Marktbeobachter: «iPhone ist Paris Hilton der Handys»

publiziert: Sonntag, 7. Dez 2008 / 16:42 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 7. Dez 2008 / 17:48 Uhr

Das Apple iPhone ist die Paris Hilton der Handy-Branche: Von außen hübsch anzusehen, doch mit zweifelhaften inneren Werten ausgestattet - diese Ansicht vertreten jedenfalls die Marktbeobachter von Strand Consult.

Großes Interesse, aber zweifelhafter Nutzen für Mobilfunkbetreiber.
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Zwar habe Apple mit einer gut geplanten Werbekampagne einen regelrechten Hype um das iPhone erzeugt, doch aus Sicht der Mobilfunkbetreiber, die das Multimedia-Handy verkaufen, gebe es weniger Grund zur Freude.

Die mit Apple zusammenarbeitenden Mobilfunkbetreiber verbrauchen zu viele eigene Ressourcen auf ein Handy, das die Gewinnerwartungen nicht erfüllen kann, meinen die dänischen Mobilfunk-Experten.

Laut einer Analyse von Strand Consult betreiben die betreffenden Mobilfunkanbieter einen erheblichen Aufwand für die Einführung des Apple iPhones, das mit weniger als 5 Prozent nur für einen kleinen Teil der Mobilfunknutzer am Markt relevant ist.

«Sie vergessen die 95 Prozent ihrer Kunden, die für den Cash Flow verantwortlich sind», schreiben die Autoren der Analyse. Einem Nischenprodukt zu viel Aufmerksamkeit zu schenken, kann leicht dazu führen, die eigene Geschäftsgrundlage zu vernachlässigen, urteilen die Marktbeobachter.

Apple kassiert bei mobilen Datendiensten mit

Strand Consult tritt auch dem Argument der iPhone-Befürworter entgegen, das Apple-Handy kurble den Umsatz mit mobilen Datendiensten an. Viele der iPhone-Nutzer hätten auch schon vor dem Kauf des Touchscreen-Handys von Apple Datendienste in Anspruch genommen, glauben sie. Zudem sei auch hier am Ende der Umsatzanteil der restlichen Kundenbasis durch die deutlich größere Anzahl an Nutzern höher.

Auch sähen sich iPhone-Nutzer meist herkömmliche, datenintensivere Webseiten an und zahlten häufig ohnehin einen Flatrate-Betrag für das mobile Surfen, der Mobilfunkbetreiber profitiere also nicht von einer intensiveren Datendienst-Nutzung seiner Kunden. Das sei, also ob ein Restaurant-Besitzer, der ein All-You-Can-Eat-Buffet anbietet, sich über die größten Esser freut, schreiben die Analysten.

Erschwerend für die Mobilfunkbetreiber kommt hinzu, betonen die Marktexperten, dass die Mobilfunker Apple an dem Umsatz mit Datendiensten beteiligen müssen, die Amerikaner jedoch andererseits die Einnahmen für Anwendungen und Musik aus dem iTunes Store allein für sich behalten. Während der Mobilfunkbetreiber also den Käufern Subventionen gewährt, um das Apple iPhone attraktiver zu machen, behält Apple sämtliche Premium-Umsätze nach dem Verkauf des Handys für sich, gibt Strand Consult zu bedenken.

Gehackte iPhone schaden den Netzbetreibern

Die Marktbeobachten sehen sich durch die Geschäftsberichte vieler Mobilfunkanbieter in ihrer Meinung bestärkt. Weltweit hätten zuletzt etliche Anbieter Gewinnwarnungen herausgegeben, kein Mobilfunkbetreiber habe seine Gewinne und seinen Marktanteil durch den Verkauf des Apple iPhone vergrößern können.

Zudem entgingen den Unternehmen Umsätze durch die große Anzahl gehackter oder ungelockter iPhone-Modelle, die in den Netzen der Konkurrenz genutzt würden. Während der Apple-Partner so hohe Einmalkosten zur Akquise eines Neukunden trage, brauche der alternative Mobilfunkanbieter nur eine SIM-Karte mit attraktiven Sprach- und Daten-Preisen verkaufen.

Das Fazit der als rigorose Mobilfunk-Discounter-Verfechter bekannten Dänen fällt wenig überraschend aus: Mobilfunkanbieter, die statt des iPhones auf günstige Gesprächs- und Datendienstpreise setzen, verfolgen nach Meinung der Analysten das effektivere Geschäftsmodell: Sie erzielten frühzeitiger einen positiven Cash-Flow eines Kunden als Anbieter, die mit Apple kooperieren und das iPhone verkaufen.

(Björn Brodersen/sda)

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