Google internes Sesselrücken

Andy Rubin räumt Chefsessel bei Android

publiziert: Donnerstag, 14. Mrz 2013 / 12:27 Uhr
Google: Andy Rubin legt Amt als Android-Chef nieder.
Google: Andy Rubin legt Amt als Android-Chef nieder.

Nachfolger wird bisheriger Chrome-Experte Sundar Pichai.

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Beim Google-Betriebssystem Android, mit dem hunderte Millionen Smartphones laufen, gibt es einen Chefwechsel. Der Manager Andy Rubin, der die Software einst mitentwickelt hatte, soll einen anderen Job bei dem Internet-Konzern bekommen. «Andy hat entschieden, dass es an der Zeit ist, die Zügel aus der Hand zu geben und ein neues Kapitel bei Google zu beginnen», schrieb Konzernchef Larry Page gestern in einem Firmenblog. Zu den genauen Gründen des Wechsels sowie den neuen Aufgaben schwieg sich der Google-Chef aus.

Nachfolger als Android-Chef wird Sundar Pichai, der sich bei Google um den Chrome-Browser, das Computer-Betriebssystem Chrome OS sowie die Büroanwendungen Google Apps kümmert. Er übernimmt den neuen Posten zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben. Damit bringt Google seine bisher nebeneinander entwickelten beiden Betriebssysteme in der Hand eines Managers zusammen. Es sei nicht leicht, in Andy Rubins Fussstapfen zu treten, schrieb Konzernchef Page. «Ich bin aber überzeugt, dass Sundar einen tollen Job machen wird.»

Google übernahm Andy Rubin 2005 mit Android

Der ehemalige Apple-Entwickler Rubin hatte 2003 das Start-up Android gegründet, um ein offenes Betriebssystem für mobile Geräte auf die Beine zu stellen. Google übernahm die Firma 2005, wobei Rubin an Bord blieb. Unter seiner Führung stieg Android zum führenden Smartphone-System auf.

Nach einer Erhebung der Marktforschungsfirma IDC wurden im vergangenen Jahr 497 Millionen Android-Smartphones ausgeliefert. Im Jahr zuvor waren es erst halb so viele Geräte. Der Marktanteil stieg demnach auf 69 Prozent, während Apple mit seinem iPhone bei 19 Prozent stagnierte. Android-Geräte kommen von diversen Herstellern in vielen Preislagen, allen voran von Samsung, aber auch HTC, LG oder der Google-Tochter Motorola.

Erfolgsgeschichte: Mehr als 750 Millionen Android-Geräte aktiviert

Nach Angaben von Page wurden bis dato mehr als 750 Millionen Android-Geräte aktiviert, neben Smartphones sind das auch Tablets und inzwischen auch alles mögliche bis hin zur vernetzten Gabel. Für den späten Donnerstag hat Samsung zu einer Produktvorstellung nach New York geladen. Es wird damit gerechnet, dass der südkoreanische Konzern sein neues Smartphone-Flaggschiff Galaxy S4 zeigt.

Zuletzt schien das Verhältnis von Google und Samsung angespannt. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona im Februar hatte Rubin den Elektronikkonzern vor dem Aufbau einer eigenen, isolierten Plattform gewarnt: «Und mein Rat ist: Bauen Sie keine Inseln, sie funktionieren nicht mehr. Sie müssen Ökosysteme aufbauen, die verschiedenen Herstellern offenstehen.» Das «Wall Street Journal» schrieb nach seinem Abgang, Rubin und seine Kollegen seien zunehmend über die Dominanz von Samsung unter den Android-Partnern besorgt gewesen.

Offene Betriebssysteme sind die Zukunft

Der Erfolg von Android - genauso wie von Apples iPhone - beruht auf den Zusatzprogrammen aussenstehender Entwickler, den Apps. Dadurch wird ein Smartphone zum Multifunktionsgerät. Rund 25 Milliarden sind davon bisher aus dem Google Play Store geladen worden. Vor Android sei es extrem aufwändig gewesen, Dienste für mobile Geräte zu bauen, schrieb Google-Chef Page. «Wir hatten mehr als 100 Telefone in unserem Schrank und haben unsere Software so ziemlich für jedes Gerät einzeln entwickelt.» Rubins offenes Systems habe dies verändert.

Page gab Rubin mit auf den Weg, er solle noch häufiger den Mond ins Visier nehmen. «Moonshoots» nennt man bei Google Projekte, die weltveränderndes Potenzial haben, aber auch mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern können.

(Alexander Kuch/teltarif.ch)

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