deutschland gegenüber teltarif.de. Auf diese Weise solle noch mehr Stabilität und Sicherheit gewährleistet werden.

Die Performance von Windows 7 kann sich im Unterschied zu Vista sehen lassen. Das Betriebssysten läuft auf dem Netbook trotz leistungsschwacher Hardware äusserst flüssig. Selbst das Ausführen von mehren Programmen gleichzeitig klappte im Test problemlos. Ausserdem kamen wir mit dem Netbook auch in den Genuss der Aero-Effekte. Ein Vergleich der Benchmarkwerte von Windows 7 und XP, die wir auf dem Akoya Mini ermittelten, zeigt allerdings, dass der Leistungsgewinn von Windows 7 gegenüber XP nur minimal ist.

Fazit: Stabiles Betriebssystem mit Coolness-Faktor

Nach dem Vista-Desaster ist es Microsoft endlich wieder gelungen, ein ausgereiftes und durchdachtes Betriebssystem auf den Markt zu bringen. Den Ressourcenhunger von Windows haben die Redmonder zur Freude der User im Zaum halten können. Und zugegeben: Windows 7 hat im Vergleich zu Vista und XP einen gewissen Coolness-Faktor, der das Betriebssystem noch attraktiver macht.

(Jan Sommerfeld/teltarif.ch)

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