Der Blackberry lenkt von der Arbeit ab

publiziert: Samstag, 1. Jul 2006 / 16:09 Uhr

Blackberrys sorgen auf einfache Weise überall für den schnellen Zugang auf E-Mails, Terminkalender sowie Kontakte und ersetzen teilweise das Handy oder Notebook.

Unternehmen sollen Richtlinien für den Umgang mit Blackberrys erarbeiten.
Unternehmen sollen Richtlinien für den Umgang mit Blackberrys erarbeiten.
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Nicht umsonst gehören die handlichen Geräte in vielen Firmen heute zur Grundausstattung. Doch kann die neue Push-Mail-Technik auch zu einer Reihe von Problemen führen - etwa zum berüchtigten Blackberry-Daumen. Die Geräte können aber auch zu Schwierigkeiten anderer Art in Unternehmen führen, berichtet das IT-Wirtschaftsmagazin CIO in seiner aktuellen Ausgabe.

Sklaven des E-Mail-Systems

Während Blackberry mittlerweile einen regelrechten Push-Mail-Hype ausgelöst hat und andere Anbieter zur Nachahmung treibt, weist etwa auch Alexander Fischer, Leiter IT-Infrastruktur beim Papierhersteller August Koehler AG, auf die Nebenwirkungen dieser Technik hin: «Das Hauptproblem mit den Blackberrys und anderen Push-fähigen Geräten sehe ich darin, dass der Anwender zum Sklaven des E-Mail-Systems wird.» Push verwandele nämlich ein asynchrones Kommunikationssystem in ein synchrones - mit bis heute weitgehend unterschätzten Folgen.

Im Selbstversuch habe Fischer erlebt, wie er den ganzen Tag mit eingehenden E-Mails beschäftigt war und sich dabei nicht mehr auf seine Arbeit konzentrieren konnte: «Ich bin mir nach einer gewissen Zeit wie ein Pawlowscher Hund vorgekommen, der den ganzen Tag nur noch auf die Signale des Blackberry reagiert», beschreibt der IT-Manager den Push-Effekt.

Permanente Erreichbarkeit

Eine weitere Schwierigkeit sieht Fischer im Echtzeit-Mail-Verkehr, denn Push-Geräte suggerieren den Kommunikationspartnern eine permanente Erreichbarkeit - und das habe auf Dauer fatale Folgen für den Benutzer: «Push erzeugt einen gefährlichen Erwartungsdruck, weil der Sender dabei annimmt, dass der Mail-Empfänger in jeder Situation unmittelbar die Nachrichten lesen kann.»

Vor diesem Hintergrund sollten laut IT-Manager Fischer Unternehmen mit Blackberry-Nutzern unter Einbeziehung des Betriebsrats Richtlinien für den Umgang mit dieser Technologie erarbeiten. Des Weiteren rät «CIO», auch den Einsatz von herkömmlichen Smartphones, Outlook Web Access oder Citrix-Terminalserver anstelle des Blackberrys zu prüfen.

(Marie-Anne Winter/teltarif.ch)

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