Mobilfunkbetreiber ringen um einheitliches Werbesystem

publiziert: Dienstag, 12. Feb 2008 / 21:06 Uhr

London - Die fünf grössten britischen Mobilfunkanbieter haben sich in einem gemeinsamen Abkommen dafür ausgesprochen, ein einheitliches System für Werbung am Handy zu entwickeln.

Ob ein Handy auch für Werbezwecke geeignet sei, entscheiden letztendlich die Nutzer selbst.
Ob ein Handy auch für Werbezwecke geeignet sei, entscheiden letztendlich die Nutzer selbst.
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Mit der eingegangenen Kooperation wollen die Unternehmen eine Möglichkeit schaffen, die es Werbetreibenden erlaubt, ihre Kampagnen genauso einfach am Handy umzusetzen wie in anderen Medien.

Wie der britische Guardian berichtet, haben Vertreter von Vodafone, O2, T-Mobile, Orange und Hutchison 3G nun eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet, die ein einheitliches Messsystem für das mobile Werbepublikum erarbeiten soll.

Bisher konnten sich die verschiedenen Mobilfunkbetreiber nicht auf ein einheitliches Werbemodell für den Handysektor einigen. Aufgrund der steigenden Nachfrage von Seiten der Werbetreibenden verstärken viele Unternehmen derzeit ihre Bemühungen, um einen direkt kontrollierbaren Zugang zur Zielgruppe der Handy-Nutzer zu ermöglichen.

Noch in den Kinderschuhen

«Die kommerzielle Marktkommunikation via Mobiltelefon steckt derzeit noch in den Kinderschuhen», erklärt Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft. Es seien bisher weder die technischen noch die rechtlichen Voraussetzungen ausreichend geklärt.

«Obwohl es in diesem Bereich noch viele offene Fragen gibt, bin ich davon überzeugt, dass die mobile Bildschirmnutzung künftig für Werbezwecke eine grosse Rolle spielen wird», meint Nickel. Einige entsprechende Lizenzen seien zwar schon vergeben worden, doch es müssten zuvor erste Erfahrungen gesammelt werden.

«Das Handy wird sich in Zukunft zu einem Multifunktionsgerät entwickeln. Werbung wird dann nicht mehr nach der Art des einzelnen Gerätes, sondern nach der Unterscheidung zwischen mobiler und stationärer Bildschirmnutzung unterteilt werden», prognostiziert der ZAW-Sprecher.

Neue kreative Formen gesucht

Entscheidend sei in diesem Zusammenhang vor allem die Frage, wie Werbung am Mobiltelefon gestaltet werden muss, um den Konsumenten ansprechen zu können. «Werbetreibende müssen hier neue kreative Formen der Ansprache finden», betont Nickel.

Für effektive Werbung am Handy sei es notwenig, allbewährte Rezepte zu überdenken und neue zu entwickeln. Auch wenn dies gelänge, bleibe immer noch die Frage, wie der User ein derartiges Vorgehen aufnimmt. «Ich sehe gewisse Probleme was die Akzeptanz von Handywerbung beim Nutzer betrifft», erläutert Nickel.

Das Handy habe den Menschen zwar die Mobilität der Kommunikation ermöglicht, ob es allerdings auch für Werbezwecke geeignet sei, entscheiden letztendlich die Nutzer selbst.

Zugangskontrolle der Sendenetze

Mobilfunkbetreiber sind schon seit Jahren auf der Suche nach einem geeigneten Weg, um Werbung auf das Handy zu bringen. Hintergrund ist die enorme Entwicklung am Mobilfunkmarkt, die Handy-Nutzer zunehmend für Werbetreibende interessant werden lässt.

Eine Umsetzung scheiterte bislang jedoch vor allem am Widerstand der Netzbetreiber, die an der exklusiven Zugangskontrolle ihrer Sendenetze festgehalten hatten. Inwiefern das aktuell getroffene Abkommen diese Situation verändern kann, bleibt im Moment noch abzuwarten.

(smw/pte)

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