Spaniens Mobilfunk-Kunden streiken

publiziert: Sonntag, 4. Mrz 2007 / 09:27 Uhr

Dass gut gemeint nicht immer auch gut gemacht ist, kann man gerade bei Regulierungsversuchen im Mobilfunkbereich immer wieder beobachten. Prominentes Beispiel ist dabei der erbitterte Streit um die Roaming-Preise.

Die Mobilfunkanbieter erhöhten das einmalige Verbindungsentgeld um 25 Prozent.
Die Mobilfunkanbieter erhöhten das einmalige Verbindungsentgeld um 25 Prozent.
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www.boicot.biz

Dabei ist insgesamt wünschenswert, dass diese sinken, darin sind sich Handy-Kunden und EU-Kommission durchaus einig, die Mobilfunkanbieter sehen das naturgemäss ein wenig anders. Doch ob die Vorschläge der EU-Kommission am Ende wirklich zu günstigeren Preisen für die Endverbraucher führen werden, ist nicht absehbar. Einige der Vorschläge der EU-Kommission lassen eher das Gegenteil befürchten.

Ähnliches ist auch in Spanien passiert. Die spanische Regierung beschloss am 21. Dezember ein «Gesetz zur Verbesserung des Konsumentenschutzes». Dieses war sicherlich anders gemeint, als es nun gekommen ist. Mit dem Gesetz wurde nämlich das für die Anbieter lukrative Aufrunden bei der ersten Gesprächsminute verboten. Seit dem 1. März dürfen die spanischen Mobilfunkanbieter nur noch im Sekundentakt abrechnen. Der grösste Anbieter im spanischen Markt, Telefonica Moviles (Movistar) rechnete bisher gar im 30-Sekunden-Takt ab.

Boykott-Tag

Doch statt einfach bei gleichen Preisen auf den ungeliebten neuen Takt umzustellen, haben die spanischen Mobilfunker auf ihre Weise reagiert und die Tarife angehoben. Das einmalige Verbindungsentgelt, das für die Herstellung der Verbindung berechnet wird, stieg um bis zu 25 Prozent, die Minutenpreise sollen um bis zu 20 Prozent teurer geworden sein. Verbraucherschützer sehen darin eine abgesprochene Aktion, die gegen das Kartellrecht verstosse. Nach ihren Einschätzungen wird der Ausfall durch den neuen Abrechnungstakt mit den Preiserhöhungen sogar überkompensiert.

Daher hat sich Protest gegen die gleichzeitigen Preiserhöhungen der Anbieter formiert: Am 1. März war Boykott-Tag. Die Spanier waren aufgerufen, ihre Handys auszuschalten oder nur im Notfall zu benutzen. In entsprechenden Foren hiess es, dass man nicht zulassen wolle, dass die drei grossen Anbieter (Movistar, Orange und Vodafone) gemeinsam ein neues Gesetz aushebeln würden, das erst auf Druck der Konsumenten hin erlassen worden sei.

(Marie-Anne Winter/teltarif.ch)

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