Revolutionäre Plasmarakete besteht Dauertest

publiziert: Sonntag, 17. Jun 2007 / 16:15 Uhr

Houston - Das US-Unternehmen Ad Astra Rocket hat bekannt gegeben, dass der Raketenantrieb auf Basis von Plasma erfolgreich getestet wurde.

Der Plasmaantrieb verkürzt die Reisezeit von Astronauten deutlich.
Der Plasmaantrieb verkürzt die Reisezeit von Astronauten deutlich.
1 Meldung im Zusammenhang
Der bisher nur als Prototyp verfügbare Antriebsmechanismus für Weltraumfahrzeuge mit dem Namen «Variable Specific Impulse Magnetoplasma Rocket» (VASIMR) bestand den Test mit einer Rekordzeit von vier Stunden Dauerleistung, berichtet der NewScientist.

Die Forscher hoffen, dass Raketen mit Plasmaantrieb günstiger zu betreiben sind, als mit konventionellem Antrieb. Zudem soll die Reisezeit - beispielsweise zum Mars - für Astronauten deutlich verkürzt werden.

Das Unternehmen wird vom ehemaligen NASA-Astronauten und Plasmaphysiker Franklin Chang-Diaz geleitet. Chang-Diaz arbeitet bereits seit den 70er-Jahren an dem Antrieb. Er hofft, mithilfe der Plasmaraketen kommerzielle Weltraumfahrzeuge in höhere Umlaufbahnen bringen zu können.

Zudem soll die neue Antriebsform bei Reisen zum Nachbarplaneten Mars zum Einsatz kommen und dabei die Reisezeit deutlich verkürzen. Statt der bisher sieben bis acht Monate dauernden Reise, wären Astronauten nur noch rund drei Monate unterwegs und damit auch kürzer der schädlichen, kosmischen Strahlung ausgesetzt.

Extrem heisses Gas

Plasma ist elektrisch geladenes Gas, das aus Atomen besteht, die einige ihrer Elektronen verloren haben. Das extrem heisse Gas kann aufgrund seiner Leitfähigkeit durch bestimmte Magnetfelder gebündelt und beschleunigt werden. Das beschleunigte Plasma wird in der letzten Antriebsstufe nach hinten ausgestossen und erzeugt somit Schub.

Konventionelle Raketen erzeugen in der Startphase für kurze Zeit sehr viel Antriebskraft. Der Rest der Reise muss mit der erreichten Geschwindigkeit antriebslos absolviert werden. Der Plasmaantrieb im Gegensatz beschleunigt kontinuierlich. Dadurch ist im Raumfahrzeug auch ein geringes Niveau an künstlicher Schwerkraft vorhanden. Als Rohstoff, aus dem das Plasma gewonnen wird, dient Wasserstoff, der unterwegs gesammelt werden kann.

In vorangegangenen Test, der im Dezember durchgeführt wurde, lief der Antrieb gerade einmal zwei Minuten. Der Versuch musste aufgrund von Überhitzung abgebrochen werden. Die Techniker waren somit in den vergangenen sechs Monaten hauptsächlich mit dem Design eines effizienten Kühlsystems beschäftigt. Der nächste Meilenstein für den Plasmaantrieb wurde nun für 2010 gesetzt. «Bis dahin wollen wir ein kleines Raumfahrzeug in den Orbit bringen», sagt Ronald Chang-Diaz, Executive Director von Ad Astra Rocket und Bruder des Astronauten.

(bert/pte)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Die frühen Entdecker, welche die ... mehr lesen
Diese Illustration zeigt den Aufbau von sicheren, zuverlässigen und erschwinglichen Mond- und Marsstrukturen, von Laboratorien und anderen Einrichtungen, die Regolith als Baumaterial verwenden.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Das Team testete die KI an zwei Flugsimulatoren: einer wurde von der KI gesteuert, der andere von einem Menschen - beide operierten im selben Luftraum.
Das Team testete die KI an zwei Flugsimulatoren: einer wurde von der ...
Ein Forscherteam der Carnegie Mellon University glaubt, den ersten KI-Piloten entwickelt zu haben, der es autonomen Flugzeugen ermöglicht, in einem überfüllten Luftraum zu navigieren. mehr lesen 
Die Papierbatterie besteht aus zwei in Reihe geschalteten elektrochemischen Zellen an den beiden Enden des Papierstreifens, die durch eine Wasserbarriere (zwischen den Buchstaben «m» und «p») getrennt sind.
Ein Empa-Forscherteam hat eine durch Wasser aktivierbare Einweg-Batterie aus Papier entwickelt. Damit liesse sich eine breite Palette ... mehr lesen  
Die Zementindustrie emittiert grosse Mengen von klimaschädlichem Kohlendioxid - doch alternative Bindemittel auf der Basis von Magnesiumcarbonat könnten ... mehr lesen  
Spannende Aufgabe: Empa-Expertin Barbara Lothenbach wird das Projekt leiten.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
Werden Menschen in den USA jetzt besser vor zielgerichteter Werbung geschützt?
DOSSIER Social Media Zielgerichtete Werbung in den USA unter Beschuss Politiker der Demokratischen Partei haben ...
 
News
Wer sich nicht so gut mit dem Messenger auskennt, der sollte grundsätzlich bei unbekannten Nummern vorsichtig sein.
Bei der Verwendung eines Smartphones stehen einem verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung. In früheren Zeiten war es aufs Telefonieren und SMS ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 17°C 29°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
Basel 19°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 18°C 27°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bedeckt mit Gewittern
Bern 18°C 28°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 17°C 28°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft anhaltender Regen
Genf 18°C 28°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wolkig, aber kaum Regen
Lugano 18°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten