China will IT-Grossmacht werden

publiziert: Dienstag, 8. Mrz 2005 / 08:18 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 8. Mrz 2005 / 11:00 Uhr

Chinesische Unternehmen wollen auf der diesjährigen IT-Messe CeBIT erstmals Schlagzeilen mit eigenen Produkten machen. Der Mobiltelefon-Hersteller ZTE zum Beispiel will eines der kleinsten UMTS-Handys der Welt zeigen.

Die chinesische Firma ZTE will auf der CeBIT eines der kleinsten UMTS-Handys vorstellen. (Archiv)
Die chinesische Firma ZTE will auf der CeBIT eines der kleinsten UMTS-Handys vorstellen. (Archiv)
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Insgesamt haben sich mehr als 300 Aussteller aus dem Reich der Mitte angesagt, das hier zu Lande bisher meist nur als billiger Produktionsstandort oder Markt für die eigenen Produkte gesehen wurde.

Seit der Übernahme des IBM-PC-Geschäfts durch das chinesische Unternehmen Lenovo werden die ehrgeizigen Pläne der Volksrepublik, von der verlängerten Werkbank zur eigenständigen IT-Grossmacht aufzusteigen, nicht mehr nur in Expertenkreisen diskutiert. Bei der CeBIT (10. bis 16. März) wird man sich die Produkte dazu ansehen können.

"Die chinesischen Hersteller haben bei der Produktion von Mobiltelefonen noch einiges zu lernen", sagt Analyst Ben Wood vom Marktforschungsinstitut Gartner. Derzeit liege ihre Stärke in günstigen Einsteigermodellen. Bei UMTS- oder Multimedia-Handys gebe es dagegen Probleme. In China selbst konnten Hersteller wie der Siemens-Partner Ningbo Bird, TCL und Eastcom den führenden westlichen Herstellern bereits Marktanteile abjagen.

Ningbo Bird ein grosses Risiko für Nokia

"Es wird den chinesischen Unternehmen sehr schwer fallen, die Standards der grossen Mobilfunkbetreiber wie Vodafone, T-Mobile oder Orange zu erfüllen - vor allem bei der Software", sagte Wood. Hinzu kämen die enormen Anstrengungen, die für den Aufbau einer Marke erforderlich seien.

Auf lange Sicht stellten die chinesischen Hersteller ein grosses Risiko für Wettbewerber wie Nokia dar. In drei bis fünf Jahren sei mit den ersten interessanten Produkten zu rechnen. "Ihre langfristige Planung macht die chinesischen Unternehmen so gefährlich", sagt Wood. Er erwartet nicht, dass ein chinesischer Hersteller wie Ningbo Bird die defizitäre Siemens-Handysparte kaufen wird.

"Andererseits erhalten Unternehmen wie Ningbo Bird oder Lenovo von der chinesischen Regierung erhebliche Mittel, die sie dazu in die Lage versetzen."

China investiert Milliarden in eigenständige Software und Telekommunikationssysteme. Als unmittelbare Gefahr für das eigene Geschäft sehen Vertreter der IT-Branche die chinesischen Bestrebungen jedoch nicht. "Die Frage müsste eigentlich lauten, wie lange dauert es, bis Cisco Systems den chinesischen Unternehmen auf ihrem Heimat-Markt noch mehr Konkurrenz macht", sagt Cisco-Deutschlandchef Andreas Dohmen. Sein Unternehmen habe "einige Jahre Vorsprung in der Forschung und an Erfahrung".

Chinesen bei wenig komplexen Produkten stark

Sun-Deutschlandchef Marcel Schneider sieht es ähnlich: "Bei wenig komplexen Produkten ist China stark. Wir sind in einem Hightech-Umfeld tätig und da bemerken wir keinen Wettbewerbsdruck aus China." Druck gibt es im Niedrigpreisbereich: Bei Standard-Netzwerkkomponenten versucht der chinesische Telekomausrüster Huawei den Marktführer Cisco über den Preis auszustechen. In Hannover will das Unternehmen Handys zeigen. Und der Aufstieg von Lenovo zum drittgrössten PC-Hersteller der Welt nach Dell und Hewlett-Packard wird es Experten zufolge noch schwieriger machen, im Geschäft mit Personal Computern attraktive Renditen zu erwirtschaften.

(dpa / Thomas Michel/teltarif.ch)

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