Nvidia stellt Prozessor Kal-El vor

Fünf Kerne für Smartphones und Tablets

publiziert: Freitag, 23. Sep 2011 / 10:46 Uhr
Fünf Kerne werden unterschiedlich eingesetzt
Fünf Kerne werden unterschiedlich eingesetzt

Noch in diesem Jahr sollen die ersten Geräte mit dem Tegra-2-Nachfolger namens Nvidia Kal-El auf den Markt kommen, zumindest wenn es nach dem Willen des Chip-Herstellers geht.

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Im Februar auf dem Mobile World Congress 2011 in Barcelona waren erste Vorab-Versionen des neuen Chips zu bestaunen. Nachdem es bei dem mittlerweile in vielen Tablets und einigen Smartphones eingesetzten Tegra 2 über ein Jahr gedauert hatte, bis die ersten Modelle zu haben waren soll es nun schneller gehen. Dabei verspricht Nvidia selbstredend deutlich mehr Leistung als beim Vorgänger, verbunden mit sinkendem Stromverbrauch. Um diese Aussagen zu untermauern, stellte Nvidia nun die Ergebnisse vor, die Kal-El in eigenen Benchmark-Tests abgeliefert hat.

Während der Tegra 2 als Dual-Core-CPU daher kommt, ist der Kal-El ein Quad-Core-Chip. Das ist allerdings nicht ganz richtig, denn entgegen des Namens verfügt der neue Prozessor nicht über vier, sondern sogar über fünf Rechenkerne. Neben den «normalen» vier Kernen hat Nvidia noch einen so genannten «Companion Core» verbaut. Dieser wird dynamisch zwischen 0 und 500 MHz getaktet und ist für Hintergrund-Aufgaben wie Synchronisation oder E-Mail-Push bestimmt. Wird mehr Leistung benötigt, schaltet sich der Einzel-Kern aus und die vier anderen Recheneinheiten übernehmen entweder komplett oder zum Teil. Die Architektur soll die Vorteile eines Single-Cores (wenig Verlustleistung bei niedrigen Anforderungen) mit denen des Quad-Core (flexibel zu regelnde Leistung durch Zu- und Abschalten und dynamische Taktänderung in den einzelnen Kernen) verbinden, ohne die jeweiligen Nachteile mitzubringen.

In den Benchmark-Ergebnissen des Nvidia Kal-El sieht das durchaus imposant aus. So bringt der neue Chip im Vergleich zum Tegra 2 und anderen Dual-Core-CPUs von Qualcomm oder Texas Instruments rund die doppelte Leistung mit. Gleichzeitig soll der Stromverbrauch jedoch sinken, je nach Einsatzzweck verspricht Nvidia mit Kal-El bis zu 61 Prozent weniger Stromverbrauch als beim Vorgänger.

Ergebnisse sind schwer nachprüfbar

Die von Nvidia vorgelegten Testergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Kal-El wird, schon alleine wegen der vier Prozessorkerne, die Leistung der ARM-Prozessoren deutlich nach oben schrauben. Letzten Endes kommt es aber einerseits nicht nur auf den Chip an, sondern auch auf die restliche Hardware, und andererseits kommen die gezeigten Ergebnisse vom Hersteller selbst und sind so einfach natürlich nicht nachzuprüfen. Ein weiterer Leistungssprung bei Tablets und Smartphones wird aber mit Kal-El sicherlich gelingen, wovon vor allem Multimedia-Anwendungen und grafisch aufwendige Spiele profitieren dürften. Bleibt zu hoffen, dass die Akku-Laufzeit nicht allzu sehr darunter leidet, sondern wie versprochen tatsächlich verbessert wird.

(Steffen Herget/teltarif.ch)

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