Der schnelle Helle
eReader Kindle Paperwhite von Amazon im Test
publiziert: Montag, 17. Dez 2012 / 09:10 Uhr

Amazon setzt auf leuchtendes HD-Display und streicht Audio-Support.

Mit dem Kindle Paperwhite hat der Online-Händler Amazon im September seinen neuesten E-Book-Reader vorgestellt, der seit Ende November auch hierzulande ausgeliefert wird. Die Nachfrage nach dem Lesegerät ist allerdings derart hoch, dass Amazon selbst zeitnah eingegangene Bestellungen erst Wochen später bearbeiten konnte. Aktuell nennt der Online-Händler Lieferzeiten von fünf bis sieben Wochen sowohl für das WLAN-only- als auch das UMTS-Modell des Paperwhite.

Die umfangreichen Werbeversprechen könnten das starke Interesse an dem neuen Kindle erklären. Er bietet erstmals einen beleuchteten Touchscreen und eine neue Display-Technologie namens Paperwhite, die für einen 25 Prozent höheren Kontrast und 62 Prozent mehr Pixel sorgen soll. Wir haben uns Amazons neuen E-Book-Reader einmal genauer angeschaut. Ob der Kindle Paperwhite das lange Warten wert ist, verraten wir im Test.

Kleines Schwarzes: Kindle Paperwhite in neuer Farbe

Bereits das Aussehen hebt den Kindle Paperwhite von bisherigen Lesegeräten ab. Mit dem schwarzen Gehäuse verlässt Amazon das typische Kindle-Grau der alten Generation und hat darüber hinaus auch den Home-Button gestrichen, der bis zum Kindle Touch noch an den Lesegeräten zu finden war. Die Form des Gerätes ist hingegen gleich geblieben. Eine gummierte Rückschale fasst die vordere Display-Partie mit ihrem mattschwarzen Kunststoffrand ein. An dem unteren, leicht ausladenden Rand wurde ein Power-Knopf sowie ein microUSB-Anschluss untergebracht. Weitere Anschlüsse wie beispielsweise eine Kopfhörerbuchse fehlen, da der Kindle Paperwhite keine Audio-Wiedergabe unterstützt.

Beim ersten Handling fällt sofort das Gewicht des E-Book-Readers auf, das recht schwer erscheint. Mit 222 Gramm bringt die UMTS-Version des Paperwhite auch einiges auf die Waage - gerade im Vergleich zu Konkurrenten wie dem Sony PRS-T2, der lediglich 162 Gramm wiegt, oder dem ebenfalls beleuchtetem Kobo glo mit 185 Gramm. Dank der gummierten Rückseite, dem angenehm breiten Display-Rand und der leicht abgerundeten Form liegt der Kindle Paperwhite aber trotzt seines Gewichts gut in der Hand. Auch die lückenlose Verarbeitung und die matte Optik des Gehäuses weiss zu überzeugen.

Das System des E-Book-Readers im Detail

Amazon übernimmt die Einrichtung des Lesegerätes zum grossen Teil selbst und verschickt seine Kindles bereits auf das Nutzerkonto des Käufers registriert. Der Leser muss bei der ersten Inbetriebnahme lediglich noch seine WLAN-Daten und eventuell die Login-Daten für Twitter und/oder Facebook eingeben. Der Social-Media-Bereich ermöglicht das Posten von Leseabschnitten oder dem Lese­status auf der eigenen Pinnwand und ist über das Menü Leseoptionen erreichbar. Eingaben über die virtuelle Tastatur erkennt der Reader zuverlässig und auch Wort­vorschläge werden gemacht.

Wer bereits einen Blick auf den Kindle Touch werfen konnte wird sich auf dem vollständig auf die Touch-Bedienung ausgerichtetem Homescreen des Paperwhite schnell zurechtfinden. Amazon hat die Ansicht grafisch zwar etwas angepasst und um einige hilfreiche Links erweitert, vom Grundprinzip ist sie aber gleich geblieben. Die oberste Hauptleiste wird nun nicht mehr von der Sucheingabe dominiert sondern zeigt Symbole die zum Homescreen (Haus), der Lichteinstellung (Glühlampe), zum Shop (Einkaufswagen), der Suche (Lupe) und zum Menü (dreigeteiltes Feld) führen.

Neuer E-Book-Reader von Amazon bringt Erleuchtung

Direkt unter der Symbolleiste werden die E-Books in der standardmässig eingestellten Cover-Ansicht abgebildet. Alternativ kann der Leser über das Menü auch in die Listen­ansicht wechseln, wobei bei dieser neben dem Buch-Titel auch der Autor und durch Punkte dargestellt der Lese­fortschritt gezeigt wird.

Der Kindle Paperwhite bietet erstmals die Möglichkeit direkt zwischen sich auf dem Gerät und in der Cloud befindlichen E-Books zu wechseln. Bücher aus der Cloud können mit einem Klick auf das Gerät geladen werden und sind so innerhalb weniger Sekunden lesbar. Die Reaktionszeiten des Kindle Paperwhite sind insgesamt sehr gut: Eingaben und Befehle werden schnell erkannt und das Blättern im E-Book geht sogar schneller als beim «echten» Buch.

Papiernahes Lesen auf dem Touchscreen

Der 6 Zoll grosse Touchscreen des Paperwhite hat in etwa die Grösse eines Taschenbuches. Auch die Darstellung bietet aufgrund des eInk-Displays in Zusammenarbeit mit einer leicht angerauten Touch-Oberfläche ein sehr papiernahes Leseerlebnis. Amazon wirbt in diesem Zusammenhang insbesondere mit einer höheren Auflösung von nun 1024 mal 768 Pixel statt den bislang üblichen 600 mal 800 Pixel. Während des Lesens mit mittlerer Schriftgrösse war von diesem Pixelanstieg allerdings kaum etwas zu merken. Lediglich bei höchster Schriftgrösse schienen die Buchstaben einen Tick mehr Schärfe zu haben.

Das wirkliche Highlight des Kindle Paperwhite ist jedoch die Beleuchtung. Diese wird über vier am unteren Displayrand platzierte LEDs realisiert, deren Lichtintensität sich in Stufen von 1 bis 24 regeln lässt. Auch bei heller Umgebung bringt die Beleuchtung einen deutlichen Mehrwert, da sie die Hintergrundfarbe von gelblich-grau zu schwarz-weiss verwandelt und somit den Eindruck eines stärkeren Kontrastes erweckt. Sichtbar wird das Licht allerdings erst ab etwa Stufe 10, bei höchster Intensität wirkt die Darstellung vor allem bei Bildern oder der Cover-Ansicht leicht glasig.

Die Ausleuchtung des Displays ist gleichmässig, obwohl Amazon eine LED weniger als beispielsweise der Hersteller Kobo beim Kobo glo einsetzt. Von den in anderen Tests berichteten Lichtproblemen konnten wir nichts feststellen. Erfreulich ist auch der Stromverbrauch der Lampen: Bei maximaler Beleuchtung ging die Ladung des Akkus unwesentlich schneller zurück, als ohne Licht. Was jedoch deutlich an der Batterie zehrte, war der Betrieb von WLAN und UMTS - ist die Datenverbindung durchgehend an, ist nach wenigen Tagen Schluss mit Lesen. Im Normalfall hält der Akku des Kindle Paperwhite aber mehrere Wochen.

Tipp der Redaktion: Wer sich hauptsächlich in Deutschland aufhält sollte zum WLAN-only-Modell für 129 Euro (knapp 160 Franken) greifen. Hier ermöglichen Hotspots oder das Tethern mit dem Handy auch einen mobilen Zugriff auf den Shop. Für diejenigen, die gern und viel Reisen, lohnt sich hingegen das UMTS-Modell für 189 Euro (ca. 230 Franken), da Amazon den Mobilfunkzugriff kostenlos in einer Vielzahl von Ländern anbietet und somit das Shoppen unterwegs ohne Roaming-Gebühren ermöglicht.

Ordnung muss sein: Bücherverwaltung auf dem Kindle Paperwhite

Was das Handling des Paperwhite und das der eigenen E-Book-Bibliothek merkbar erleichtert, ist der direkte Shop-Anschluss und die Möglichkeit, die Bücher in Ordnern zu sortieren. Leider erlaubt es Amazon aber immer noch nicht, Unterordner in bereits angelegten Sammlungen zu erstellen. Immerhin können die sich auf dem Gerät befindlichen Inhalte nach Kategorien gefiltert angezeigt werden, was die Übersichtlichkeit bei vielen unterschiedlichen Dateien erhöht. Unter «Meine Inhalte» finden Leser dafür direkt auf dem Startbildschirm Filter namens «Alle Inhalte», «Bücher», «Zeitschriften» und «Dokumente». Die fünfte Kategorie «Active Content» ist für deutsche Nutzer eher nebensächlich, da sich dahinter bislang nur in den USA erhältliche Spiele und Zusatz­software verbirgt.

Im E-Book lassen sich die bekannten Einstellung wie die Veränderung der Schriftgrösse, Schriftart, Zeilen­abstand und Seitenränder vornehmen. Mit der Pinch-to-Zoom-Geste kann die Schriftgrösse auch direkt im Text verändert werden. Auch die Darstellung im Querformat ist möglich, erfordert aber den Gang über das Menü, da der Paperwhite keinen Lagesensor besitzt. Zum Menü kommt der Leser mit einem Klick auf den oberen Textteil. Es öffnet sich die vom Startbildschirm bekannte Symbolleiste sowie eine Reihe von Kurzlinks für die Veränderung der Schrift, für die Kapitelauswahl und für die Nachrichten­funktion, über die Textabschnitte auf Facebook oder Twitter gepostet werden können.

Ganz unten im Text zeigt eine Leiste den Lese­fortschritt und die anhand der bereits aufgewendeten Zeit berechnete verbleibende Lesezeit im Buch. Ist ein E-Book beendet, kann neuer Lesestoff ohne den Einsatz eines Computers direkt über den integrierten Shop geladen werden. Hierüber bietet Amazon auch seine Leihbücherei an, über die Prime-Kunden einmal im Monat ein Buch kostenlos und beliebig lange ausleihen können. Mehr dazu gibt es in einer ausführlichen Anleitung. Kleiner Tipp: Wer gern Informationen über den Autor eines Buches oder eine Buchbeschreibung haben möchte, findet diese über das Menü im E-Book. Amazon lädt die Infos bereits mit dem Download des Buches auf das Lesegerät.

Wie alle E-Book-Reader der Kindle-Reihe arbeitet auch der Paperwhite mit Amazons hauseigener Verschlüsselung azw, was den Einkauf von Büchern nur über den Shop des Händlers möglich macht. Die azw-Verschlüsselung basiert auf dem Dateiformat mobi. Nutzern stehen knapp 1,4 GB an Speicher zur Verfügung, wobei die über Amazon gekauften Dateien in der Cloud gespeichert werden und dadurch den internen Speicher nicht belasten.

Fazit: Amazons Paperwhite ist ein würdiges Mitglied der Kindle-Reihe

Mit dem Kindle Paperwhite bringt Amazon erneut einen sehr soliden E-Book-Reader auf den Markt, der den aktuellen Trend der beleuchteten HD-Displays aufgreift. Das Gerät besticht durch seine schnelle Reaktionszeit und die buchnahe Darstellung von E-Books, ist jedoch im Kauf der Bücher auf den Amazon-eignen Shop beschränkt. Die LEDs leuchten den Touchscreen gleichmässig aus und sorgen für einen guten Kontrast und einen weniger grauen Hintergrund. Zudem zehrt das Licht kaum an der Akku-Kapazität.

Kleine Abstriche gibt es aufgrund der immer noch fehlenden Unterordner in der Bibliothek. Diese versucht Amazon allerdings durch die gefilterte Darstellung nach Kategorien auszugleichen. Auch verzichtet der Online-Händler bei seinem aktuellen Premium-Reader auf die Audio-Unterstützung, was sich leider aber nicht im Preis bemerkbar macht.

(Rita Deutschbein/teltarif.ch)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Point Cloud Animation vom Makerspace ...
Publinews Plattform für Kreative  St. Gallen - Am 28. Oktober 2019 wird der Weltraum an der Fürstenlandstrasse 103 eröffnet. Es ist ein Makerspace, ein Treffpunkt, ein Co-Working für Kreative und ein Ort der Inspiration. Der Weltraum ist ein vielseitiges Konzept mit dem Ziel Entwicklern, Kreativen, Techies und Selbstständigen eine Plattform zum Arbeiten und Austauschen zu bieten. mehr lesen  
Publinews Bis vor wenigen Jahrzehnten gab es kein Internet. E-Mails waren ein Fremdwort, etwas zu Googlen bedeutet noch, dass man in die nächste Bücherei pilgerte, um in ... mehr lesen  
SmartHome umfasst ein Konzept, das versucht, alle bisher analog verlaufenden Prozesse im Haus durch digitale zu ersetzten.
Die Besucher erwarten zwei kompakte Tage, an denen sich alles um Digital Marketing und E-Business dreht.
Swiss Online Marketing und Swiss eBusiness Expo  Swiss Online Marketing und Swiss eBusiness Expo sind das jährliche Gipfeltreffen für Digital ... mehr lesen  
Publinews Das Telefonmuseum Telephonica in Islikon erzählt die Geschichte der Telekommunikation von den Anfängen bis hin zur heutigen digital vernetzten Gesellschaft. Besuchen Sie uns und erleben Sie Telefongeschichte zum Anfassen, zum Hören und zum Fühlen - spannend inszeniert für Gross und Klein. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
Rund 50 Prozent der beleidigenden Tweets werden von Frauen gesendet. (Symbolbild)
DOSSIER Social Media Frauenfeindlichkeit auf Twitter bleibt ein Problem Auch wenn der Twitter-CEO Dick Costello ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 2°C 14°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Basel 6°C 17°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 4°C 15°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Bern 3°C 15°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Luzern 3°C 16°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Genf 6°C 17°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wolkig, aber kaum Regen
Lugano 8°C 14°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt bedeckt
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten