Gerichtsentscheid drückt Swisscom um 180 Mio.

publiziert: Dienstag, 23. Mai 2006 / 12:32 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 24. Mai 2006 / 11:11 Uhr

Bern - Der Bundesgerichtsentscheid im Interkonnektionsverfahren reisst ein Loch in die Kasse der Swisscom.

Swisscom verlangte für gewisse Dienste überhöhte Preise.
Swisscom verlangte für gewisse Dienste überhöhte Preise.
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Das Betriebsergebnis dürfte im laufenden Jahr um 180 Mio. Fr. tiefer ausfallen als geplant. Der Cash-Abfluss betrage für 2006 rund 290 Mio. Fr. und bis zu 150 Mio. Fr. im nächsten Jahr, teilte die Swisscom mit. Die laufenden Umsätze würden als Folge des Entscheids aber nicht tiefer ausfallen, da der Konzern auch auf den aktuellen Umsätzen Rückstellungen gebildet habe beziehungsweise bilde.

Das Bundesgericht hatte am Montag den Entscheid der Eidg. Kommunikationskommission (ComCom) vom Juni 2005 weitgehend gestützt. Die ComCom war damals zum Schluss gekommen, dass die Swisscom für die Zusammenschaltung und Vermittlung von Telefonanrufen auf ihr Festnetz von den Konkurrenten Sunrise und MCI WorldCom (heute Verizon Switzerland) zwischen 2000 und 2003 rund 30 Prozent zu viel verlangt habe.

Künftige Preise unklar¨

Die Lausanner Richter haben die Methode der ComCom zur Berechnung kostenorientierter Preise als grundsätzlich geeignet und damit bundesrechtskonform befunden.

Bei der Festlegung der Interkonnektionspreise muss die ComCom aber nochmal über die Bücher. Wie lange es dauert, bis die neuen Preise feststehen, konnte ComCom-Sekretär Peter Bär auf Anfrage nicht sagen. Vorher müsse die ComCom das Bundesgerichtsurteil analysieren. Deshalb könne man auch noch nicht sagen, wieviel Geld die Telekomfirmen zurückbekämen, sagte Bär.

Rückstellungen von Swisscom

Die genauen finanziellen Auswirkungen für die Swisscom seien nicht bekannt, teilte der Schweizer Marktführer mit. Auch Sunrise konnte den Betrag noch nicht beziffern. Tele2-Chef Roman Schwarz rechnet mit einer zweistelligen Millionensumme für sein Unternehmen.

Swisscom habe seit 2000 Rückstellungen für allfällige Rückzahlungen zuviel verlangter Interkonnektionspreise gebildet. Die Rückstellungen beliefen sich Ende 2005 auf 263 Mio. Franken.

(ht/sda)

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