Infineon rutscht tiefer in die Krise

publiziert: Freitag, 18. Nov 2005 / 13:18 Uhr

München - Der angeschlagene Chiphersteller Infineon ist noch tiefer in die Krise gerutscht.

Infineon litt unter dem starken Preisdruck.
Infineon litt unter dem starken Preisdruck.
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Im Geschäftsfjahr 2005 landete der Konzern mit einem Nettofehlbetrag von 312 Mio. Euro tief in den roten Zahlen, wie Infineon mitteilte. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen unter dem Strich noch einen Gewinn von 61 Mio. Euro gemacht. Auch ein massives Sparprogramm half dem Konzern nicht. Damit fiel der Nettofehlbetrag noch höher aus als von vielen Analysten erwartet.

Die positiven Auswirkungen seien «durch den starken Preisdruck sowie den Verlust von Marktanteilen bei einigen unsere Mobilfunkkunden mehr als aufgehoben» worden, erklärte Konzernchef Wolfgang Ziebart. Der Umsatz sank im Vergleich zu 2004 um 6 Prozent auf rund 6,75 Mrd. Euro.

Kein Geschäftsausblick

Für das neue Geschäftsjahr gab der grösste europäische Chipkonzern keine Gewinnprognose. Die Umsätze sollen mindestens mit dem Markt im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Der Münchener Chipkonzern lässt künftig Komponenten für Mobiltelefone beim Konkurrenten Chartered Semiconductor Manufacturing produzieren. Die Entwicklungskooperation mit dem Unternehmen aus Singapur werde durch eine Fertigungsvereinbarung erweitert, hiess es.

Handychip-Sparte mit Defizit

Die Vereinbarung mit Chartered baut den Angaben zufolge auf der gemeinsam mit IBM und Samsung betriebenen Technologieentwicklung für diese Chips auf. Sie erlaube Infineon, ohne eigene Investitionen in neue Kapazitäten am weiteren Fortschritt der Halbleiterindustrie mitzuwirken.

Im Geschäft für Handychips schreibt Infineon derzeit Verluste. Das Unternehmen teilte mit sich aufspalten zu wollen und für sein zweites Standbein, die Speicherchip-Sparte, einen Börsengang anzustreben. Die Erlöse will das Unternehmen in die Logikchip-Sparte investieren.

(ht/sda)

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