Swisscom-Chef für schnelle Privatisierung

publiziert: Freitag, 28. Apr 2006 / 07:37 Uhr

Swisscom-Chef Carsten Schloter drängt auf eine zügige Privatisierung des ehemaligen Monopolisten.

Schloter befürwortet eine schnelle Privatisierung, weil das Unternehmen so unabhängiger agieren könnte.
Schloter befürwortet eine schnelle Privatisierung, weil das Unternehmen so unabhängiger agieren könnte.
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«Je schneller es passiert, desto besser», sagte Schloter in einem Interview der Financial Times Deutschland (FTD). Die Empfehlung einer Parlamentskommission, das Unternehmen nicht zu privatisieren, wird seiner Ansicht nach jedoch zu einer Verzögerung des Prozesses führen.

Erst kürzlich hatte Schloter vor einem «riesigen Imageschaden» durch die bestehenden Unklarheiten bei der Privatisierungsfrage gewarnt. Er sorge sich dabei nicht nur um die traditionelle Verbundenheit der Kunden mit der Swisscom, sondern auch um Swisscom-Angestellte und Investoren.

Schloter befürwortet eine schnelle Privatisierung, weil das Unternehmen so unabhängiger agieren und beispielsweise andere Firmen im Ausland akquirieren könnte. Zurzeit hat die Regierung - der Bund hält mehr als 60 Prozent der Anteile an dem Konzern - der Swisscom die Übernahme ausländischer Telefonfirmen mit Grundversorgungsauftrag verboten, an dem Veto scheiterte zuletzt der von Schloter-Vorgänger Jens Alder ins Auge gefasste Kauf der irischen Eircom.

Schloter sagte weiter, das Verbot, mit dem sich zurzeit der Nationalrat befasst, sei für Swisscom zurzeit kein gravierendes strategisches Problem. «Erst wenn sich die Marktsituation ändert, kann sich das als Einschränkung erweisen», zitiert ihn die FTD. Schon jetzt könne das Unternehmen kleinere Akquisitionen vornehmen und dafür insgesamt fünf bis sechs Milliarden Franken investieren. Der Swisscom-Chef hält im Zuge der fortschreitenden Konvergenz von Handy und Festnetz eine weitere Konsolidierungswelle auf dem europäischen Telekommarkt für möglich.

Swisscom will Senderechte an nationalen Sportereignissen erwerben

Für das eigene Unternehmen hält Schloter unter anderem Zukäufe im wachstumsträchtigen Bereich der Breitband-Anschlüsse in Osteuropa für interessant. Generell tendiere man zu Akquisitionen, die zu den Kernkompetenzen der Swisscom passen.

Auf dem Schweizer Markt will Schloter nach eigenen Angaben eine bessere Integration der Konzernsparten erreichen. Eine Verschmelzung von Festnetz- und Mobilfunkbereich werde es aber wohl nicht geben. «Der Zweck kann ja nur sein, bessere Produkte zu machen und Kosten zu reduzieren. Das kann man auch ohne eine umfassende Reorganisation machen», so Schloter zur FTD.

Zudem werde die Swisscom in Zukunft auf eine deutlich stärkere Verknüpfung von Mobilfunk, Festnetz und Internet setzen. Schloter bestätigte in diesem Zusammenhang den Starttermin für das geplante IPTV-Angebot für das zweite Halbjahr. Die Swisscom prüfe dabei auch den möglichen Erwerb exklusiver Rechte an nationalen Sportereignissen.

(Björn Brodersen/teltarif.ch)

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