MobilCom will nach Einigung zügig sanieren

publiziert: Sonntag, 24. Nov 2002 / 11:51 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 24. Nov 2002 / 12:11 Uhr

Büdelsdorf - Der angeschlagene Mobilfunk-Anbieter MobilCom setzt nach der langerwarteten Einigung mit Grossaktionär France Télécom auf eine zügige Sanierung. Das wird jetzt sehr schnell gehen, sagte Unternehmenssprecher Matthias Quaritsch in Büdelsdorf.

Diverse Vorverträge und Vereinbarungen müssen in rechtsgültige Verträge umgewandelt werden und vor allem die versprochenen Gelder fliessen, um die Insolvenz des Unternehmens abzuwenden.

Die Aufmerksamkeit der Aktionäre und Finanzmärkte richtet sich nun auf den kommenden Donnerstag, an dem MobilCom seine Neun-Monats-Zahlen veröffentlichen will. Daraus wird sich ablesen lassen, wie stark die Krise das Geschäft des Mobilfunkunternehmens beeinträchtigt hat.

Bereits im ersten Halbjahr hatte sich abgezeichnet, dass die mögliche Insolvenz des Unternehmens und die monatelange Präsenz in den Schlagzeilen es für MobilCom zunehmend schwieriger machte, neue Kunden zu gewinnen.

France Télécom hatte am Freitag nach langem Zögern und zähen Verhandlungen dem Sanierungsplan zugestimmt. Das kostet die Franzosen rund 7 Mrd. Euro und macht MobilCom zu einem weitgehend schuldenfreien Unternehmen.

Die Gläubigerbanken verlängerten am selben Tag ihre Grosskredite über 4,7 Mrd. Euro nochmals um eine Woche. Diese Schulden wird France Télécom übernehmen, sowie weitere Lieferantenkredite von Nokia und Ericsson und eigene Kredite an MobilCom.

Deutsche Banken geben insgesamt 162 Mio. Euro für die Sanierung der angestammten Geschäftsfelder, von denen 50 Mio. Euro bereits geflossen sind. Für diese Kredite stehen der Bund und das Land Schleswig-Holstein zu 80 Prozent gerade.

Bei der Rettungsaktion für MobilCom kurz vor der Bundestagswahl hatten Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und der damalige Wirtschaftsminister Werner Müller dagegen erklärt, MobilCom werde Kredite zu banküblichen Konditionen ohne staatliche Bürgschaften erhalten.

(bert/sda)

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