Erster Feldversuch mit HD-Radio in Europa

publiziert: Mittwoch, 28. Jun 2006 / 15:33 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 28. Jun 2006 / 16:09 Uhr

Luzern - Bessere Qualität und höhere Kapazitäten verspricht die digitale Technologie für UKW-Radio.

Das digitale Signal wird im sogenannten Huckepack-Verfahren zusammen mit UKW gesendet.
Das digitale Signal wird im sogenannten Huckepack-Verfahren zusammen mit UKW gesendet.
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In der Zentralschweiz findet zurzeit der erste europäische Feldversuch mit HD-Radio statt. Privatradios könnten schon in wenigen Jahren damit senden. Bereits bei über tausend Radiostationen in den USA ist derzeit High- Definition-Radio-Technologie (HD-Radio) im Einsatz. Tausende werden in nächster Zeit umstellen. Obwohl es in Europa bisher Vorbehalte gegen dieses System gab, glaubt Markus Ruoss an die digitale Zukunft des UKW-Bandes.

Elektro- und Fernmeldeingenieur Ruoss, Gründer und Mehrheitsaktionär von Radio Sunshine, suchte deshalb Partner und Sponsoren für einen Feldversuch mit HD-Radio. Nachdem das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) die Bewilligung erteilte, wurde Ende März 2006 mit dem Test begonnen. Nun informierte die Ruoss AG die Medien.

HD-Radio ist ein von der Firma iBiquity Digital entwickelter Radio- Standard in den USA. Damit kann das heute analog verbreitete Radioprogramm zusätzlich auf der gleichen UKW-Frequenz in digitaler Qualität im so genannten Huckpack-Verfahren übertragen und mit zusätzlichen Programmen und Daten ergänzt werden.

Mehrere Programme auf einer Frequenz

Konkret können auf einer vorhandenen UKW-Frequenz mehrere Programme und Datendienste übertragen werden. Wird beispielsweise ein Lied ausgestrahlt, so können zusätzliche Informationen wie der Name der Sängerin und der Titel des Songs übermittelt werden. Dies bedingt eine digitale Anpassung der analogen Studio- und Sendeanlagen.

Die Hoffnung: Dass HD-Radio sich für regionale Radiosender als effizienteste und wirtschaftlich sinnvollste Ergänzung oder gar als Alternative zum DAV147-Standard erweisen könnte. So sind möglicherweise trotz besserer Versorgung weniger Sender nötig. Die offenen Fragen soll der laufende Versuch beantworten.

(fest/sda)

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