Deutsche Qualität und asiatische Coolness

publiziert: Dienstag, 6. Jun 2006 / 07:36 Uhr

Die Übernahme der Handysparte von Siemens durch den taiwanesischen Hersteller BenQ schlug in Deutschland hohe Wellen.

Typisch deutsch: «Man sieht sich ein Problem so lange an, bis man gar nichts mehr sieht.»
Typisch deutsch: «Man sieht sich ein Problem so lange an, bis man gar nichts mehr sieht.»
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Auf der Internationalen Handelsblatt Jahrestagung Telekom Markt Europa stellte Clemens Joos, der CEO von BenQ Mobile, sein Unternehmen näher vor.

BenQ ist einer der am schnellsten wachsenden IT-Hersteller in Asien. Kern des Geschäfts von BenQ waren bisher Flachbildschirme. Das Unternehmen habe aber auch grosse Kompetenzen im Bereich digitale Kameras, Projektoren und MP3-Player. Daher sei man für Multimedia gut aufgestellt.

Was hat nun dieses dynamische asiatische Unternehmen an Siemens interessiert? Laut Joos fanden die Taiwanesen die Marke Siemens attraktiv, weil sie in Europa und Südamerika etabliert und gut angesehen war.

Gewinnbringende Verschmelzung

Die grösste Herausforderung der Fusion sei, nun die ausgesprochen deutsche Kultur eines Siemens-Konzern mit der asiatischen Kultur von BenQ Mobile möglichst gewinnbringend zu verschmelzen. Joos verfährt hier nach dem Motto: «Take the best of both worlds».

Siemens hätte für Qualität gestanden, BenQ dagegen sei cool, und man habe eben die technologische Kompetenz von Siemens, die viel Know-How in Netzwerktechnik, Sicherheit und viel Entwicklungserfahrung vereine, mit der innovativen Multimedia-Kompetenz von BenQ zusammengebracht.

Typisch deutsch

«BenQ hatte wahnsinnigen Hunger nach Erfolg», erklärte Joos, zudem seien die Asiaten sehr auf Vereinfachung fokussiert. Mit einer bereits global präsenten Marke wie Siemens wollte das Unternehmen endlich richtig durchstarten.

Für Siemens sei das sehr günstig gewesen, denn als typisch deutsches Unternehmen sei man bei Siemens vor einem typisch deutschen Problem gestanden: «Man sieht sich ein Problem so lange an, bis man gar nichts mehr sieht.» Da sei man in Asien viel pragmatischer.

Die Marke BenQ Siemens soll nun demnach für solide Qualität mit grossem Unterhaltungswert stehen. Hier nennt Joos drei Maximen, an denen sich die Produkte des Unternehmens ausrichten müssen:

«Mach mein Leben leichter und effizienter»
«Bleib immer in Verbindung»
«Bring Spass und Unterhaltung in mein Leben»

Elegante und überraschende Lösungen

Der Anspruch sei eindeutig, im Bereich mobiler Endgeräte zu eleganten und überraschenden Lösungen zu kommen. Als Beispiele dafür nennt Joos das Flügelhandy SK65 oder das Smartphone mit der Bezeichnung P50.

BenQ Siemens fühle sich für die künftigen Entwicklungen in der Branche gut aufgestellt, weil man sowohl bei den klassischen Business-Geräten stark sei, als auch bei Unterhaltung. Weitere Artikel von der Handelsblatt Jahrestagung Telekom Markt Europa.

(von Marie-Anne Winter/teltarif.ch)

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