Italien: Erfolgreicher UMTS-Start
publiziert: Donnerstag, 24. Apr 2003 / 10:26 Uhr

Neben Grossbritannien und Österreich zählt auch Italien zu den ersten europäischen Ländern, in denen UMTS-Dienste für Endverbraucher angeboten werden. Italien verbucht mit der neuen Technologie den bisher grössten Erfolg.

"Tre" Website-Screenshot.
"Tre" Website-Screenshot.
"Tre", die Marke des Telekommunikationskonzerns Hutchison Whampoa, hat bereits 40 000 Handys von NEC verkauft. Weitere 140 000 Interessenten haben sich bereits für eines der zurzeit noch raren Telefone vormerken lassen. Insgesamt hofft "Tre", innerhalb der nächsten sechs Wochen mehr als 130 000 Kunden im Netz zu haben.

Der Erfolg des neuen Netzbetreibers, der bereits seit einigen Monaten für seine Dienstleistungen wirbt, ist durchaus erstaunlich. Die meisten Italiener besitzen bereits eines oder gar mehrere GSM-Handys und die neuen Geräte sind mit Preisen um 1 050 Franken auch nicht gerade billig.

Italienische Spitzenpreise

Allerdings sind italienische Mobilfunkkunden durchaus gewöhnt, hohe Gerätepreise zu zahlen. Dafür sind die Telefontarife sowie die Internet-Verbindungen via Handy unschlagbar günstig.

So ist es in Italien mit Prepaidkarten möglich, für umgerechnet 9 Rappen pro Minute im World Wide Web zu surfen. Über GPRS surfen Prepaidkunden zu Konditionen, von denen man hier zu Lande nur träumen kann.

Die hohen Preise für Mobiltelefone sorgen denn auch dafür, dass Italiener nicht etwa alle zwei Jahre ein neues Endgerät kaufen, sondern auch heute noch mit Geräten wie dem Nokia 6110 oder dem Siemens S4 telefonieren, die vor mehr als fünf Jahren aktuell waren.

Für den neuen Netzbetreiber "Tre" spricht, dass das Unternehmen schon jetzt Videotelefonie anbietet. Das ist bei anderen UMTS-Netzbetreibern noch nicht selbstverständlich. Die derzeitigen Geräte von Siemens, Motorola und Nokia unterstützen diesen Dienst nämlich nicht, während Videotelefonie bei NEC schon selbstverständlich ist.

Bei Tre gut aufgehoben

Auch Handyfans, denen es wichtig ist, zuverlässig erreichbar zu sein und immer eine freie Leitung zu erwischen, dürften im "Tre"-Netz gut aufgehoben sein. Die GSM-Mitbewerber TIM, Vodafone und Wind sind nämlich - nicht nur in Grossstädten - oft hoffnungslos überlastet.

In Punkto Netzausbau drückt Wind - ähnlich wie A1 in Österreich - mächtig aufs Tempo. Schon jetzt werden rund 40 Prozent der Bevölkerung erreicht - zu einem Zeitpunkt, wo die deutschen Netzbetreiber noch darum kämpfen, bis Ende des Jahres die in den Lizenzbedingungen geforderten 25 Prozent zu schaffen.

(bsk/sda)

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