Komprimierungs-Software schrumpft SMS

publiziert: Dienstag, 27. Jun 2006 / 10:47 Uhr

Zwei Studenten aus Karlsruhe haben den Freunden der langen Rede nun auch beim knapp bemessenen Versenden einer Kurzmitteilung per Handy neue Chancen eröffnet.

Besonders für die schmalen Geldbeutel Jugendlicher von Vorteil.
Besonders für die schmalen Geldbeutel Jugendlicher von Vorteil.
Weiterführende Links zur Meldung:

ZipSMS
Das Programm für das Handy kaufen.
joplex.de

Mit der Computersoftware der beiden Karlsruher können Handy-Freunde des Short Message Service (SMS) bis zu 400 statt der üblichen 160 Zeichen verschicken oder «simsen». Eifrige SMS-Tipper können mit dem Programm von Vinh Phuc Dinh (24) und Jonas Reinsch (23) auf Dauer viel Geld sparen.

«N8» statt «Gute Nacht» oder «HDL» für «Hab dich lieb» das sind typische Abkürzungen, um beim Simsen Zeichen zu sparen. «Viele Handy-Nutzer sind von der Beschränkung auf 160 Zeichen genervt», sagt Dinh. Zugleich wird das Leistungspotenzial moderner Mobiltelefone immer grösser. «Als Informatiker sagten wir uns, wir können da etwas unternehmen und bamm ... war die Idee geboren», sagt Dinh.

Die beiden Informatik-Studenten vom Institut für Telematik haben das Programm innerhalb von acht Monaten in der Programmiersprache Java geschrieben. Dabei übertrugen sie das Prinzip von Komprimierungsprogrammen vom Computer auf Mobiltelefone.

«Die Software schrumpft den Text vor dem Versand zusammen», erklärt Dinh das Prinzip. «Beim Empfänger werden die Daten wieder in normalen Text entpackt.» Damit die Übertragung funktioniert, müssen sowohl Sender als auch Empfänger das Programm mit Namen zipSMS auf ihren Handys installieren. «Wir haben das Programm mit vielen deutschen Begriffen trainiert», sagt Reinsch. «Dabei waren auch Hunderte von SMS-Texten aus dem Freundeskreis hilfreich.»

Auch Unternehmen interessieren sich für zipSMS

Die Software verwendet ein sprachabhängiges Kompressionsverfahren, das auf dem Algorithmus PPM (Prediction by Partial Matching) beruht. Die lernfähige Software ist in der Lage, Worte zu erkennen. Je genauer sie vorhersehen kann, welche Zeichen auf einen oder mehrere Buchstaben folgen, desto kompakter wird der Text kodiert. Das Programm erkennt mit der Zeit zudem den persönlichen Schreibstil des Benutzers. Neue Begriffe nimmt es in die Datenbank auf. Im Text werden zudem Wiederholungen eines Wortes erkannt. «Das nutzt zipSMS, um die SMS noch kleiner zu machen», sagt Dinh. Wie viele Zeichen in eine zipSMS passen, hängt also auch von der Wortwahl ab.

Die Software ist bislang für deutsche Texte programmiert. Die beiden Studenten vertreiben das Programm seit Ende 2005 und arbeiten zurzeit an einer englischsprachigen Version.

Inzwischen simsen mehrere tausend Handy-Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit zipSMS - Tendenz steigend. Die Software der Karlsruher Studenten weckt auch bei Unternehmen Interesse. «Wir haben bereits eine Anfrage von einem renommierten Transport-Dienstleister, der mit unserem Kompressionsverfahren die hohen SMS-Kosten des Unternehmens reduzieren will», nennt Dinh ein Beispiel. Selbst ein Telekommunikationsunternehmen aus Portugal hat sich gemeldet.

Der Erfolg kommt für die Karlsruher Hochschüler nicht unerwartet. «Unser Programm bietet einen konkreten Nutzwert und hilft, Kosten zu sparen», sagt Reinsch. Seine Beobachtung: «Es ist ein befreiendes Gefühl, dass man per SMS mit normalen Texten kommunizieren kann, ohne gleich für mehrere Kurznachrichten bezahlen zu müssen.»

Das Programm kann im Internet unter www.joplex.de heruntergeladen werden. Die Version für ein Handy kostet 3,99 Euro etwa (etwa 6,25 Franken), das sinnreiche Doppel für zwei Handys 4,99 Euro (etwa 7,8 Franken). Eine Liste der zipSMS-erprobten Handy-Modelle ist ebenfalls dort zu finden.

(Marie-Anne Winter/dpa/teltarif.ch)

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