Swisscom sucht neue Wachstumsfelder

publiziert: Donnerstag, 27. Jul 2006 / 07:58 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 27. Jul 2006 / 21:30 Uhr

Die Swisscom sieht sich weiter nach kleineren Übernahmekandidaten um.

Carsten Schloter verfolgt eine Strategie der kleinen Schritte.
Carsten Schloter verfolgt eine Strategie der kleinen Schritte.
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Nach einer Reihe kleinerer Zukäufe prüft das Unternehmen zurzeit 20 bis 25 weitere Übernahmeziele im zweistelligen oder ganz selten dreistelligen Millionenbereich, ausserdem versucht es, im Ausland weiter aktiv zu werden.

«Im Breitbandbereich laufen in Osteuropa zwei bis drei interessante Projekte, die uns eine gute Positionierung in Wachstumsmärkten erlauben», sagte CEO Carsten Schloter im Interview mit dem Wirtschaftsblatt Finanz und Wirtschaft. Er möchte jedoch vermeiden, dass «mögliche Zukäufe im Vorfeld monatelang in der Presse breitgeschlagen werden».

Mit kleineren Übernahmen will die Swisscom laut dem CEO die Wertschöpfungskette verbreitern, um aus dem reinen Sprach- und Datentransportgeschäft herauszuwachsen. Die bereits im März von Schloter vorgestellte neue «Strategie der kleinen Schritte» beinhaltet zusätzlich eine Optimierung des Kerngeschäfts vor sowie eine engere Zusammenarbeit der einzelnen Konzerneinheiten. Dadurch will das Unternehmen mit einem besseren Angebot aufwarten und eigene Kosten weiter senken. «Das Konzept wurde dem Kader im Juni präsentiert und wird jetzt umgesetzt», so Schloter weiter.

BluewinTV soll dieses Jahr starten

«Ein Telecomunternehmen steht heute, morgen und übermorgen in der Verpflichtung, in die Steigerung der Bandbreiten von Netzen zu investieren. Egal, ob es zusätzliche Dienstleistungen wie Internet-Fernsehen selbst anbietet oder anderen überlässt», sagte Schloter im Interview. Noch in diesem Jahr will die Swisscom mit BluewinTV in den Fernsehmarkt vordringen. Grund für die Verzögerung des Starttermins seien Probleme mit der Qualität von Ton und Bild. Eine neue Generation von Empfangsgeräten würde zurzeit getestet.

Im herkömmlichen Sprach- und Datentransportgeschäft rechnet Schloter mit einer weiteren Erosion von Umsatz und Preisen. «Die Margen werden dünner, sind aber noch immer vernünftig. Um das zu kompensieren, erschliesst Swisscom neue Wachstumsmärkte», wird der Konzernchef von der Zeitung zitiert. Leistungen, die innerhalb der letzten dreissig Monate lanciert wurden, steuerten 2005 rund acht bis zehn Prozent zum Gesamtumsatz bei.

«Das ist ein gesundes Verhältnis. Nochmals ein Produkt wie das Sprachgeschäft, das heute noch rund 6 Milliarden Franken Jahresumsatz erwirtschaftet, können wir aber nicht auf den Markt bringen», so Schloter weiter. «Die Kundenbedürfnisse werden immer differenzierter und wir sind froh, mit neuen Produkten 40 bis 200 Millionen Franken Umsatz erwirtschaften zu können.»

(Björn Brodersen/teltarif.ch)

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