Microsoft will in Wachstumsmärkten mitmischen
Windows Phone auf Einsteiger-Smartphones
publiziert: Mittwoch, 29. Feb 2012 / 17:17 Uhr
Nokia hat das Lumia 610 in Barcelona vorgestellt.
Nokia hat das Lumia 610 in Barcelona vorgestellt.

Microsoft will mit seiner Smartphone-Plattform Windows Phone verstärkt in asiatischen Ländern wie China wachsen. Dafür werde es das Betriebssystem in einer Vielzahl neuer Sprachen geben, kündigte Microsoft-Manager Terry Myerson auf dem Mobile World Congress an.

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Die neue Plattform-Version Tango soll deshalb auch weniger anspruchsvoll sein und auf Geräten mit geringer Hardware-Leistung laufen. Ein erstes Modell der neuen Klasse stellte Nokia in Barcelona mit dem Lumia 610 vor. Es kommt mit einem Kampfpreis von 189 Euro (rund 227 Franken) zuzüglich Mehrwertsteuer im zweiten Quartal auf den Markt.

Das Lumia 610 wird damit das günstigste der derzeit verfügbaren Windows-Phone-Geräte. Bei gleicher Softwareausstattung soll es mit einem reduzierten Speicher von 256 Megabyte auskommen und nutzt einen günstigeren Prozessor von Qualcomm.

Microsoft sieht Bedarf für Einsteiger-Smartphones mit Windows Phone

«Wir sehen weltweit einen grossen Bedarf an Smartphones für unter 150 Euro», sagte Microsoft-Manager Achim Berg der dpa (dies entspricht rund 180 Franken). «Das stärkste Wachstum gibt es derzeit unter den preiswerteren Smartphones.» Mit der neuen Wachstumsstrategie habe Microsoft vor allem Länder wie China und Brasilien im Blick. Berg, der einstige Chef von Microsoft Deutschland, verantwortet derzeit sowohl für Windows Phone als auch für die Windows-Plattform das weltweite Geschäft mit den Providern.

Bislang habe es Windows Phones lediglich in fünf Sprachen gegeben, sagte Berg. Vor allem China gilt aber als riesiger Wachstumsmarkt der Mobilfunkbranche. Hier ist beispielsweise Nokia mit seinen einfachen Telefonen traditionell stark aufgestellt. Für Microsoft könnte der Partner nun zum willkommenen Türöffner werden.

Angebot an Windows-Phone-Apps soll ausgebaut werden

Auch das Angebot attraktiver Apps für die Windows Phones will Microsoft weiter ausbauen. In Barcelona stellte das Unternehmen eine neue App für den Internettelefonie-Dienst Skype vor, die ab dieser Woche im Marketplace zunächst als Beta-Version verfügbar sein soll. Die Vollversion für das teilweise kostenlose Telefonieren und Chatten über das Internet werde es ab April geben, kündigte Myerson an. Microsoft hatte Skype im vergangenen Jahr übernommen.

Vor rund zwei Jahren war Microsoft mit Windows Phone gestartet und machte bislang den Hardwareherstellern strikte Auflagen in Sachen Leistung und Ausstattung. Die Geräte, wie auch Nokias Lumia 900 und Lumia 800, rangieren im gehobenen Preissegment. Nokia hat als neuer Partner von Microsoft seit dem Start der Lumia-Telefone im November bis zum Jahresende knapp eine Million Windows Phones verkauft.

In Europa und Nordamerika dominieren Android und iPhone

In den entwickelten Märkten wie Nordamerika und Europa hatte es Microsoft bislang allerdings schwer, sich gegen die starke Konkurrenz von Smartphones mit Googles Android und Apples iPhone zu behaupten. Weltweit sei Windows Phone allerdings weiter auf Wachstumskurs, sagte Berg. «Der Markt ist noch nicht verteilt, es gibt eindeutig noch Platz für einen Dritten.»

(Alexander Kuch/teltarif.ch)

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