Standortbestimmung per Kamerahandy

publiziert: Dienstag, 13. Apr 2004 / 07:53 Uhr

In einer fremden Stadt unterwegs und hoffnungslos verlaufen? Kein Problem, wenn Sie ein Kamerahandy dabei haben. Sie fotografieren einfach ein markantes Gebäude und senden das Foto sowie das gewünschte Ziel per Bildmitteilung (MMS) an einen speziellen Server.

Die Bilder werden mit einer Datenbank mit 3-D-Stadtbildern abgeglichen.
Die Bilder werden mit einer Datenbank mit 3-D-Stadtbildern abgeglichen.
Dort ermittelt eine spezielle Software anhand des Fotos den genauen Standort und sendet die erforderlichen Orientierungshilfen umgehend zurück aufs Handy.

So stellen sich jedenfalls Robert Cipolla und Duncan Robertson von der Universität Cambridge zukünftige Hilfestellungen von Fotohandys vor. Nach Angaben des Wissenschaftsmagazins News Scientist haben die beiden britischen Forscher eine Datenbank entwickelt, die eine dreidimensionale Darstellung realer Stadtbilder umfasst. Damit sei sie in der Lage, den Standort des Fotografen auf den Meter genau zu bestimmen, schreibt das Magazin in seiner Onlineausgabe.

Ortung in der Stadt mit Handy genauer

Bisherige Standortbestimmungsmethoden seien weitaus ungenauer. Satellitennavigationssysteme beispielsweise seien zwar auf wenige Meter exakt, funktionierten jedoch in engen Häuserschluchten häufig nicht. Die Ortung anhand der Funksignale von Handys dagegen erreiche in der Stadt nur Genauigkeiten von 50 bis 100 Metern.

Wird ein Foto eines Hilfesuchenden an den entsprechenden Server geschickt, wertet dort eine Bilderkennungssoftware gegen eine Gebühr das Bild aus, wo sich der Kunde befindet. Die Software von Cipolla und Robertson registriere sogar die Blickrichtung des Wegsuchenden, sodass direkte Anweisungen wie etwa "Drehen Sie sich bitte nach links und gehen Sie los" möglich sein werden. Als grober Anhaltspunkt diene dabei die Basisstation, von der das Handysignal gesendet wurde.

Wenig Anhaltspunkte gibt es dagegen zurzeit darüber, ob und wie der neue Dienst auf den Markt kommen wird. Momentan arbeiten Cipolla und Robertson an einem Prototypen, der alle Gebäude im Stadtzentrum von Cambridge abdecken soll.

(Björn Brodersen/teltarif.ch)

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