Siemens trennt sich von Handygeschäft

publiziert: Dienstag, 7. Jun 2005 / 14:15 Uhr

München - Der Siemens-Konzern trennt sich komplett von seiner verlustreichen Handysparte mit 6000 Beschäftigten.

Siemens wurde mit der Handysparte nicht glücklich. Bild: CX65.
Siemens wurde mit der Handysparte nicht glücklich. Bild: CX65.
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Der taiwanesische BenQ-Konzern übernimmt die Sparte und darf die Marke Siemens fünf Jahre lang nutzen. "Mit dieser Partnerschaft haben wir eine nachhaltige Perspektive für unser Mobiltelefongeschäft gefunden", sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld in München. In der Branche war spekuliert worden, dass Siemens über ein Gemeinschaftsunternehmen eine Zeit lang engagiert bleibt. Dies ist nun aber nicht der Fall.

Die Trennung kostet Siemens 350 Mio. Euro (rund Mio. 536 Franken) vor Steuern. Das Werk in Kamp-Lintfort mit mehr als 2000 Beschäftigten soll erhalten bleiben.

Darüber hinaus gibt BenQ aber keinerlei Garantien für die mehr als 3000 Arbeitsplätze in Deutschland. Die Kartellbehörden und eine BenQ-Hauptversammlung müssen dem Geschäft noch zustimmen.

Siemens Schweiz hat lediglich einen Handyvertrieb. Dort seien neun der 7200 Angestellten in der Schweiz beschäftigt, sagte Sprecher Benno Estermann. In den nächsten Tagen werde mit Siemens und BenQ über die Zukunft des Vertriebs in der Schweiz gesprochen.

Siemens hatte zuletzt mit den Handys täglich mehr als eine Million Euro Verlust gemacht. Der Weltmarktanteil brach dramatisch auf nur noch 5,5 Prozent ein. BenQ ist an der vor allem in Europa und Südamerika noch immer starken Marke Siemens interessiert. Dort sind die Asiaten bisher noch praktisch gar nicht aktiv.

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat waren gegen den Verkauf. "Ich sehe das sehr kritisch", sagte IG-Metall-Vize und Siemens-Verwaltungsrat Berthold Huber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Siemens katapultiert sich aus dem Handymarkt heraus." Noch im vergangenen Jahr habe der Konzern betont, wie wichtig es sei, in dem Wachstumsmarkt als Komplettanbieter vertreten zu sein.

Der Chipkonzern Infineon begrüsste als wichtiger Zulieferer den Verkauf der Siemens-Handysparte an BenQ. "Die Planungssicherheit ist nicht nur gut für Siemens, sondern auch für Infineon", sagte Konzernchef Wolfgang Ziebart.

(fest/sda)

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