Siemens und Nokia legen zusammen

publiziert: Montag, 19. Jun 2006 / 08:24 Uhr

New York - Der Siemens-Konzern will einen grossen Teil seiner kriselnden Telekommunikationssparte Com mit dem Bereich Netzwerk-Ausrüstung des Konkurrenten Nokia zusammenlegen.

Simon Beresford-Wylie soll das Gemeinschaftsunternehmen führen.
Simon Beresford-Wylie soll das Gemeinschaftsunternehmen führen.
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Branchenkreise bestätigten grundsätzlich einen entsprechenden Bericht des «Wall Street Journals».

Wie die Zeitung auf ihrer Internetseite berichtete, haben sich beide Seiten bereits auf das Geschäft im Wert von rund 25 Mrd. Euro (39 Mrd. Fr.) geeinigt.

Siemens und Nokia wollten ihre Sparten Netzwerk-Ausrüstung zusammenlegen. Die Technik liefert die Infrastruktur für den stetig wachsenden Telekommunikationsverkehr.

Die beiden Unternehmen sind in den vergangenen Jahren verstärkt unter Druck günstig produzierender asiatischer Wettbewerber geraten.

Nokia mit Mehrheit im Board

Die Gemeinschaftsfirma werde ihren Sitz in Finnland haben. Nokia solle eine Mehrheit im Board des Unternehmens erhalten, das je zur Hälfte den beiden Mutterkonzernen gehören soll, berichtete die Zeitung weiter.

Das Gemeinschaftsunternehmen solle von Nokia-Manager Simon Beresford- Wylie geführt werden.

Siemens werde eine geringere Rolle im Management spielen, schrieb die Zeitung. Ein Siemens-Sprecher in München wollte den Bericht nicht kommentieren.

Vorgabe bis zum nächsten Jahr erreichen

Siemens sucht bereits seit längerem eine Lösung für seine ertragsschwache Festnetzsparte. Bis zum nächsten Jahr sollen alle Geschäftsbereiche die ehrgeizigen Renditevorgaben des Konzerns erfüllen.

Die Kommunikationssparte Com ist davon meilenweit entfernt. Daher war mit radikalen Schritten gerechnet worden. Die verlustreiche Handy-Sparte hatte Siemens bereits an den taiwanesischen Konzern Benq abgegeben.

Siemens und Nokia gehören auf dem Weltmarkt für Mobilfunknetze neben Branchenführer Ericsson und dem US-Unternehmen Motorola zu den grössten Anbietern.

(rr/sda)

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