BenQ Mobile hat Konkurs angemeldet

publiziert: Freitag, 29. Sep 2006 / 19:22 Uhr

München - Die ehemalige Siemens-Handysparte von BenQ in Deutschland ist mit 3000 Beschäftigten im Konkurs.

Bei der Übernahme der Handy-Sparte von Siemens habe BenQ ein längerfristiges Engagement in Deutschland angekündigt.
Bei der Übernahme der Handy-Sparte von Siemens habe BenQ ein längerfristiges Engagement in Deutschland angekündigt.
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BenQ wehrte sich gegen Vorwürfe, sie hätten das Unternehmen ausgeplündert. Auch Siemens wies Kritik zurück.

Der taiwanische Mutterkonzern BenQ hatte der deutschen Tochter am Donnerstag den Geldhahn zugedreht. BenQ Mobile, die Siemens vor knapp einem Jahr an die Asiaten abgegeben hatte, ist damit finanziell am Ende. Durch den Konkurs sind in Deutschland 3000 Arbeitsplätze gefährdet.

Der Elektronikkonzern BenQ wies Vorwürfe aus der Politik und der Gewerkschaft IG Metall zurück, er habe die deutsche BenQ Mobile systematisch ausgeplündert und in den Konkurs getrieben. «Wir haben niemals geplant, so etwas zu tun», sagte BenQ-Finanzchef Eric Yu in Taipeh.

Siemens: Sehr betroffen von der Entwicklung

Bei der Übernahme der Handy-Sparte von Siemens vor einem Jahr habe BenQ ein längerfristiges Engagement in Deutschland angekündigt, sagte Stoiber in München. Der unvermittelte Ausstieg folge dem Prinzip des «Hire and Fire», das in einer sozialen Marktwirtschaft nicht akzeptiert werden könne.

Auch der deutsche Technologiekonzern Siemens wies Kritik zurück. «Wir sind sehr betroffen von der Entwicklung, und es ist für uns unverständlich, dass BenQ in Deutschland Insolvenz angemeldet hat», sagte Siemens-Kommunikationschef Janos Gönczöl.

Der Konzern habe bei der Auswahl des Abnehmers von Siemens Mobile vor einem Jahr sehr wohl darauf geachtet, dass die Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland auch in Zukunft gesichert blieben.

Verantwortung weitergereicht?

Im Zusammenhang mit dem Insolvenzantrag war Kritik laut geworden, der Siemens-Vorstand habe es den Taiwanern überlassen, das lange Zeit verlustträchtige Handygeschäft abzuwracken, und die Verantwortung weitergereicht.

Gewerkschafter warfen BenQ vor, sich neben der finanziellen Mitgift von mindestens 250 Mio. Euro das Patentportfolio für Siemens-Handys unter den Nagel gerissen zu haben, aber keine Verantwortung für die Mitarbeiter zu zeigen.

(smw/sda)

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