Elektronikmesse
Scharfe Bilder, krumme Displays - CES zeigt TV der Zukunft
publiziert: Dienstag, 7. Jan 2014 / 14:29 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 7. Jan 2014 / 14:45 Uhr

Die Hersteller von Fernsehgeräten legen sich bei der Elektronikmesse CES in Las Vegas mächtig ins Zeug. Die Erzrivalen Samsung und LG liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei riesigen gebogenen Fernsehern mit besonders scharfen Bildern.

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Die beiden grössten Anbieter haben auf der Elektronik-Messe CES Prototypen neuer Flachbildfernseher vorgestellt, die auf Knopfdruck ihre Form verändern. Sie sind mal flach, wie man Fernseher heute kennt, und können auf Wunsch von Motoren gebogen werden - wie eine Leinwand im Kino. Einen Preis oder möglichen Termin für den Marktstart nennen allerdings beide Hersteller bisher nicht.

Die Flaggschiffe von Samsung und LG sind riesige Geräte mit Bildschirm-Diagonalen von 105 Zoll (knapp 267 cm). Durch die Krümmung solle ein räumlicher Effekt entstehen, erklären Manager. Ultra-HD bietet zudem mit vier Mal mehr Pixeln als bisherige HD-Fernseher gestochen scharfe Bilder.

Aber Inhalte in dieser Auflösung sind Mangelware - selbst Blu-ray-Discs sind auf das normale Full-HD-ausgelegt. Eine Lösung sollen Filme aus dem Netz bringen.

Filme aus dem Netz

So tauchte der Chef der Online-Videothek Netflix, Reed Hastings, auf der Messe sowohl bei LG und auch bei Sony auf. Bei dem japanischen Konzern äusserte er sich erstmals dazu, welche Internet-Geschwindigkeit denn nun notwendig sei, um Filme in Ultra-HD-Qualität online abrufen zu können.

Die Antwort fiel verblüffend niedrig aus: Schon 15 Megabit pro Sekunde könnten laut Hastings reichen - allerdings im Moment nur dank einer bei Sony umgesetzten Technologie zur Daten-Kompression. Eine Alternative sind zusätzliche Festplatten, auf die Filme in Ultra-HD geladen werden können.

Fernseher am Netz

Die dritte Säule der aktuellen Fernseher ist der Anschluss ans Internet. Die Smart-TVs - Fernseher, die ins Netz gehen und zum Beispiel Inhalte aus Online-Mediatheken abrufen können - sind inzwischen schon Standard. Ihre Bedienung wird aber oft als zu langsam und unbequem kritisiert.

Viele Konsumenten schliessen sie gar nicht erst ans Netz an. In Las Vegas präsentierten die Hersteller neue Geräte mit Internet-Anschluss mit Mobil-Betriebssystemen. Die Branche hofft, durch den Einsatz der auf Smartphones erprobten Software den Kunden eine bekannte Bedienung zu bieten.

So werden künftig viele Fernseher der Marken LG, Panasonic und Philips mit Smartphones und Tablets verwandt sein. Dabei setzt der chinesische Hersteller TPV, der Philips-Fernseher baut, auf das führende Smartphone-System Android. Panasonic verwendet das Firefox OS von Mozilla und LG belebt die im Smartphone-Markt gescheiterte Software WebOS wieder.

Während LG erst noch einen App-Store aufsetzen will, kann TPV bei den Philips-Geräten aus einem Überfluss von Anwendungen in Googles Android-Marktplatz schöpfen. Mit einem Vierkern-Chip soll auch eine grosse Auswahl von Spielen aus dem Play Store flüssig laufen.

Nachfrage nach Geräten gesunken

Die Elektronik-Hersteller sind schwer bemüht, den Kunden neue Fernseher schmackhaft zu machen. Zuletzt war die Nachfrage deutlich gesunken. Die Branche hatte lange davon profitiert, dass Röhrengeräte durch Flachbild-Fernseher ersetzt wurden.

Danach wurde die Bildqualität immer weiter verbessert. Nach Zahlen von Marktforschern läuft ein Fernseher im Schnitt achteinhalb Jahre. Chefanalyst Steve Koenig vom Messe-Veranstalter CEA sieht aber Licht am Ende des Tunnels: Viele Konsumenten warteten bereits auf die nächsten Runde technologischer Neuheiten.

In den Jahren 2015 bis 2017 würden viele ihre Flachbildfernseher ersetzen. Nachdem 3D-Fernseher sich nicht als der erhoffte Käufermagnet herausstellten, will die Branche sich keine Fehler mehr erlauben.

(bert/sda)

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