Mobiles TV: Welcher Standard setzt sich durch?

publiziert: Dienstag, 10. Jan 2006 / 07:22 Uhr

Fernsehprogramme sollen künftig auch mobil zu empfangen sein. Einige Handy-Netzbetreiber strahlen schon jetzt TV-Sendungen über ihre UMTS-Netze aus.

Mit dem N92 von Nokia kann  DVB-Hfähiges Fernsehen schon heute empfangen werden.
Mit dem N92 von Nokia kann DVB-Hfähiges Fernsehen schon heute empfangen werden.
Ob dies jedoch der künftige Standard für Handy-TV sein wird, ist noch offen. Alternativ kommen auch der auf dem DAB-Hörfunksystem aufsetzende DMB-Standard sowie das DVB-H-Verfahren für mobiles Fernsehen in Frage.

Vorteil der UMTS-Netze ist, dass diese heute schon verfügbar sind, während es DVB-H und DMB bislang nur im Rahmen einiger weniger Testläufe gibt. Erst zur Fussball-Weltmeisterschaft im Sommer sollen offizielle Pilotprojekte durchgeführt werden. Dabei soll es u.a. ein länderübergreifendes DMB-Projekt im Bodenseeraum geben, an dem auch die Schweiz beteiligt ist.

Die Dienste sollen - wie die jetzigen Angebote auf UMTS-Basis - u.a. in Verbindung mit Mobilfunk-Angeboten vermarktet werden. Fraglich ist allerdings, inwieweit potenzielle Kunden bereit sind, für das Fernsehen auf kleinen Handy-Displays zusätzlich zu ihren jetzigen Mobilfunkkosten zu bezahlen.

UMTS: Mehr Kapazität durch HSDPA

Fraglich ist auch, ob die UMTS-Netze genügend Kapazitäten bieten, um bei einer immer grösser werdenden Kundenanzahl noch die Performance bereitzustellen, die für Videostreams benötigt werden. Hier könnte die Einführung der HSDPA-Technik für Abhilfe schaffen, die die Performance der UMTS-Netze von derzeit 384 kBit/s auf zunächst etwa 1,3 MBit/s und später sogar auf 7 MBit/s erhöht.

Bei DVB-H und DMB ist die Anzahl der Kunden, die die Angebote gleichzeitig nutzen, unerheblich. Hier handelt es sich um «echte» Rundfunksendungen, bei denen nicht jeder einzelne Kunde Kapazitäten verbraucht. Dafür fangen die Netzplaner für diese beiden, miteinander nicht kompatiblen Techniken quasi bei Null an.

Frequenzfrage bei DVB-H ungeklärt

Während für DMB bereits Sendefrequenzen zur Verfügung stehen, die ursprünglich für den DAB-Hörfunk koordiniert wurden, müssen für DVB-H in vielen Regionen zunächst Frequenzen koordiniert werden. So verwundert es nicht, dass in einigen Bundesländern bislang nur DMB-Kapazitäten ausgeschrieben wurden, nicht aber Frequenzen für DVB-H.

Über einen DMB-Kanal lassen sich allerdings lediglich drei bis vier Fernsehprogramme übertragen. Das wäre ein deutlicher Rückschritt gegenüber dem Angebot, das vor allem die D-Netze schon jetzt über UMTS realisieren. DVB-H bietet Platz für 20 und mehr Sender. Dennoch ist fraglich, ob sich dieser Standard durchsetzen wird. Dies hängt insbesondere davon ab, wo und in welchem Umfang Übertragungskapazitäten zur Verfügung stehen und ob die neuen Angebote von den Verbrauchern angenommen werden.

Längerfristiges Ziel der Industrie sollte es sein, die verschiedenen Übertragungsstandards für mobiles Fernsehen so miteinander zu kombinieren, dass der Nutzer jeweils automatisch auf das für ihn gerade beste System eingestellt wird. So hat LG in der vergangenen Woche in den USA ein Mobiltelefon vorgestellt, das neben dem europäischen DVB-H-Standard auch das amerikanische System Media FLO unterstützt. Samsung hat ein vergleichbares Gerät angekündigt.

Bleibt zu hoffen, dass es bald auch DMB/DVB-H-Kombigeräte geben wird. Nur dann hätten Handy-TV-Fans in Europa die Möglichkeit, alle geplanten Angebote zu empfangen, ohne gleich zwei Endgeräte zu nutzen.

(Markus Weidner/teltarif.ch)

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