Tele2 plant eigenes Handynetz in Zürich

publiziert: Montag, 15. Mrz 2004 / 21:43 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 16. Mrz 2004 / 02:29 Uhr

Tele2 will als vierter Mobilfunk-Netzbetreiber nach Swisscom Mobile, sunrise und Orange an den Start gehen. Nachdem das skandinavische Unternehmen hierfür im Dezember letzten Jahres die erforderliche Konzession erhielt, konkretisieren sich nun die Planungen für den Netzstart.

Tele2 plant nur im Grossraum Zürich ein eigenes Netz.
Tele2 plant nur im Grossraum Zürich ein eigenes Netz.
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In rund einem Jahr soll es soweit sein. Dabei plant der Neueinsteiger allerdings nur im Grossraum Zürich ein eigenes Netz. Für eine landesweite Versorgung der Schweiz erhofft sich das Unternehmen eine Kooperation mit einem der drei etablierten Netzbetreiber.

Genaue Angaben über das geplante eigene Netz von Tele2 gibt es noch nicht. Branchengerüchten zufolge will die Firma rund 80 Basisstationen errichten und damit die Stadt Zürich und angrenzende Orte abdecken.

Das Ziel, gänzlich auf Roaming mit einem der etablierten Anbieter zu setzen, ging nicht auf: Keines der drei bestehenden Unternehmen wollte einen entsprechenden Vertrag mit Tele2 abschliessen. Daher und weil die Planungen für ein eigenes - wenn auch nur lokales - Netz einige Zeit in Anspruch nehmen, kann Tele2 den ursprünglich angepeilten Starttermin noch in diesem Jahr nicht einhalten.

Nationales Roaming-Abkommen

Noch unklar ist, welche Strategie Tele2 verfolgt, falls sich weiterhin kein Kooperationspartner findet, über den sich ein flächendeckender Service für die ganze Schweiz realisieren lässt. Denkbar ist, dass ein ähnlicher Weg wie in Österreich eingeschlagen wird, wo Tele2 zwar als virtueller Netzbetreiber ein nationales Roaming-Abkommen mit One für die Telefonie innerhalb Österreichs hat, sich aber für das Ausland einen Kooperationspartner in Skandinavien gesucht hat.

Ähnlich wie o2 in Deutschland, das seine Kunden ausserhalb des eigenen Netzes anfangs über die schweizerische Telefongesellschaft Swisscom telefonieren liess, verfügen auch die österreichischen Tele2-SIM-Karten über eine zweite PIN, mit der sich Tele2-Kunden als Teilnehmer des schwedischen TeliaSonera-Netzes ausgeben und über diesen Umweg auch im Ausland telefonieren können. Ein solcher Trick könnte gegebenenfalls auch in der Schweiz angewendet werden, um die Netzabdeckung über die Reichweite der eigenen Antennen hinaus zu erweitern.

Zwei Tarife

Nach heutigen Planungen plant Tele2 zwei Tarife. Ein nationales Angebot soll etwa zehn Prozent günstiger als die heutigen Tarife der Konkurrenz sein. Daneben ist auch ein lokaler Tarif geplant, mit dem man nur im eigenen Netz im Raum Zürich telefonieren kann. Hier sollen die Minutenpreise sogar auf Festnetzniveau liegen.

Tele2 wird die Vorwahl 077 bekommen und hofft, längerfristig einen Marktanteil von 15 Prozent auf dem schweizerischen Mobilfunkmarkt zu erreichen. Ein ehrgeiziges Ziel, das aber durchaus realistisch ist, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen schon heute die Nummer drei im heimischen Festnetzmarkt ist und naturgemäss vor allem auch seine Festnetzkunden für den mobilen Service umwerben wird.

(bert/teltarif.ch)

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