Handy raubt dem Nachwuchs den Schlaf

publiziert: Samstag, 27. Mrz 2004 / 20:20 Uhr

Kinderzimmer sind zu Plätzen aufregender Unterhaltung geworden. Handy, Computer und Fernseher im Kinderzimmer halten Kinder vom Schlafen ab. Davor warnen Wissenschaftler. Der Schlafentzug könne gesundheitliche Folgen mit sich bringen.

Computer und Handys werden von immer jüngeren Kindern angewendet.
Computer und Handys werden von immer jüngeren Kindern angewendet.
Elektronik raubt dem Nachwuchs bis zu einen Monat Schlaf pro Jahr. Nachdem schon eine belgische Untersuchung im vergangenen Herbst mit ähnlichen Erkenntnissen aufschreckte, wurden nun in britischen Medien weitere Ergebnisse veröffentlicht.

Laut einer Umfrage unter britischen Eltern von Kindern im Alter zwischen vier und zehn Jahren schlafen diese bis zu fünf Stunden pro Nacht weniger als die Eltern selbst während ihrer Kindheit. Wissenschaftler warnten vor möglichen gesundheitlichen Folgen des Schlafentzugs durch Medien.

„Dies ist die erste Generation von Kindern, die sich einer Unmenge von Alternativen zum Schlafengehen gegenübersehen", sagt die Psychiaterin Luci Wiggs von der Universität Oxford.

Die genauen Langzeitauswirkungen seien zwar nicht bekannt, jedoch könne zu wenig Schlaf das Immunsystem und das Wachstum beeinträchtigen. Kinder in der betroffenen Altersgruppe bräuchten zwischen zehn und zwölf Stunden Schlaf.

Nach Angaben der Wissenschaftlerin besteht die Gefahr nicht zuletzt in der "unstrukturierten" Medienberieselung im Kinderzimmer direkt vor dem Schlafengehen. "Es ist ein zunehmendes Problem, dass Kinderzimmer, die früher abends zum Lesen und Schlafen gedacht waren, mittlerweile zu Plätzen aufregender Unterhaltung geworden sind", zitiert die BBC Jim Horne, Chef des Schlafforschungszentrums der Universität Loughborough. Untersuchungen zeigten beispielsweise, dass Kinder unter der Bettdecke mit dem Handy Textmitteilungen verschickten, statt zu schlafen.

Die Wissenschaftler empfehlen Eltern, allabendlich für eine mindestens 15 Minuten lange Entspannungsphase am Bett ihrer Sprösslinge zu sorgen. Dazu gehöre beispielsweise das Vorlesen. Ausserdem sei es für die Kinder wichtig, jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen.

(tr/Si)

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