Orange ist gerüstet

publiziert: Freitag, 25. Feb 2005 / 15:42 Uhr / aktualisiert: Freitag, 25. Feb 2005 / 15:58 Uhr

Knapp fünf Jahre nach seinem Markteintritt sieht sich Orange in einer guten Position auf dem Schweizer Mobilfunkmarkt.

Orange will weitere Marktanteile gewinnen.
Orange will weitere Marktanteile gewinnen.
"Wir sind umsatzmässig die Nummer Zwei im Land und verzeichnen ein überdurchschnittliches Wachstum", berichtet CEO Andreas Wetter in einem Interview mit dem Wirtschaftsinformations-Portal Moneycab.

Für die kommenden Jahre hat sich Orange vorgenommen, weitere Marktanteile zu gewinnen und den Umsatz pro Kunden weiter zu steigern. Dazu soll auch der UMTS-Start für Privatkunden am 15. März beitragen, ausserdem werde der Einstieg in das Festnetzgeschäft geprüft.

1,14 Millionen Abonnenten

Schon jetzt weist Orange in der Schweiz mit 85 Franken pro Monat den höchsten Durchschnittsumsatz pro Kunden auf. Und auch die anderen Eckdaten der Bilanz für 2004 können sich sehen lassen: Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen mit 1.29 Milliarden Franken rund zehn Prozent mehr um als 2003.

Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 395 Millionen Franken rund 33 Prozent höher als im vorangegangenen Jahr, die Kundenzahl konnte um knapp fünf Prozent auf rund 1,14 Millionen Abonnenten gesteigert werden. UMTS-Start erfolgt in fünf Städten

Konzentration auf städtische Gebiete

Die Investitionen in den Ausbau des UMTS-Netzes betrugen im vergangenen Jahr 225 Millionen Franken, inzwischen erreicht das Unternehmen gemäss den UMTS-Lizenzauflagen rund 60 Prozent der Schweizer Bevölkerung. Mitte März soll das 3G-Netz in Zürich, Bern, Lausanne, Genf und Basel freigegeben werden, kündigte Wetter im Moneycab-Interview an.

"Wichtiger als die Abdeckung sind für Orange allerdings die Netzkapazitäten sowie Kriterien wie der Indoor-Empfang oder die Empfangsqualität in Zügen und S-Bahnen. Aus diesem Grund konzentriert sich Orange vorerst auf fünf städtische Gebiete, die eine gegenüber dem Wettbewerb deutlich höhere Dichte der Versorgung aufweisen", kündigte Wetter an.

UMTS als Erfolgsgarant?

An Privatkunden-Diensten sollen dann Videotelefonie, Life-TV und Multimedia-Downloads im Vordergrund stehen, ausserdem werde eine erweiterte Mobile Office-Lösung für Geschäftskunden vorgestellt. "Wir glauben an den Erfolg von UMTS-Diensten, ganz einfach, weil die Kunden eine breite Palette an neuen Möglichkeiten bei der mobilen Kommunikation erhalten", sagte Wetter im Interview." Ob jeder einzelne Service auch ein Grosserfolg wird, kann ich im Moment nicht sagen."

Welche geeigneten Handys dann erhältlich und wie teuer sie sein werden, verriet der Orange-CEO noch nicht: Nur so viel gab er preis: Geplant ist unter anderem die Lancierung von Geräten der Hersteller Nokia, Samsung, Motorola und Sony Ericsson. Ausserdem werde es wohl UMTS-Datenkarten geben, wie sie beispielsweise auch Swisscom Mobile anbietet. "Dabei werden wir uns wie bei den bisherigen Signature-Phones auf eine hohe Qualität und eine einfache Handhabung für die Kunden konzentrieren", so Wetter.

Einstieg in das Festnetzgeschäft?

Immer noch eine Option ist für das Unternehmen der Einstieg in das Festnetzgeschäft. Nach Angaben des CEO prüfe Orange zur Zeit mit Partnerfirmen in der Schweiz verschiedene Lösungen.

Die Orange Gruppe und Wanadoo, ebenfalls ein Tochterunternehmen der France Télécom, werden bald in Grossbritannien eine Lösung einzuführen, die das Festnetz überflüssig mache. Das Mobiltelefon könne dann zu Hause zu Festnetzpreisen benutzt werden.

(von Björn Brodersen/teltarif.ch)

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