Bessere Kontrolle der Sendemasten-Strahlenwerte

publiziert: Montag, 16. Jan 2006 / 21:48 Uhr

Mit einem neuen System will das Bundesamt für Umwelt (BAFU) die Strahlungswerte von Mobilfunkantennen besser kontrollieren lassen.

Swisscom Mobile, sunrise und Orange haben sich dazu verpflichtet, das neue System Ende dieses Jahres einzuführen.
Swisscom Mobile, sunrise und Orange haben sich dazu verpflichtet, das neue System Ende dieses Jahres einzuführen.
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Mit dem vorgeschlagenen Qualitätssicherungssystem (QS) soll eine unabhängige Stelle die Steuerzentralen der Netzbetreiber für die Sendeleistung und Sendeeinrichtungen im tatsächlichen Betrieb periodisch überprüft und beglaubigt werden.

In einer Datenbank werden die eingestellten Werte für die Sendeleistung und -richtung täglich mit den bewilligten verglichen. Werden die eingestellten Werte überschritten, sollen die Netzbetreiber den Planungen zufolge innerhalb von 24 Stunden die Strahlenwerte reduzieren und die Überschreitung den Behörden melden.

Nach Angaben des Bundesamts haben sich die drei Mobilfunkanbieter Swisscom Mobile, sunrise und Orange dazu verpflichtet, das neue System Ende dieses Jahres einzuführen.

Mit Immissionsmessungen überprüfen

Zurzeit wird der Bau von Mobilfunkantennen dann bewilligt, wenn die Strahlungsbelastung in der Umgebung der Anlage korrekt berechnet und die Grenzwerte gemäss dieser rechnerischen Prognose eingehalten werden. Für die Einhaltung der Strahlengrenzwerte im tatsächlichen Betrieb sind die Netzbetreiber verantwortlich, wobei die Behörden dies mit Immissionsmessungen überprüfen können.

Die Ausrüstung der Anlagen und deren Einstellungen hingegen werden bislang durch die Behörden nur stichprobenweise kontrolliert. Weil jedoch die Sendeleistungen und die Senderichtungen ferngesteuert verändert werden können, hat das Bundesgericht im vergangenen Frühjahr befunden, der Betrieb von Mobilfunkantennen müsse noch besser kontrolliert werden.

Baugesuche für Mobilfunkantennen gestoppt

Künftig sollen die Vollzugsbehörden über alle allfälligen Überschreitungen informiert werden und zur Kontrolle auch eine uneingeschränkte Einsicht in die Datenbank erhalten. Einige Kantone und Gemeinden haben nach Angaben des BAFU die Bearbeitung hängiger Baugesuche für Mobilfunkantennen oder Rekurse gestoppt, bis Klarheit herrscht, wie das Anliegen des Bundesgerichts umgesetzt werden kann.

Mit der nun empfohlenen Lösung und der Verpflichtung der Netzbetreiber zur Einrichtung des QS-Systems können nun wieder neue Sendemasten bewilligt werden.

(Björn Brodersen/teltarif.ch)

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