3G LTE: 200 MBit/s übers Mobilfunknetz

publiziert: Mittwoch, 17. Mai 2006 / 08:22 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 18. Mai 2006 / 10:07 Uhr

Håkan Eriksson, Senior Vice President des Telekommunikations-Ausrüsters Ericsson, stellte auf der Konferenz VON Europe zukünftige Trends im Mobilfunk vor.

Mobile Kommunikation wird in Zukunft nicht mehr durch mangelnde Geschwindigkeit begrenzt.
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Demnach wird die Peak-Datenrate, die man mit Datenkarten erreichen kann, von derzeit 1,8 MBit/s in mehreren Zwischenschritten auf 200 MBit/s steigen. Bereits recht deutlich sichtbar sind die ersten Schritte zur Beschleunigung. Der Downstream-Turbo HSDPA wird in drei Stufen auf 3,6 MBit/s, 7,2 MBit/s und schliesslich 14,4 MBit/s ausgebaut. Mehr geht nicht mit herkömmlichem UMTS: Bei dieser Geschwindigkeit nutzt ein Nutzer alle Bits, die eine Basisstations-Antenne ausstrahlen kann. Parallel wird auch der Upstream-Turbo HSUPA ausgebaut. Ericsson (und auch Nokia) sprechen deshalb inzwischen auch allgemein von HSPA: High Speed Packet Access.

Der - mögliche - nächste Schritt ist die Vergrösserung der von den Basisstationen benutzten Bandbreite von 5 MHz auf 20 MHz. Dadurch vervierfacht sich auch die mögliche Bitrate auf ca. 60 MBit/s. Für diese Lösung müssen neue Lizenzen vergeben werden, dafür ist sie technisch recht einfach, da bestehende Standards einfach «aufgebläht» werden. Der - alternative - nächste Schritt ist die Nutzung von mehreren Antennen bei Sender und Empfänger, was auch als «MIMO» (Multiple Input, Multiple Output) bezeichnet wird. Herr Eriksson stellte ein 4x4-Schema vor, bei dem je vier Antennen im Handy und in der Basisstation miteinander kommunizieren. Wie bei einer Kanalbündelung können diese Antennen gleichzeitig Signale übetragen, bei ausreichend guter Filterung auch auf derselben Frequenz. Letztendlich können hiermit 45 MBit/s erreicht werden.

Dreifach-Turbo

Schliesslich können alle genannten Technologien (HSDPA, MIMO und höhere Bandbreite) kombiniert werden, um Datenraten von bis zu 200 MBit/s zu erreichen. In einem späteren Vortrag nannte auch Nokia die künftige Bitrate von 200 MBit/s. Zum Vergleich: Vor einem Jahr sprach Nokia noch von «nur» 100 MBit/s. Dass beide Anbieter von derselben Bitrate sprechen, zeigt aber, dass die Standardisierung an 3G LTE («long term evolution») zügig voran schreitet.

Die Datenraten, die der einzelne Nutzer tatsächlich erhält, werden hinter dem theoretisch möglichen zurückbleiben. Der Hintergrund ist, dass in der Regel mehrere Nutzer in einer Mobilfunkzelle aktiv sind. Für 1,8 MBit/s HSDPA nannte Herr Eriksson beispielsweise einen Median der tatsächlichen Geschwindigkeit von 1,2 MBit/s. Die Hälfte aller Verbindungen ist schneller als dieser Wert, die andere Hälfte ist langsamer.

WiMAX-Standardisierung instabil

Für die alternative Funk-Technologie WiMAX hatte Herr Eriksson kaum ein gutes Wort über. So sei diese vor allem auf den Bereich des festen oder «nomadischen» Betriebs zugeschnitten. Je mehr der Standard auch auf den mobilen Einsatz erweitert würde, desto instabiler würde der Standardisierungsprozess. Die Hardware-Hersteller hätten konsequenterweise damit begonnen, 3G-Datenkarten fest in Laptops zu integrieren. Der 3G-Standard sei anders als WiMAX stabil und heute verfügbar.

Bessere Chips

Getrieben wird die Entwicklung zu höheren Bandbreiten von immer kleineren Computer-Chips. Ein 2004 hergestelltes GPRS-Handy hat ca. 150 Komponenten und eine bestimmte Chip-Fläche. 2006 kann mit weniger Chip-Fläche und weniger Komponenten ein HS(D)PA/UMTS/EDGE/GPRS-Handy gebaut werden.

VoIP nur integriert im Netz

Auf die Frage, wie die Mobilfunk-Netzbetreiber auf VoIP-Dienste reagieren, antwortete Herr Eriksson, dass die Netzbetreiber aus Effizienzgründen lieber auf integrierte VoIP-Dienste setzen als auf externe wie Skype. So würde der in 3G-Netzen vorgesehene VoIP-Sprachmodus ca. 8 kBit/s benötigen, im Vergleich zu 40 kBit/s für Skype. Das dürfte aber nur ein Grund sein; schliesslich haben die Netzbetreiber das Interesse, Sprachminuten weiterhin möglichst teuer abzurechnen.

(Kai Petzke/teltarif.ch)

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