Im Kampf um Smartphone-Markt glücklos

Nokia vermasselt Marktstart von iPhone-Konkurrent

publiziert: Mittwoch, 11. Apr 2012 / 15:31 Uhr
Das Smartphone Lumia 900 (mitte) hat offenbar einen Softwarefehler.
Das Smartphone Lumia 900 (mitte) hat offenbar einen Softwarefehler.

Helsinki - Der finnische Handy-Hersteller Nokia hat den Marktstart seines iPhone-Konkurrenten vermasselt. Das erst am Sonntag in den USA eingeführte Smartphone Lumia 900 habe einen Softwarefehler und könne die Datenverbindung verlieren, räumte Nokia am Mittwoch ein.

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«Um den 16. April» soll es demnach eine Software geben, die den Fehler behebt. Alte und neue Käufer bekommen das Handy nun de facto sogar umsonst: Bis 21. April erhält jeder eine Gutschrift in Höhe von 100 Dollar über Nokias Mobilfunkpartner AT&T, auch rückwirkend.

Das Handy ist dort exklusiv für 99,99 Dollar inklusive Zwei-Jahresvertrag im Angebot. Bis zum Sommer soll es weltweit verkauft werden.

Mit dem Windows-Handy, das bereits mehrere Preise gewonnen hat, will Nokia endlich auf dem heiss umkämpften Smartphone-Markt zu den Rivalen Apple und Google aufschliessen. Der Hoffnungsträger gilt für Nokia als entscheidend für das Comeback in den USA.

Die Europäer sind zwar nach Absatz immer noch Weltmarktführer bei Handys, doch bei den boomenden Smartphones haben sie längst das Nachsehen, vor allem wegen der schwachen Stellung in den USA.

Grosser Image-Schaden

Dabei hatte Nokia das Smartphone quasi erfunden, nämlich Ende der 1990er Jahre mit der Communicator-Reihe. Bis zum Start des populären iPhone von Apple war Nokia Marktführer. Ende 2010 holten sich die Finnen dann den früheren Microsoft-Manager Stephen Elop an die Firmenspitze, um die Trendwende zu schaffen. Nokia gab auch die eigene Handy-Software Symbian auf und wechselte zum Microsoft-Betriebssystem.

Experten sprachen von einem Fehlstart. «Das ist, als ob sie zu Beginn des Rennens, wenn alle Augen auf sie gerichtet sind, den Motor abgewürgt hätten», sagte Analystin Carolina Milanesi von der Marktforschungsfirma Gartner. Auch halten Experten die Entschädigungsregelung für vergleichsweise kostspielig. Allerdings dürfte der Image-Schaden noch grösser wiegen.

(bg/sda)

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