Betriebssystem hat langfristig Chancen

Smartphone-Herausforderer: Tizen 2.0 ist da

publiziert: Mittwoch, 20. Feb 2013 / 09:56 Uhr
Samsung setzt in Zukunt womutlich auf Tizen. (Archivbild)
Samsung setzt in Zukunt womutlich auf Tizen. (Archivbild)

San Francisco/Frankfurt - Das quelloffene mobile Betriebssystem Tizen ist jetzt in Version 2.0 «Magnolia» verfügbar. Die Plattform bietet Entwicklern damit viele Verbesserungen beispielsweise im Bereich HTML5-Programmierschnittstellen und neue Features wie Bluetooth- sowie NFC-Unterstützung.

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«Tizen 2.0 ist ein solides Stück Software, aber nichts Weltbewegendes», meint Wafa Moussavi-Amin, Geschäftsführer bei IDC Central Europe, im Gespräch mit pressetext. Zwar fehlen noch grosse Alleinstellungsmerkmale, eine gute Basis für die Zukunft ist aber gelegt.

Das ist wichtig, da die treibenden Kräfte hinter Tizen insbesondere Intel und Samsung sind. Der südkoreanische Smartphone-Hersteller hat im Januar bereits bestätigt, dass er noch dieses Jahr erste Geräte mit der Plattform veröffentlichen will. Einem Bericht der Korea Times in der Vorwoche zufolge könnte auf Dauer ein ganzes Ökosystem geplant sein, das mit Apples iOS und App Store konkurrieren soll. «Samsungs Erfolg basiert im Moment komplett auf Android», betont Moussavi-Amin. Von diesem Standbein dürfte sich der Konzern nicht so schnell verabschieden.

Neuer, alter Hoffnungsträger

Aktuell dominieren Android und iOS den Smartphone-Markt, nach aktuellen IDC-Zahlen hatten die Platzhirsche im vierten Quartal 2012 zusammen mehr als 91 Prozent Marktanteil. «Es ist aber zu früh zu sagen, der Zug für neue Systeme ist abgefahren», sagt Moussavi-Amin. Zwar betont er, dass Tizen 2.0 keinen USP bietet, der es zum Must-have macht, doch hat die Plattform mittlerweile alle wichtigen Basisfeatures eines modernen mobilen Betriebssystems. Mit der NFC-Unterstützung gibt es sogar ein Detail, wo Tizen aktuell iOS voraus ist, da sich Apple noch nicht für die Kontaklos-Technologie begeistern konnte.

Dass Samsung zumindest einen Versuch mit Tizen wagt, scheint also durchaus sinnvoll - trotz und gerade wegen seiner eigentlich langen Vorgeschichte. «Es ist ein etwas reiferes System, in das schon viel Arbeit gesteckt wurde», erklärt der IDC-Analyst. Denn die das Projekt mit vorantreibende Tizen Association ist aus der ehemaligen LiMo Foundation hervorgegangen, die seit Jahren mobiles Linux propagiert hat. Zudem bringt Intel Wissen aus seinem früheren Engagement bei MeeGo ein - jener Plattform, auf die Nokia vor dem Schwenk zu Windows Phone setzen wollte.

Kein schneller Umbruch

Laut Korea Times soll Samsung kommende Woche auf dem Mobile World Congress (MWC) hinter verschlosssenen Türen bereits ein Highend-Gerät mit Tizen zeigen. Das hält Moussavi-Amin zwar noch für unwahrscheinlich. «Ich gehe davon aus, dass Tizen auf dem MWC in irgend einer Form vorgestellt wird», meint aber auch der Analyst. Er ist der Ansicht, dass Samsung etwaige grosse Pläne für Tizen keinesfalls überstürzen wird - zu gross wäre das Risiko, sich zu schnell zu sehr von Android abzukapseln.

Langfristig - über einen Zeitraum von fünf bis sieben Jahren - sei aber nicht auszuschliessen, dass Samsung tatsächlich stark auf Tizen setzen wird. Allerdings ortet der IDC-Experte dabei potenzielle Probleme aufgrund der Quelloffenheit von Tizen. Ähnlich wie Android werde es ein Problem sein, die Sicherheit von Apps zu gewährleisten, was potenziell durch die noch grössere Freiheit eines Open-Source-Modells verschärft wird. «Es könnte praktisch so viele Shops wie Apps geben», so der Analyst. Ob Samsung auf die Dauer also wirklich ein komplettes Ökosystem um Tizen aufbauen kann und will, bleibt abzuwarten.

(tafi/sda)

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