Taiwan forciert Verbrechensbekämpfung mit App

publiziert: Montag, 27. Feb 2012 / 18:06 Uhr
Crimepush: Verbrechen melden leicht gemacht.
Crimepush: Verbrechen melden leicht gemacht.

Taipeh/Wien - Die taiwanesische Polizei will eine App entwickeln lassen, mit der die Bürger die Möglichkeit haben, über ihre Smartphones Verbrechen direkt zu melden.

Zur zusätzlichen Vereinfachung nutzt das Programm GPS-Informationen, um den Ort eines solchen möglichen Verbrechens automatisch weiterzuleiten. Wie die Now News berichtet, ist die App bis Ende Juli betriebsbereit.

Für Hör- und Sprechbehinderte

Laut Polizeibehörden-Direktor Wang Cho-Chiun dient die App zur Ergänzung des telefonischen Notrufsystems 110. Sie wird eine Gesichtserkennung beinhalten sowie die von Zeugen aufgezeichneten Videos und Fotos mit einer Verbrecherkartei versehen, um die Ermittlungen zu intensivieren. Zudem kommt die App besonders Hör- und Sprechbehinderten zugute.

«Eine solche App wäre auch in Österreich willkommen», so Roman Hahslinger, Sprecher der Bundespolizeidirektion Wien, gegenüber pressetext. «Wir befürworten jede Initiative, die als zusätzliches Mittel zur Fahndung dient oder beim Ermitteln von strafbaren Handlungen hilft.»

«CrimePush» hilft 10.000 Nutzern

Die taiwanische Polizei ist jedoch nicht die erste, die eine Verbrechen bekämpfende App in Auftrag gegeben hat. So hat sich in Washington D.C. bereits die App «CrimePush» testen lassen. Diese setzt ebenso keinen Anruf voraus und sendet Texte, Fotos, Sprachaufnahmen sowie Videos direkt an die Polizei.

«9-1-1 ist grossartig, aber wir leben im 21. Jahrhundert», so CrimePush-Entwickler Shy Pahlevani. «100 Mio. Menschen besitzen Smartphones, also macht es bloss Sinn, eine solche Applikation zur Verfügung zu haben. Sie dient als Beschützer, wenn man durch eine finstere Nachbarschaft spaziert.» Bereits 10.000 Nutzer haben die App heruntergeladen.

 

 

(fest/pte)

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