Nun auch verfügbar für mobile Geräte

3DMark für Android: Leistungs-Benchmark im ersten Test

publiziert: Dienstag, 2. Apr 2013 / 14:09 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 2. Apr 2013 / 16:12 Uhr
Das von PCs und Notebooks bekannte Benchmark-Programm 3DMark kommt erstmals auf mobile Geräte ohne Windows.
Das von PCs und Notebooks bekannte Benchmark-Programm 3DMark kommt erstmals auf mobile Geräte ohne Windows.

Das von PCs und Notebooks bekannte Benchmark-Programm 3DMark kommt erstmals auf mobile Geräte ohne Windows. Wir konnten die heute vorgestellte Version für Android vorab einem ersten Test unterziehen.

Die Firma Futuremark hat sich seit vielen Jahren darauf spezialisiert, Benchmark-Programme bereitzustellen, mit denen Anwender und vor allem Gamer ihre PC-Hardware auf Leistung testen können. Insbesondere die Programme PCMark und 3DMark haben sich hier als Quasi-Standard etabliert, wobei PCMark den Fokus auf die gesamte Systemleistung legt, während 3DMark besonders den Grafikprozessor strapaziert.

Die schwindende Bedeutung von Desktop-PCs ausserhalb der Gaming-Szene und der Boom bei mobilen Geräten machen es nun allerdings erforderlich, dass sich das Unternehmen vermehrt auf Smartphones und Tablets konzentriert. Anfang Februar erschien 3DMark für Windows 8 und Windows RT, die Android-Version behandeln wir hier, und auch auf iOS soll das Leistungsmessprogramm bald kommen.

Download und Installation: WLAN-Zugang notwendig

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels war 3DMark für Android noch nicht im Google Play Store verfügbar. Die Testversion konnten wir unter futuremark.com als *.apk-Datei direkt auf das Smartphone laden. Die Grösse der Datei beträgt 37,13 MB. Da die Installation dann ausserhalb des Google Play Store stattfindet, muss in den Sicherheitseinstellungen von Android aktiviert werden, dass der Nutzer eine Installation aus «unbekannten Quellen» zulässt.

Allerdings ist der Download damit noch nicht beendet: Nachdem die Installation der *.apk-Datei in weniger als einer Minute abgeschlossen war, begann 3DMark damit, einen 246,22 MB grossen «Ressourcen-Download» zu starten, der einmalig bei der ersten Benutzung des Programms notwendig ist. Es ist also ratsam, die Installation nicht über das mobile Internet, sondern über ein WLAN-Netzwerk durchzuführen.

Bei den Systemvoraussetzungen hat sich Futuremark noch nicht dazu geäussert, welcher Prozessor als Mindest-Voraussetzung im Smartphone oder Tablet verbaut sein muss. Beim Arbeitsspeicher ist allerdings 1 GB Pflicht, was nicht nur viele ältere, sondern auch aktuelle Einsteiger-Geräte von der Nutzung des Benchmarks ausschliesst. An Festspeicherplatz benötigt das Programm mindestens 300 MB.

Erster Test: Dual-Core-CPU geht, Quad-Core ist wünschenswert

In einem ersten Test installierten wir 3DMark auf dem Samsung Galaxy Note, das mit einem Dual-Core-Prozessor mit 1,4 GHz sowie mit 1 GB RAM ausgestattet, aber nicht gerade hochaktuell ist. 3DMark startete problemlos auf dem Smartphone; allerdings ist es so, das nicht alle Benchmarks von der Desktop-Version auf mobilen Geräten laufen. Einige Tests der Windows-Version strapazieren DirectX-11-Grafikkarten auf PC und Notebook, was auf Smartphones natürlich nicht möglich ist.

Aus der Windows-Version hat Futuremark die beiden Tests «Ice Storm» und «Ice Storm Extreme» in 3DMark für Android übernommen, «Cloud Gate» und «Fire Strike» stehen nicht zur Verfügung. Mit den beiden Ice-Storm-Tests wird aber bereits eine durchaus realistische Spiele-Umgebung auf dem Smartphone simuliert.

Futuremark empfiehlt 3DMark für Quad-Core Smartphones

Futuremark empfiehlt 3DMark insbesondere für die aktuell erscheinenden Quad-Core-Smartphones, was man dem Programm in unserem Test durchaus ansehen konnte. Auf dem Samsung Galaxy Note liefen beide Tests nicht flüssig, sondern mit deutlich sichtbaren Rucklern. Beim «Ice Storm» schwankte die Bildrate zwischen 3,9 und 12,4 Bildern pro Sekunde (Frames per Second / FPS). Wohlgemerkt: Erst ab einem Wert von etwa 24 FPS nimmt das Auge eine Bildfolge als flüssig wahr. Beim «Ice Storm Extreme» lag der Wert zwischen 3,2 und 15,4 FPS, wobei hier die durchschnittliche Bildrate noch etwas geringer war als beim «einfachen» Test.

3DMark erstellt am Ende eines jeden Tests einen Punktewert, der es erlaubt, das Testergebnis mit anderen Geräten (und Nutzern) zu vergleichen. Beim «Ice Storm» erzielte das Galaxy Note 1510 Punkte, beim «Ice Storm Extreme» waren es 1137 Punkte. In einer ersten Vergleichstabelle von Futuremark fanden wir das HTC One, das 10 437 beziehungsweise 6113 Punkte erreicht haben soll und auch das Nexus 4, das laut der Ergebnis-Vergleichsliste 10 840 beziehungsweise 6139 Punkte geschafft hat. Allerdings sind diese Vergleichswerte stets mit Vorsicht zu geniessen, da es immer möglich ist, dass der Besitzer des jeweiligen Smartphones das Gerät vor dem Test manipuliert hat (Hardware-Tuning und/oder Software-Anpassungen), um eine höhere Leistung zu erzielen. Unser Testgerät des HTC One schaffte in einem einmaligen Test ohne Modifikationen 9055 Punkte im «Ice Storm» und 5820 Punkte im «Ice Storm Extreme». Dabei lag die Bildrate bei beiden Tests meist über 26 FPS und brach nur bei ganz schwierigen Nebel- und Feuereffekten kurzzeitig auf 16 FPS ein.

Zum Ende unseres Tests installierten wir 3DMark auch probeweise auf einem Samsung Galaxy S Duos, das nur einen Single-Core-Prozessor und 512 MB Arbeitsspeicher mitbringt. Schon der «Ressourcen-Download» dauerte ungewöhnlich lange, und nach Abschluss der Installation startete das Benchmark nicht, sondern gab an, dass das Gerät «inkompatibel» sei. Letztendlich sollte man das Benchmark auf mindestens 10-15 Geräten (auch Tablets) ausprobieren, um eine definitive Aussage über die Vergleichbarkeit der Ergebnisse machen zu können.

(tafi/sda)

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