Deutsche BenQ-Tochter im Konkurs

publiziert: Donnerstag, 28. Sep 2006 / 15:27 Uhr

München - Die einstige Siemens-Handyproduktion mit 3000 Beschäftigten steht nur ein Jahr nach Übernahme durch den taiwanischen Elektronikhersteller BenQ vor dem Aus.

Das Geschäft mit den BenQ-Siemens Produkten wird immer mehr nach Asien verlagert.
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Die deutsche Tochter werde voraussichtlich in den nächsten Tagen Insolvenzantrag stellen, sagte ein Sprecher in München. Der taiwanesische Mutterkonzern habe bekannt gegeben, dass er keine weiteren Zahlungen mehr leisten werde.

Betroffen sind die Zentrale in München mit 1400 Beschäftigten sowie die beiden Produktionsstandorte mit insgesamt 1600 Mitarbeitern.

BenQ will das Geschäft mit Handys der Marke BenQ-Siemens aus Asien heraus fortführen und nur noch die dortigen Werke nutzen. Die Marktanteile waren zuletzt stark rückläufig.

Besserung war nicht in Sicht. «Umsatz- und Margenentwicklung im wichtigen Weihnachtsgeschäft werden deutlich hinter den Erwartungen liegen», hiess es in einer Mitteilung.

Beschäftigungssicherung

Siemens hatte sich nach hohen Verlusten von seiner Handysparte getrennt. BenQ zahlte nur einen symbolischen Kaufpreis und bekam noch eine Mitgift in dreistelliger Millionenhöhe dazu.

Die Mitarbeiter in den deutschen Werken profitierten zunächst von einer Beschäftigungssicherung, die noch mit Siemens ausgehandelt worden war.

Seit der Übernahme ist der Marktanteil aber weiter gefallen, zuletzt spielte Siemens-BenQ mit 3 Prozent auf dem Weltmarkt nur noch eine Nebenrolle. Vor wenigen Wochen hatten die Taiwaner noch einmal 400 Mio. Dollar in die deutsche Tochter gesteckt.

Weitere Standorte in Gefahr

In Taiwan erklärte BenQ, auch die Mobilfunk-Standorte in Brasilien «und woanders» würden ihre «finanzielle Lage überprüfen». BenQ Mobile hat nach eigenen Angaben weltweit rund 8000 Beschäftigte, neben Deutschland und Brasilien auch in China, Polen und im Mutterland Taiwan.

Die Handysparte ist eines von drei Standbeinen des Konzerns, der auch Flachbildschirme und Laptops herstellt.

Das Unternehmen, eine Abspaltung des Computerherstellers Acer, ist nach eigener Darstellung einer der weltweit grössten Anbieter von Mobilfunkgeräten. Angestrebt war im vergangenen Jahr, die Nummer sechs unter den internationalen Handy-Herstellern zu werden.

(rr/sda)

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  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
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