Beamer-Handys noch dieses Jahr?

publiziert: Donnerstag, 9. Jul 2009 / 22:14 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 9. Jul 2009 / 22:53 Uhr

Taipeh/Wien - Berichten zufolge hat der taiwanische Hersteller Foxlink mit der Entwicklung von Mikroprojektormodulen für die Verwendung in Handys und Smartphones begonnen. Erste Muster sollen zu Testzwecken bereits an Hersteller verschickt worden sein.

Experten sind eher skeptisch: Die Auflösung und Lichtstärke sind noch zu gering.
Experten sind eher skeptisch: Die Auflösung und Lichtstärke sind noch zu gering.
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Foxlink soll des Weiteren mit einem europäischen Mobiltelefonspezialisten zusammenarbeiten.

Namen wurden noch nicht genannt, taiwanische Branchenbeobachter berichten jedoch, dass Foxlink gute Kontakte zu Nokia haben soll.

Mit Geräten für Endanwender kann noch 2009 gerechnet werden. Hersteller Foxlink will seine Minibeamer-Module bereits im vierten Quartal in Serie produzieren und an die Handyhersteller ausliefern.

Statussymbol ohne echten Nutzen

Experten stehen Beamer-Handys noch recht skeptisch gegenüber. «Damit kann man nur ein brauchbares Bild erzielen, wenn man in völliger Dunkelheit auf eine A4-Seite projiziert», so der Experte für Präsentationstechnik Christian Vogrin.

«Für professionelle Präsentation ist die Technik ungeeignet, es ist eher ein nettes Gimmick. Die Auflösung reicht nicht für eine Datenprojektion in vernünftiger Qualität, für kurze Filmclips oder TV in abgedunkelten Räumen ist es schon eher geeignet», so Vogrin. Beamer-Handys werden in erster Linie als Statussymbol dienen. «Man fällt auf mit so einem Ding», meint er.

Einen Einsatzbereich abseits von ernsthaften Präsentationen sieht er für die Projektionshandys dann aber doch. «Wenn man nur kurz privat etwas vorführen will, dann ist der Miniprojektor trotzdem besser als das kleine Handy-Display».

Beamer-Handy in Süd-Korea

Zuletzt hatte Samsung für Aufsehen gesorgt, als der südkoreanische Elektronikspezialist im Februar ein eigenes Beamer-Handy präsentierte. Das Gerät wird mittlerweile in Serie produziert, ist jedoch nur auf dem südkoreanischen Markt erhältlich.

Der von Texas Instruments entwickelte Mini-Beamer, der in Samsungs Gerät zum Einsatz kommt, schafft eine Auflösung von 480 mal 320 Bildpunkten, die er mit einer Diagonale von rund 1,3 Metern an die Wand projiziert. Die Lichtstärke dieses Geräts beträgt zehn Lumen.

Unüberwindbare technische Hürden

Die genauen Spezifikationen der Beamer-Elemente von Foxlink sind noch nicht bekannt, sie dürften aber denen von Samsungs Modulen ähneln. «Durch die Grösse ist die Leistungsfähigkeit der Geräte begrenzt. Stärkere Projektoren scheitern am höheren Stromverbrauch und der höheren Hitzeentwicklung», so Vogrin.

In den nächsten fünf Jahren kann sich der Experte auf dem Gebiet der Beamer-Handys keine wesentliche Fortschritte vorstellen. »Da müssten schon technische Quantensprünge passieren«, sagt er.

(bert/pte)

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