Neues Verfahren
Hightech-Gel bringt 3D-Druck von Organen voran
publiziert: Donnerstag, 1. Okt 2015 / 10:50 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 1. Okt 2015 / 11:59 Uhr

Gainesville - Ein spezielles Gel könnte laut Experten der University of Florida eingesetzt werden, um beim 3D-Druck komplexe Strukturen zu stützen, die normalerweise unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen würden.

3 Meldungen im Zusammenhang
Laut Forschungsleiter Thomas Angelini soll dieses neue Verfahren den Weg zur Herstellung von Organen, Blutgefässen und anderem Gewebe ebnen.

Feinste Strukturen realisierbar

Das neue Gel, das über die Konsistenz eines Händedesinfektionsmittels verfügt, besteht aus Acrylsäurepolymer. Es hat die Funktion eines Gerüsts und ermöglicht den Druck komplizierter Strukturen. Diese Komplexität ist von grosser Bedeutung. Forscher wollten schon immer lange ganze menschliche Organe mit dem 3D-Drucker herstellen.

Notwendig dafür sind Systeme von Blutgefässen, die die Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen können. Das neue Verfahren ermöglicht die Herstellung genau solcher Strukturen. Sie sind so dünn wie zwei Blätter Papier. Durch die Einbettung in das Gel werden Fäden möglich, die rund zehn Mal dünner sind als vorher möglich war.

Laut Angelini ist ein Problem beim Einsatz von traditionellen 3D-Druckern bisher, dass die im menschlichen Körper vorhandenen Strukturen zusammenbrechen, lange bevor der Druck abgeschlossen ist. Der Druck in ein stützendes Gel löst dieses Problem und verhindert ein Einsacken oder Verbeulen vor der Verfestigung.

Weitere Entwicklungsarbeit nötig

Den Wissenschaftlern ist es bereits gelungen, Material aus lebenden Zellen zu drucken. Dazu gehörten menschliche Blutgefässe und Nierenzellen von Hunden. Für einen Test wurde auch ein Duplikat des Gehirns eines Kollegen hergestellt, das über eine weiche, gewebeähnliche Beschaffenheit verfügte. Laut Angelini ist das Ausdrucken des Gehirns eines Menschen vor einer OP künftig möglich. «Dann weiss der Chirurg genau, was ihn erwartet.»

Laut Jennifer Lewis von der Harvard University liegt eine der Einschränkungen des Verfahrens derzeit noch darin, dass das Gel nicht organisch ist. Daher können die gedruckten Strukturen auch noch nicht am Leben erhalten werden. Auch bei Strukturen unter einer bestimmten Grösse gibt es Probleme, da die Partikel nicht in der notwendigen Position fixiert werden können.

Angelini selbst weiss laut einem «NewScientist»-Bericht, dass das Drucken von menschlichen Organen in näherer Zukunft noch nicht möglich sein wird. «Unser Verfahren zeigt jedoch einen möglichen Weg dorthin auf.» Die aktuellen Forschungsergebnisse wurden im Fachmagazin «Science Advances»  veröffentlicht.

(jbo/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese egadgets.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Forscher der University of Minnesota haben mittels 3D-Druck Nerven rekonstruiert. Das Verfahren könnte jährlich über 200'000 Menschen mit Verletzungen oder Erkrankungen helfen. mehr lesen
Blue Ash - 3D-Druck könnte bald die ... mehr lesen
Die «gedruckte» Pille von Aprecia.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Fenster übernehmen in Zukunft neue Funktionen.
Fenster übernehmen in Zukunft neue Funktionen.
Ein Blick auf neue Funktionen des Fensters in den kommenden Jahren  Fünf Dinge soll ein Fenster leisten: Licht hereinlassen, Wärme dämmen, Belüftung ermöglichen und einbruchssicher sein. Längst sind Forschungseinrichtungen dabei, neue Funktionen für Fenster zu erschliessen. Teilweise klingen die Perspektiven nach Science Fiction, doch der Science-Anteil überwiegt klar. Im Folgenden finden Sie einige potenzielle Entwicklungen für die kommenden Jahre. mehr lesen 
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Darmstadt haben gezeigt, dass eine neue Klasse synthetischer Wirkstoffe sich gezielt auf die Schwachstellen eines Krankheitserregers hin ausrichten lässt ... mehr lesen
Neuer, vielversprechender Ansatz im Kampf gegen Impfektionskrankheiten.
Die wichtigste malariaübertragende Mückenart in Afrika südlich der Sahara wurde genetisch verändert: Anopheles gambiae.
Wissenschaftler haben Stechmücken entwickelt, die das Wachstum von Malaria verursachenden Parasiten in ihrem Darm verlangsamen und so die ... mehr lesen  
Ein internationales Forschungsteam um den Drohnenexperten Mirko Kovac von der Empa und vom «Imperial College London» hat sich Bienen zum Vorbild ... mehr lesen  
Zukunftsvision: Drohnenschwärme könnten auch im Weltraum zum Einsatz kommen, etwa bei einer künftigen Mars-Mission.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
Werden Menschen in den USA jetzt besser vor zielgerichteter Werbung geschützt?
DOSSIER Social Media Zielgerichtete Werbung in den USA unter Beschuss Politiker der Demokratischen Partei haben ...
 
News
   
Auch in der Produktion erfreuen sich sogenannte Industrieroboter stetig wachsender Beliebtheit.
Publinews Was vor einigen Jahren nur in Science-Fiction Filmen zu bewundern war, ist heute alltäglicher Bestandteil unseres Zusammenlebens und daraus nicht mehr ... mehr lesen
Wer sich nicht so gut mit dem Messenger auskennt, der sollte grundsätzlich bei unbekannten Nummern vorsichtig sein.
Publinews Bei der Verwendung eines Smartphones stehen einem verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung. In früheren Zeiten war es aufs Telefonieren und SMS ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 12°C 17°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 12°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 10°C 14°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Bern 13°C 17°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Luzern 13°C 17°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Genf 10°C 20°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 12°C 24°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten