Inmarsat: Sprache und Daten überall

publiziert: Donnerstag, 8. Apr 2004 / 07:58 Uhr

Im Gegensatz zur "erdnahen" Konkurrenz wie Iridium und Globalstar geht es dem Satelliten-Funknetzbetreiber Inmarsat mit seinen klassischen Anwendern (mittlere und grosse Schiffe) sehr gut.

Es sind nicht nur Datentransfers, sondern per Voice over IP auch Sprachanrufe möglich.
Es sind nicht nur Datentransfers, sondern per Voice over IP auch Sprachanrufe möglich.
Neben der klassischen erreicht Inmarsat mit neuen Diensten auch neue Zielgruppen in der Industrie, bei Abenteurern und natürlich beim Militär.

Daten, Daten, Daten

Besonders erfolgreich ist Inmarsat aber derzeit mit Datendiensten, insbesondere dem "Regional BGAN", der in Europa, der nördlichen Hälfte Afrikas und Südwestasien zur Verfügung steht. Dieser ermöglicht Datenraten von bis zu 144 kBit/s, bei Preisen, die dem GRPS-Roaming vergleichbar sind. Für diesen Dienst wird allerdings eine etwa Laptop-grosse Flachantenne benötigt, die genau auf den Satelliten ausgerichtet werden muss. Bei der Ausrichtung hilft ein eingebauter GPS-Empfänger.

Über Regional BGAN sind aber nicht nur Datentransfers, sondern per Voice over IP auch Sprachanrufe möglich. Bei Tests fanden wir die Sprachqualität sehr gut, wenn auch die satelliten-typischen Verzögerungen etwas störten.

Die nur regionale Versorgung rührt daher, dass Inmarsat für diesen Dienst mit dem Satelliten-Anbieter Thuraya kooperiert. Dieser hatte als erster Tk-Anbieter einen zivilen Satelliten mit grossen Netz-Antennen gestartet. Die einzelnen Antennen-Elemente können jeweils zusammengeschaltet werden, um gezielt einen Punkt auf der Erdoberfläche anzustrahlen. Dadurch sind höhere Datenraten zu einem günstigere Preis möglich, als mit den herkömmlichen Satelliten von Inmarsat.

Neue Satelliten

Aber Inmarsat zieht nach, und wird in diesem und dem nächsten Jahr mehrere Satelliten starten. Diese werden hochbitratige Datendienste überall auf der Welt, ausser den Polarregionen, und verbesserte Telefoniedienste ermöglichen. Anders als bei Konkurrenten sind die Starts und der Betrieb der Satelliten bei Inmarsat auch bereits voll finanziert, so dass Kunden mit ein bis zwei Jahrzehnten stabilem Betrieb rechnen können. Herr Dominic Cook, PR-Manager von Inmarsat, hofft, dass mindestens drei der vier geplanten Starts gelingen.

(Kai Petzke/teltarif.ch)

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