Handy nachhaltig verändert
Das iPhone wird fünf Jahre alt
publiziert: Montag, 9. Jan 2012 / 09:13 Uhr / aktualisiert: Montag, 9. Jan 2012 / 19:47 Uhr

Ein Touch-Display und nur eine einzige Taste haben vor fünf Jahren eine ganze Branche durcheinandergewirbelt.

11 Meldungen im Zusammenhang
Auf der MacWorld Expo in San Francisco präsentierte Apple-Gründer Steve Jobs am 9. Januar 2007 das erste Apple iPhone und rief damit die «Neuerfindung des Mobiltelefons» aus. Für einen Branchen-Neuling wie Apple ein gewagtes Ziel.

Zunächst fielen die eigenen Prognosen auch vergleichsweise zurückhaltend aus. Rund zehn Millionen Stück wollte das Unternehmen in den ersten zwei Jahren verkaufen und damit ein Prozent des weltweiten Handy-Marktanteils gewinnen. Doch bereits am ersten Verkaufstag im Juli 2007 bildeten sich vor dem Apple Store in der 5th Avenue in New York und anderen Verkaufsstellen weltweit hunderte Meter lange Schlangen von erwartungsvollen Kunden. Das hatte es in der Geschichte des Mobiltelefons noch nicht gegeben.

Bereits bestehendes Vertriebssystem machte das iPhone zum Erfolg

Bereits einige Jahre zuvor war Apple mit dem iPod ein genialer Streich gelungen. Der Musikplayer wirbelte die gesamte Musikbranche um. Neben dem minimalistischen Design der Geräte war es Apple-Gründer Steve Jobs als erstem gelungen, für ein attraktives Online-Angebot im iTunes Music Store alle grossen - und nach dem Napster-Schreck bekanntermassen wenig online-affinen Musikkonzerne - unter Vertrag zu bringen. Zusammen mit den iPods baute Apple ein bis dahin nicht dagewesenes Ökosystem aus digitalem Vertrieb und mobiler Nutzung von Musik auf, das nahtlos aufeinander abgestimmt war und bis heute als beispielhaft gilt.

Bis 2007 hatten sich Mobiltelefone von vormals unhandlichen und schweren «Knochen» zu immer kleineren und handlicheren Geräten gewandelt. Allen gemeinsam war allerdings ein relativ kleines Display und die Telefon-Tastatur, über die man per Zweitbelegung mit Buchstaben auch SMS schreiben konnte. Die langsam aufkommende Nutzung des mobilen Internets hatte - im Bereich bezahlbarer Consumer-Handys - durch den geringen Platz auf den Displays deshalb klar abgesteckte Grenzen. Für Business-Kunden und zahlungswillige Privatanwender gab es allerdings schon seit einigen Jahren die wegweisenden Geräte der Nokia-Communicator-Serie und den Blackberry mit kompletter Tastatur und mit - für die damalige Zeit - ausgereiften Betriebssystemen zur Nutzung des mobilen Internets.

Touchscreen und virtuelle Tastatur waren beim iPhone wegweisend

Statt der herkömmlichen Tastatur war das iPhone erstmals über ein berührungsempfindliches Display und eine virtuelle Tastatur steuerbar. Anders als bei den bis dahin mit oft labyrinthartigen Menüs strukturierten Mobiltelefonen der grossen Marktführer liess sich das iPhone ohne Handbuch in Betrieb nehmen und nutzen. Und über den App Store wird es ohne Umweg über den PC mit Anwendungen bestückt. Neben der benutzerfreundlichen Bedienung wird von Branchenexperten aber auch das minimalistische Design herausgestellt.

Obwohl das iPhone damals längst nicht an vorderster Front in der modernen Mobilfunktechnik mitspielte und zunächst nur den gegenüber UMTS deutlich langsameren Standard EDGE unterstützte, ebnete das Telefon dem mobilen Internet immerhin bei der Bedienung einen ganz neuen und komfortablen Weg. Und: Den Mobilfunk-Providern erschliessen sich seither neue Einnahmequellen durch die mobile Datennutzung. Das war so attraktiv, dass sich erstmals ein Handy-Hersteller exklusive Partnerschaften mit einem Provider leisten konnte. Und, ebenfalls ein Novum, handelte mit Apple erstmals ein Gerätehersteller eine Umsatzbeteiligung bei der Datennutzung aus.

Trotz technischer Schwächen und hohem Preis ein «must have»

Dem neuen Herausforderer wurde zum Start weg von Analysten ein grosses Potenzial zugeschrieben. Technische Schwächen schien Apple spielend mit dem Design und der Beliebtheit der eigenen Marke auszugleichen. Trotz des für die Branche unverhältnismässig hohen Preises - das iPhone wurde von den Providern zunächst nicht subventioniert - wurde das iPhone zu einem Erfolg bei den Nutzern. Und es dauerte nicht lange, bis alle führenden Handy-Hersteller ebenfalls mindestens ein Gerät mit Touch-Display und App Store im Portfolio haben wollten.

iPhone 3G: Gerätepreis sinkt und Umsatzbeteiligung fällt weg

Bereits ein Jahr später legte Apple mit dem iPhone 3G nach - und gab das Geschäftsmodell mit der Umsatzbeteiligung zugunsten niedrigerer Gerätepreise auf. Mit der Unterstützung von UMTS und HSDPA konnte das iPhone nun auch technisch einigermassen gegenüber der Konkurrenz aufschliessen. Heute gehört das iPhone zu den weltweit meistverkauften Handys. Der lange Jahre unangefochtene Marktführer Nokia hingegen hat in der Zwischenzeit Marktanteile im zweistelligen Prozentbereich verloren - Tendenz fallend.

Gegenwind bekommt Apple derzeit von ganz anderer Seite: Mit viel Erfolg hat Google sein Smartphone-Betriebssystem Android auf den Markt gebracht. Über Kooperationen mit den grossen Herstellern ist Android inzwischen zum am weitesten verbreiteten mobilen Betriebssystem aufgeschossen. Mit einem Marktanteil von zuletzt über 43 Prozent verweist Googles Plattform Nokias Symbian (22,1 Prozent) und Apples iOS (18,2 Prozent) laut Gartner auf die nachfolgenden Ränge.

Krieg der Giganten: Patentstreitigkeiten verändern Marktgeschehen

Im Markt mobiler Geräte gab es bis zum Markteintritt von Apple noch nie so viele Patentstreitigkeiten wie in den vergangenen zwei Jahren. Apple wirft - insbesondere den Herstellern von Geräten mit Android - massenhaft Patentverletzungen vor.

Doch auch Apple hat den Erfolg von Android intensiv mitverfolgt: Optisch gibt es zwischen den beiden Betriebssystemen momentan so viele Übereinstimmungen, dass die Konkurrenten sich Apples Streiterei nicht mehr nur aus der Position des Angeklagten heraus anschauen. Einige Firmen haben mittlerweile gegenüber Apple erste gerichtliche Erfolge im Patentstreit erzielt, und ein Ende der Zwistigkeiten ist noch nicht absehbar. Obwohl der Kunde von Verkaufsverboten keinen Vorteil hat, haben diese Auseinandersetzungen den Markt mobiler Geräte in den letzten Jahren stark geprägt.

(Alexander Kuch/teltarif.ch)

Kommentieren Sie jetzt diese egadgets.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Ein Fünftel des Umsatzes macht die Technikbranche mit Smartphones.
Las Vegas - Die grosse Nachfrage in ... mehr lesen
Apple-Chef Steve Jobs hat vor ... mehr lesen
Apples Problem: Android hat sich innert kürzester Zeit zum erfolgreichsten Handy-Betriebssystem gemausert.
Cupertino - In der Nacht auf heute, ... mehr lesen
Cupertino - Apple hat am Dienstag ... mehr lesen
Das neue iPhone 4s: Immer noch der unpraktische Startbildschirm mit den Apps.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Steve Jobs: «Messias der Apple-Jünger beim Gottesdienst», witzelten bereits Kritiker.
Zürich/Wien - Apple ist eine Religion, ... mehr lesen 2
San Francisco - Apple greift die ... mehr lesen
Dünnes Smartphone: Apples iPhone 4.
Das «S» im Namen bedeutet «Speed».
eGadgets Apple hat heute anlässlich der ... mehr lesen
Unter grossem Kundenandrang ist in den USA der Verkauf des ersten Apple-Handys iPhone angelaufen.
eGadgets Seit es Mobiltelefone gibt, ist kaum ... mehr lesen
eGadgets San Francisco/Wallisellen - Apple hat ... mehr lesen
Wie von Apple gewohnt hat auch das «iPhone» eine kinderleichte Oberfläche.
Verkaufen Sie uns Ihr iPhone, iPad oder iPod
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Wie sieht die Zukunft von Google aus?
Wie sieht die Zukunft von Google aus?
Der Google-Mutterkonzern Alphabet musste am Montag einen herben Kursverlust hinnehmen, nachdem die New York Times berichtete, dass Samsung möglicherweise Google als Standardsuchmaschine auf seinen Mobilgeräten durch Bing ersetzen will. Dies könnte Alphabet jährlich rund drei Milliarden US-Dollar an Einnahmen kosten. mehr lesen 
Microsoft hat angekündigt, dass der KI-Chatbot seiner neugestalteten Suchmaschine Bing nun auch auf Android- und iOS-Smartphones verfügbar ... mehr lesen  
Die KI-Funktionen in Skype sollen dazu dienen, die soziale Kommunikation mit Freunden und Familie zu verbessern.
Viel Geld haben viele, ein ungeöffnetes iPhone  2G nur wenige.
Ein ungeöffnetes iPhone der ersten Generation aus dem Jahr 2007 kommt am Donnerstag unter den Hammer - mit einem geschätzten Wert von 50.000 Dollar. mehr lesen  
Publinews Wenn Sie ein altes Smartphone oder iPhone verkaufen, ist es wichtig, dass Sie die notwendigen Schritte unternehmen, um Ihre ... mehr lesen  
Der erfolgreiche Verkauf von Handys beginnt mit der Erstellung schöner Produktfotos, die den wahren Zustand Ihres Geräts zeigen.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
 
News
         
Kurzen Yoga-Sequenzen sind ideal, um zwischendurch eine Pause zu machen und den Stresspegel merklich zu senken.
Publinews In einer schnelllebigen Welt, in der Stress allgegenwärtig ist, sucht man oft nach effizienten Wegen zur Entspannung. Yoga, eine ... mehr lesen
Es gibt 1000 Gelegenheiten, bei denen man einen lieben Menschen mit einem Geschenk überraschen möchte.
Publinews Was schenke ich einer Naschkatze bloss zum Geburtstag, zum Firmenjubiläum oder auf Weihnachten? Wer einem lieben Menschen etwas Süsses schenken will, steht oftmals ... mehr lesen
Der Schutz der elektronischen Komponenten von Outdoortechnik stellt eine besondere Herausforderung dar, ist aber möglich.
Publinews Im Freien zu leben und zu arbeiten bringt die Notwendigkeit mit sich, unsere Technologie gegen die Launen ... mehr lesen
Im Zuge der Industrie 4.0 erfahren auch Roboter einen Wandel von separierten Systemen hin zu einer vernetzten Produktionsgemeinschaft.
Publinews Industrielle Automatisierung und Produktion 4.0  Industrielle Automatisierung mit oder Roboter? Diese Frage stellen sich inzwischen viele produzierende Betriebe. mehr lesen
Über ein ausgefallenes Geschenk freuen sich viele.
Publinews Innovative Gadgets sind mehr als nur technische Spielereien; sie sind Begleiter, die den Alltag erleichtern und bereichern. Als ... mehr lesen
Es gibt viele hilfreiche Apps auf Google Play, man  muss sie nur finden.
Publinews Android ist ein unglaublich vielseitiges Betriebssystem, das heute mit fast 4 Millionen Apps im Play Store begeistern kann. Deswegen ist es oftmals gar nicht mal so ... mehr lesen
Die Suchmaschinenoptimierung (SEO) hat sich in den letzten Jahren gewandelt.
Publinews Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist ein sich ständig wandelndes Feld, dessen Dynamik durch die sich stets ... mehr lesen
Anglizismen bereichern den Wortschatz und führen zu sprachlicher Vielfalt.
Publinews Anglizismen sind Wörter, die aus dem Englischen in eine andere Sprache übernommen werden und bilden ein faszinierendes Phänomen, das im ... mehr lesen
Eine personalisierte Shopping-Erfahrung ist für viele Menschen heutzutage unverzichtbar geworden.
Publinews In der heutigen Zeit hat das Online-Shopping eine enorme Bedeutung erlangt und gehört für viele Menschen zum Alltag. ... mehr lesen
Durch die Digitalisierung wird modernes Shopping möglich.
Publinews Die Digitalisierung führt zu Wandlungsprozessen in allen privaten und beruflichen Lebensbereichen. Unter anderem bringt sie neue Technologien mit sich, ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 10°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Basel 11°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 7°C 18°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 8°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 10°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Genf 9°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 12°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten