Autofahrer dürfen weiterhin telefonieren

publiziert: Freitag, 17. Dez 2004 / 13:37 Uhr / aktualisiert: Freitag, 17. Dez 2004 / 16:53 Uhr

Bern - Autofahrer sollen weiterhin telefonieren dürfen. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) ist vom Vorschlag abgerückt, Freisprechanlagen in Fahrzeugen zu verbieten. Das letzte Wort hat Mitte 2005 der Bundesrat.

Mit Freisprechanlagen soll das Telefonieren im Auto weiterhin erlaubt bleiben.
Mit Freisprechanlagen soll das Telefonieren im Auto weiterhin erlaubt bleiben.
Die Kontroverse ums Telefonieren am Steuer entzündete sich letzten August, als das ASTRA eine vorläufige Liste mit Massnahmen für mehr Verkehrssicherheit präsentierte. Nun präsentierte das Amt den vierten Synthesebericht zu via secura.

Die meisten der 56 Massnahmen wurden aus der provisorischen Liste übernommen - mit zwei Ausnahmen. Erstens sollen die Freisprechanlagen erlaubt bleiben. Und zweitens wurde der Einbau von Unfalldaten-Aufzeichnungsgeräten verworfen.

Befristete Abgabe von Ausweisen

Beim Alkohol beharrt das ASTRA darauf, dass Neulenker in der Probezeit und Berufschauffeure während der Arbeit nüchtern sein müssen; für sie soll die Nullpromille-Grenze gelten. Autofahrer, die alkoholisiert erwischt werden, sollen in die Nachschulung.

Führerausweise sollen zeitlich befristet und nur nach einer Weiterbildung verlängert werden. Motorfahrzeuge sollen auf der Strasse auch tagsüber immer mit Licht fahren.

Weiter sollen Velofahrer einen Helm tragen. Vorerst soll dies mit Hilfe eines Anreizsystems geschehen. Falls aber bis 2012 nur eine Minderheit beim Velofahren den Helm aufsetzt, möchte das ASTRA ein Obligatorium einführen.

Kosten von 670 Mio. Franken jährlich

Die Umsetzung des Massnahmenpakets hätte in den ersten 15 Jahren durschschnittliche Kosten von schätzungsweise 670 Millionen Franken pro Jahr zur Folge. Die Sicherheit hat einen Preis, erklärte ASTRA-Direktor Rudolf Dieterle vor den Medien.

Das Programm soll finanziert werden durch einen prozentualen Zuschlag auf der risiko- und verursachergerecht ermittelten Motorfahrzeug-Haftpflicht-Versicherungsprämie. Wer während Jahren unfallfrei fährt, soll einen Rabatt erhalten.

Das Ziel von via secura ist, die Zahl der Verkehrstoten bis 2010 um die Hälfte - auf weniger als 300 pro Jahr - und die Zahl der Schwerverletzten auf weniger als 3000 pro Jahr zu senken.

Positive Reaktionen

Die Reaktionen fallen überwiegend positiv aus. Es sei ein Schritt in die richtige Richtung, finden bfu, TCS und VCS. Die IG Motorrad sieht die persönlichen Freiheiten gefährdet und der Nutzfahrzeugverband ASTAG stellt die Nulltoleranz in Frage.

(rp/sda)

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